Unglücksmaschine

06. Mai 2019 04:23; Akt: 06.05.2019 05:04 Print

Boeing weiss seit 2017 von Problem bei 737 Max

Bereits ein Jahr vor dem ersten Absturz einer Boeing des Typs 737 Max war dem Hersteller ein Software-Problem bekannt.

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Der Konzern hat bereits einige Monate nach Auslieferungsbeginn ein Problem festgestellt: Boeing 737 Max. (Archivbild) (Bild: Keystone/Ted S. Warren)

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Der US-Luftfahrtriese Boeing wusste bereits rund ein Jahr vor dem ersten Absturz einer 737-Max-Maschine von einem Softwareproblem der Modellreihe. Dies räumte der Konzern am Sonntag ein.

Demnach habe der Konzern bereits einige Monate nach Auslieferungsbeginn der 737 Max im Mai 2017 festgestellt, dass ein Warnsystem in den Cockpits nicht richtig funktionierte. Boeing habe daraufhin zunächst eine interne Untersuchung gestartet, die zu dem Schluss gekommen sei, dass keine Beeinträchtigung der Flugsicherheit vorliege.

Führungsebene nicht informiert

Boeings obere Führungsebene sei in diese Untersuchung nicht involviert gewesen und erst nach dem ersten Absturz einer 737-Max-Maschine in Indonesien am 29. Oktober 2018 auf das Problem aufmerksam gemacht worden, hiess es weiter. Auch die US-Luftfahrtbehörde FAA sei erst rund eine Woche nach diesem Unglück darüber informiert worden. Im Dezember sei eine weitere Untersuchung durchgeführt worden, die ebenfalls ergeben habe, dass das Problem kein Sicherheitsrisiko darstelle, heisst es in der Boeing-Mitteilung.

Am 10. März war es zu einem zweiten Absturz einer 737 Max in Äthiopien gekommen. Insgesamt starben bei den Unglücken 346 Menschen. Ein Fehler der einer MCAS genannten Steuerungssoftware, die eigens für Boeings Neuauflage der 737-Reihe entwickelt wurde, steht nach ersten Ermittlungsberichten als Unfallursache im Verdacht.

Das Warnsystem, von dessen Problem Boeing seit 2017 wusste, steht im Zusammenhang mit dem MCAS-Programm. Ob und inwieweit es eine für die Abstürze entscheidende Rolle spielte, ist bislang aber unklar.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 06.05.2019 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und jetzt?

    Bin gespannt ob die Amis auch gegen eigene Firmen mit Schadenersatzklagen und Bussen in Fantasiehöhen vorgehen.

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  • Vielflieger am 06.05.2019 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsproblem

    Für Boeing sind 346 Tote also kein Sicherheitsproblem. Zwei Fragen: 1. Was ist ein Sicherheitsproblem bei Boeing? 2. Wie vertrauenswürdig ist Boeing deshalb?

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  • Jackbart am 06.05.2019 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überall wird vertuscht

    Ich frage mich, wie viele andere Flugzeuge auch noch Probleme haben, deren Hersteller sie als unproblematisch für die Sicherheit einstufen. So wie beim Dieselskandal, nur gibt es dort nicht unmittelbar Tote.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • RF am 07.05.2019 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wenn es die Hardware ist?

    Warum wird jetzt ständig von Softwarefehler geredet? Wenn es doch an den zu grossen Triebwerken liegt, die zu weit vorne angebracht sind? Dann müssen die Maschinen neu gebaut werden. Jedenfalls muss die Produktion schleunigst gestoppt werden.

    • Marc am 08.05.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

      @RF...

      Die Produktion läuft weiter. Dass die MAX nur mit Softwareunterstützung überhaupt zertifizierbar ist, ist nicht neu. Die Mängel in der "Hardware" (Triebwerkmontage, welche dem Flugzeug eine Tendenz zum Strömungsabriss gibt) müssen mit Software ausgeglichen werden. Daran wird sich sicherlich nichts ändern.

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  • Franz B am 07.05.2019 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reziprok

    So, und nun stellt euch mal vor, die grösste und wirtschaftlich potenteste Gemeinschaft der Welt klagt die USA hierfür ein. Und fordert Bussen wie umgekehrt bei den Banken oder Automobilindustrie in saftiger Milliardenhöhe. Ohne eine Chance des Trottels von Präsidenten etwas dagegen zu machen. Dann findet man die EU doch auf einmal richtig sympathisch

    • 50+ am 07.05.2019 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franz B

      wie nennst du den Präsidenten der Vereinigten Staaten?

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  • Wörni am 07.05.2019 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Man weiss von Problemen und lässt das Flugzeug trotzdem fliegen. Da waren ja x tausend Passagiere und Besatzungen einer Gefährdung ausgesetzt. Das ist doch kaum zu glauben. Wenn diese Behauptung stimmt, dann soll der US Präsident die jetzt zur Kasse bitten, wie er es bei den Banken und Versicherungen macht. Aber eben, ist ein US Unternehmen.

  • Reto Udinger am 07.05.2019 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    AMERICA FIRST

    Wieso verklagt eigentlich keiner Boeing? In einem Land in dem man Fastfood Ketten vor den Kadi ziehen darf, weil der Kaffee zu heiß ist. In dem VW (und ich finde das in diesem Fall absolut richtig) zig Millionen Entschädigung zahlen muss. In diesem Land müsste es doch einfach sein Boeing um einiges zu erleichtern. Sämtliche Angehörige, sämtliches Personal, sämtliche Personen die bisher mit dem Flugzeug geflogen sind und Sie der Gefahr eines Absturzes ausgesetzt wurden.... Die Lobbyisten scheinen hier hervorragende Arbeit geleistet zu haben.

    • Wörni am 07.05.2019 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto Udinger

      Das frag ich mich allerdings auch. Viele Tausend Flugpassagiere waren gefährdet.

    • Lerf am 07.05.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Reto Udinger

      Angehörige der Todesopfer klagen bereits, ebenfalls Aktionäre. Boeing's Rechstabteilung bereitet sich auf Schadenersatzforderungen von Kunden vor. Da tut sich einiges.

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  • marko 34 am 07.05.2019 04:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinung

    Genau meine Meinung