Virtuelle Währung

11. April 2013 12:05; Akt: 11.04.2013 12:06 Print

Bitcoins stürzen nach Höhenflug ab

Derartige Kursschwankungen wären für andere Währungen schwer zu verkraften: Der Kurs der Internetwährung Bitcoin schwankt derzeit in gewaltigem Ausmass. Was steckt dahinter?

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Das 2009 gestartete Bitcoin-Projekt erzeugt das digitale Zahlungsmittel mit der Abkürzung BTC mit einer zeit- und rechenaufwendigen Verschlüsselungstechnik, die jedes Kopieren unmöglich macht.

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Der Höhenflug endete jäh. Am Mittwoch hatte die Internetwährung Bitcoin auf der wichtigsten Handelsplattform Mt.Gox noch das Rekordhoch bei 266 Dollar erreicht, um dann binnen weniger Stunden auf 105 Dollar abzustürzen. Der Kurs erholte sich am Donnerstag auf etwas mehr als 179 Dollar.

Über Facebook erklärt Mt. Gox, das Handelssystem habe Aussetzer gehabt, weil es den Zufluss neuer Nutzer nicht verarbeiten konnte. Die Achterbahnfahrt verstärkt die Sorge vor einer Spekulationsblase. Vor einem Jahr war die Internetwährung noch mit 5 Dollar bewertet worden.

Mt. Gox sprach von Panik-Verkäufen, die das System überfordert hätten. Jetzt sollen zusätzliche Server installiert werden, um den Andrang zu bewältigen. Die Zahl der Transaktionen habe sich innerhalb von 24 Stunden verdreifacht, erklärte Mt. Gox am Donnerstag. Jeden Tag würden 20'000 neue Konten bei der Online-Börse eingerichtet.

Eurokrise beflügelt Nachfrage

Unter dem Eindruck der Euro-Krise stösst das lange Zeit belächelte Bitcoin-Konzept nun auf eine steigende Nachfrage. Dennoch darf der Hype um die Internetwährung nicht über die Risiken hinwegtäuschen. Der Chartverlauf entspreche dem klassischen Muster einer aggressiven Spekulationsblase, warnen etwa Analysten.

Das seit 2009 existierende digitale Zahlungsmittel, Abkürzung BTC, basiert auf einer zeit- und rechenaufwendigen Verschlüsselungstechnik, die jedes Kopieren unmöglich macht. Die Währung wird vor allem für Transaktionen im Internet verwendet.

Bereits seit Ende der Neunzigerjahre fantasieren Computer-Freaks von virtuellen Währungen. Die meisten Versuche, eine solche zu lancieren, scheiterten jedoch früh. Das Interesse war gering – das Risiko eines Totalverlustes gross.

Währung ohne Notenbank

Dann kam der Bitcoin und mit ihm die Hoffnung auf eine stabile Internetwährung. Der Bitcoin ist ein Gegenentwurf zum bisherigen Geldsystem, den IT-Spezialisten wahr gemacht haben. Die Zahl der Währungseinheiten ist auf 21 Millionen begrenzt. Bisher wurde rund die Hälfte davon erstellt.

Der Gesamtwert aller bislang existierenden Bitcoins kletterte zuletzt erstmals über eine Milliarde US-Dollar. Der stetig gestiegene Kurs gegenüber herkömmlichen Währungen ergibt sich aus Angebot und Nachfrage in Tauschbörsen.

Nicht überall stossen die Bitcoins auf Zustimmung: Währungshüter monieren, die Geldmenge der Bitcoins werde nicht von einer Nationalbank reguliert, stattdessen von Algorithmen vollautomatisch verwaltet. Da mit Bitcoins anonym bezahlt wird, befürchten Kritiker zudem, dass damit illegalen Machenschaften wie Geldwäsche Tür und Tor geöffnet werden.

(sza)