Handel gestoppt

28. Februar 2014 13:13; Akt: 28.02.2014 13:16 Print

Bitcoin-Börse Mt. Gox ist insolvent

Vor wenigen Tagen verschwand der grosse Bitcoin-Handelsplatz spurlos vom Netz. Nun hat Mt. Gox das Insolvenzverfahren eingeleitet.

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52 Millionen Franken Schulden hat die japanische Bitcoin-Börse Mt. Gox angehäuft. Nun habe man das Insolvenzverfahren eingeleitet, teilte der Anwalt des Unternehmens bei einer Pressekonferenz in Tokio mit. Schon Anfang der Woche war klar, dass es auf diesen Schritt hinauslaufen könnte.

In der Nacht auf Dienstag waren sämtliche Inhalte der Website von Mt. Gox einfach verschwunden. Anleger hatten keinen Zugang mehr zu ihren virtuellen Vermögen. Und ob sie diese jemals wieder zu Gesicht bekommen, bleibt fraglich. Wie die «Handelszeitung» berichtet, sind insgesamt 744'000 Bitcoins spurlos verschwunden – das entspricht einem Wert von rund 350 Millionen Dollar.

Schadensbegrenzung

Frustrierte Nutzer aus aller Welt versammelten sich laut einem Bericht des «Wall Street Journal» in den vergangenen Tagen vor den Büros der Firma und protestierten. Im Internet kündigte Mt. Gox immerhin an, man habe Kontos für die Entschädigung der Kunden eingerichtet. Die Mizuho-Bank bestätigte das.

Bei den anderen Bitcoin-Börsen ist man wegen des Falls Mt. Gox um Schadensbegrenzung bemüht. Die Vorstände der Börsen Bitstamp, BTC Canada und Kraken und die Dienstleister Coinbase, Blockchain.info und Circle Internet Financial verfassten schon vor dem Verschwinden eine gemeinsame Erklärung.

Schon länger am Straucheln

Man solle nicht vom Handeln eines einzelnen Anbieters auf alle schliessen. «Um das Vertrauen wiederherzustellen, das durch das Scheitern von Mt. Gox verspielt wurde, arbeiten die verantwortungsvollen Bitcoin-Börsen zusammen und bekennen sich zur Zukunft von Bitcoin und zur Sicherheit aller Kundengelder», heisst es dort laut «Wall Street Journal». Konkrete Schritte stellte man aber nicht vor.

Dass es bei Mt. Gox nicht besonders gut lief, war schon länger bekannt. In der vergangenen Woche kündigte die japanische Börse dann an, aus Sicherheitsgründen den Firmensitz zu verlegen. Mt. Gox war einer der grössten Handelsplätze für Bitcoin. Noch im Sommer wurden 60 Prozent des weltweiten Handelsvolumens mit Bitcoins über die nun verschwundene Plattform vermittelt, zu Hochzeiten waren es sogar 80 Prozent gewesen.

(laf)

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