US-Luftfahrtbehörde

27. Juni 2019 05:01; Akt: 27.06.2019 05:15 Print

Boeing 737 MAX hat ein neues Problem

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat kürzlich bei der Boeing 737 MAX ein «potenzielles Risiko» entdeckt. Bevor dieses nicht behoben ist, wird das Flugverbot nicht aufgehoben.

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Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat ein neues Problem bei der Boeing 737 MAX ausgemacht, für die nach zwei Abstürzen ein weltweites Flugverbot herrscht. Die FAA teilte am Mittwoch mit, kürzlich ein «potenzielles Risiko» entdeckt zu haben.

Das Problem müsse behoben werden, bevor das Flugverbot für die Maschinen aufgehoben werden könne, teilte die FAA am Mittwoch in Washington mit. Nähere Angaben zu dem Vorfall machte die FAA nicht. Die FAA betonte am Mittwoch, sie werde den Maschinen erst dann wieder eine Flugerlaubnis erteilen, wenn sie dies als «sicher» einstufe.

Boeing erklärte in einem Statement, dass die FAA beim Wiederzulassungsprozess der 737 Max zusätzliche Anforderungen stellen würde und das Unternehmen den Flugzeugtyp erst zur Zertifizierung anbieten werde, wenn diese erfüllt seien.

Probleme im Simulator

Aus informierten Kreisen verlautete, Piloten der FAA hätten bei Tests mit einem Flugsimulator Schwierigkeiten gehabt, die Kontrolle über das Flugzeug zurückzuerlangen, nachdem das Stabilisierungssystem MCAS aktiviert worden war. Ein Problem mit dem System, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt, wird als Ursache für zwei Boeing-737-MAX-Abstürze mit insgesamt 346 Toten vermutet. Die 737-Max-Serie muss nach den beiden Abstürzen seit Mitte März am Boden bleiben.

Boeing zufolge geht es um Auflagen, die im Rahmen der seit Monaten laufenden Software-Aktualisierung erfüllt werden sollen. Der Konzern sei mit den neuen Anforderungen der FAA einverstanden und arbeite daran, sie zu erfüllen.

Das neue Problem könnte die von Boeing herbeigesehnte Wiederzulassung der 737-Max-Flieger weiter verzögern. Die FAA betonte, hierbei keinen vorgeschriebenen Zeitplan zu verfolgen. Zuletzt war bereits vermutet worden, dass sich das Prüfverfahren noch Monate hinziehen könnte.

Flugstopp belastet Boeing und Airlines

Für Boeing und die betroffenen Airlines ist der Flugstopp eine starke finanzielle Belastung, wie die Geschäftsberichte für das erste Quartal bereits zeigten. Allerdings steht Boeing selbst massiv in der Kritik - unter anderem wegen des Vorwurfs, die Entwicklung des neuen Flugzeugmodells wegen hohen Konkurrenzdrucks überstürzt zu haben.

Ob bei der ursprünglichen Zertifizierung der Unglücksflieger alles mit rechten Dingen zuging, ist zudem Gegenstand einer Untersuchung der US-Behörden. Im Zuge der Aufklärung der Abstürze am 29. Oktober 2018 in Indonesien und am 10. März in Äthiopien räumte Boeing auch ein, bereits rund ein Jahr vor dem ersten Unglück von einem Problem der 737 Max gewusst zu haben. Obwohl bereits einige Monate nach Auslieferungsbeginn der Baureihe im Mai 2017 festgestellt wurde, dass etwas mit dem Warnsystem in den Cockpits nicht stimmte, wurde die FAA erst nach dem ersten Absturz im Herbst vergangenen Jahres informiert.

(chk/sda)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 27.06.2019 05:34 Report Diesen Beitrag melden

    Zweifelhafte Zulassung

    Erschreckend dass dieses nun nachweislich unsichere Flugzeug jemals eine Zulassung erhielt. Ob diese Fehlkonstruktion jemals mit vielen Softwarehilfen sicher gemacht werden kann?

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  • nino bosch am 27.06.2019 05:29 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlkonstruktion

    Die Boeing 737 MAX für immer und ewig aus dem Verkehr ziehen. So etwas nennt man Schnellschuss, Fehlkonstruktion! Ich würde mich weigern mit so einer Maschine je zu fliegen!

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  • Sandro Studer am 27.06.2019 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    Verkaufen und dann fertig entwickeln.

    Boeing verkauft zuerst, FAA lässt das Flugzeug zu und erst danach wird es fertig entwickelt nachdem die Probanten auch noch für die Tickets bezahlt haben. Ist bei den F-35 Jets übrigens das gleiche.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wörni am 13.07.2019 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    IT Spezialist

    Der Pilot der Zukunft muss zu seinen Flugbegabungen auch noch IT Spezialist sein. Diese Meinung haben sogar Piloten.

  • Tanja Flüguf am 05.07.2019 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene

    Habe meine eigene fluglinie, hat 4 beine, einen gemütlichen sitz mit frischluft, macht fast immer was der pilot sagt, und lässt mich gelegentlich etwas unsanft landen. Nennt sich pferd :-)

  • ernst staub am 30.06.2019 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Boeing strong buy

    Mein Rat jetzt Boeing Aktien kaufen.

  • Ach bin ich klug(scheißer) am 29.06.2019 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Leserkommentare sind sinnlos

    Ja, ja erst über Airbus herziehen und jetzt die Boeing fertig machen.So wie der Wind weht. Habt Ihr denn Ahnung davon? Einfach einen Kommentar abgeben.

  • Rentner I am 29.06.2019 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektronik

    Das kennt man doch, zuviel Kontrolle durch Elektronik auch von den Autos her. Mechanisch laufen Autos mit normalen Motoren bis auf den Mond und zurück, wenn problematische Elektronik verbaut wird, und diese aussteigt, wird's teuer und kompliziert und der Mensch hat es ni cht mehr im Griff, das selbe gilt für die Flieger je mehr Elektronik verbaut ist und nicht übersteuert werden kann je anfälliger wird die Geschichte ....... es betrifft nicht nur BOEING .....