737 Max

19. Februar 2020 05:32; Akt: 19.02.2020 08:13 Print

Boeing findet Fremdkörper im Tank des Krisenjets

Der US-Luftfahrtkonzern hat beim Flugzeug 737 Max ein weiteres Problem ausgemacht.

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Der angeschlagene US-Luftfahrtkonzern Boeing ist bei seinem nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max auf ein neues Problem gestossen. Während Wartungsarbeiten wurden in Treibstofftanks einiger Maschinen, die derzeit zwischengelagert werden, Fremdkörper gefunden.

Das teilte Boeing am Dienstag mit. Man habe eine umfassende interne Untersuchung und sofortige Korrekturen im Produktionssystem eingeleitet.

Boeing hatte zahlreiche 737-Max-Jets auf Halde produziert, die wegen des Flugverbots bislang nicht ausgeliefert werden konnten. Der Konzern rechnet aber nach eigenen Angaben trotz der nun angekündigten Inspektionen weiter damit, dass die 737 Max Mitte des Jahres wieder für den Flugbetrieb zugelassen wird.

Der bestverkaufte Flugzeugtyp des amerikanischen Flugzeugherstellers darf seit Mitte März 2019 wegen der Abstürze mit insgesamt 346 Toten nicht mehr abheben. Als entscheidende Ursache der Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungsautomatik der Flugzeuge.

Dieses Problem hatte Boeing eigentlich längst per Software-Update behoben haben wollen. Doch die Freigabe durch die Aufsichtsbehörden liegt noch immer nicht vor.

«Absolut inakzeptabel»

In einem Memo an die Mitarbeiter bezeichnete Boeings 737-Produktionsmanager Mark Jenks den Fund der Teile in den Treibstofftanks der zwischengelagerten Flugzeuge als «absolut inakzeptabel». In Boeings Werk in Renton nahe Seattle seien bereits neue Arbeitsabläufe mit aktualisierten Instruktionen und zusätzlichen Prüfungen eingeführt worden, um das Problem abzustellen.

Die gefundenen Teile wurden als «foreign object debris» bezeichnet – demnach könnte es sich um Unrat wie Reste von Bauteilen oder von Arbeitern zurückgelassene Werkzeuge handeln. Dieses Problem hatte Boeing in der Vergangenheit schon bei anderen Modellen wie dem Tankflugzeug KC-46.

Schon zuvor Berichte über Produktionsmängel

Berichte über solche Produktionsmängel hatten den Flugzeugersteller im vergangenen Jahr auch schon hinsichtlich des Langstreckenjets 787 «Dreamliner» unter Druck gebracht. So berichtete die «New York Times» von Sicherheitsrisiken im Boeing-Werk in North Charleston, auch hier sollen Fremdkörper in Flugzeugen gefunden worden seien. Unter anderem seien etwa Metallspäne nicht ordentlich beseitigt und defekte Teile in den Fliegern installiert worden. Die Zeitung berief sich auf Hunderte Seiten an internen E-Mails, Dokumente des Unternehmens und Unterlagen von Behörden sowie Interviews mit über einem Dutzend Mitarbeitern. Boeing hatte die Vorwürfe damals allerdings entschieden zurückgewiesen.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 737Mini am 19.02.2020 06:01 Report Diesen Beitrag melden

    Aufhören

    Lasst den Flieger unten. Fehlkonstruktion. Vertrauen Zero.

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  • Der Beobachter am 19.02.2020 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    US Qualität....

    Amerikanische Qualität! Wer will das schon...?

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  • Braucht Niemand! am 19.02.2020 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    So schaut es aus

    Die US Inc. ist eine Volkswirtschaft, welche immer den Finger auf andere Staaten drückt, dabei selbst über Leichen geht! All diese Probleme kannte man- und trotzdem lässt man diese Fehlplanung abgehen und nimmt vorsätzlich Tote in Kauf!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • funny cello am 24.02.2020 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    gähn

    Beim Elchtest war das Geschrei auch gross. Wen interessiert's heute?

  • Martial2 am 23.02.2020 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Airbus vor Boeing, richtig so...

    Wenn Boeing solchen Flugzeuge weiterhin auf diese Art produziert, dann ist es bald Ende der Boeing Geschichte. Wer traut noch dieser Firma?

  • A358 am 22.02.2020 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stopp B737MAX

    Für immer grounden, das ist die einzige sichere Lösung für diese Fehlkonstruktion.

  • sirrugar am 20.02.2020 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    gang und gäbe

    Im eigenen Umfeld bemerken wir doch, dass diese Strategie bei Weitem nicht nur Flugzeugs betrifft, sondern längst auch bei uns angekommen ist. Qualitätskontrolle macht der Kunde, gratis franko. Schlau. Man schmeisst das Zeugs auf den Markt und behebt anschliessend die am meisten genannten Fehler. Ob Elektronik, Pkw's, Swisscom, Tramwagen und und und. Bedingung: sie muss unisono umgesetzt werden, so verpufft aufgrund fehlender Ausweichmöglichkeiten das Risiko eines Imageschaden. Mach den Kunden zum Mitarbeiter.

  • Romeo Jenny am 19.02.2020 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    747

    Ein Flugzeug das eine software braucht um überhaubt steuerbar zu sein beim abheben solte gar nicht erst frei gegeben werden. Es ist eine fehlkonstruktion, die haben das Flugzeug nur zu hälfte neu entwikelt und das andere von den alten übernommen. Jetzt stimmen die Proportionen nicht. Tja das hat man davon wen man so pfuscht nur um zu sparen.