Ermsthaftes Problem

17. Februar 2011 22:44; Akt: 18.02.2011 00:13 Print

Bis 2020 fehlen 25000 Chauffeure

von Alex Hämmerli - Die Astag schlägt Alarm: Der Schweiz fehlen schon bald Tausende Chauffeure. Doch laut der Unia ist die Branche mit Tiefstlöhnen und miesen Arbeitsbedingungen selber schuld.

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Krisenstimmung beim Schweizer Nutzfahrzeugverband Astag. Er warnt, dem Transportgewerbe würden in zehn Jahren 25 000 Chauffeure fehlen. Dem Strassentransport drohten «ernsthafte Probleme», weil in den kommenden fünf bis zehn Jahren Tausende altgedienter Chauffeure in den Ruhestand träten. Diese Lücke könne der Nachwuchs nicht füllen, zumal der Bedarf an Lastwagenfahrern weiterhin steigen werde.

«Angesichts des schlechten Images des Berufs ist es nicht verwunderlich, dass kaum ein Schweizer mehr Chauffeur werden will», entgegnet Roland Schiesser, Verantwortlicher für Transport und Logistik bei der Gewerkschaft Unia. Das Problem: Löhne und Arbeitsbedingungen seien «absolut ungenügend». Heute sei es gang und gäbe, dass Chauffeure bis zu 60 Stunden pro Woche für einen Monatslohn von 4500 Franken arbeiteten. Lastwagenfahrer hätten heute einen Status, der sich am ehesten mit «Bodensatz der arbeitenden Gesellschaft» umschreiben lasse. «Deshalb steigen viele nach ein, zwei Jahren wieder aus dem Beruf aus», so Schiesser. Die Unia forderte bereits im Oktober eine Lohnerhöhung um 4,5 Prozent plus 140 Franken pro Lastwagenfahrer. Eine Antwort der Astag ist aber bis heute ausgeblieben.

«Die Transportbranche wird die Löhne deutlich erhöhen müssen, um ihre Personalprobleme lösen zu können», warnt Schiesser. Die Astag wird nächste Woche darüber informieren, was sie gegen den Nachwuchsmangel tun will. Offenbar geht es um Forderungen an die Behörden.