Wirtschaftskrise

30. Dezember 2008 22:33; Akt: 30.12.2008 23:14 Print

Börsenpsychologie in Baisse-Zeiten

von Jeannette Schläpfer - Verunsicherte Anleger reagieren oft nicht auf Fakten, sondern auf ihr Bauchgefühl. Das birgt Gefahren.

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Das ständige Auf und Ab an den Börsen verunsichert viele Anleger und kann zu weiteren Verlusten führen. Denn oftmals fällen Anleger in Stresssituationen Investitionsentscheide aus dem Bauch heraus. Oder wie Börsenaltmeister André Kostolany sagte: «Die Börse reagiert nur zu zehn Prozent auf Fakten. Der Rest ist Psychologie.»

Neuere Studien belegen zwar, dass immerhin 46 Prozent der Anleger ihre Anlageentscheide zu 80 Prozent auf Informationen abstützen. 54 Prozent entscheiden aber vor allem aus dem Bauch heraus. Das erklärt, weshalb die Baisse den Börsenabschwung nährt. Da viele Anleger aus dem Moment heraus Investitionsentscheide fällen, wird auch der Druck auf institu­tionelle Investoren grösser, ihre Portfolios anzupassen. Damit beginnt sich die Spirale abwärtszudrehen.

Um dem Negativtrend entgegenzuwirken, sollten Anleger häufiges Umschichten im Portfolio vermeiden. Es steigert weniger die Rendite als vielmehr die Kosten. Wichtig ist auch eine breite Diversi­fikation; sie mindert die Gefahr von allzu emotionalen Anlageentscheiden. Oft werden Verluste zu spät realisiert.

Dagegen hilft, wenn man bereits beim Kauf von Wertpapieren festlegt, bei welchem Preis man wieder aussteigen will. Für risiko­freudige Anleger bieten Krisen allerdings auch Chancen, denn oft irrt die Börse in ihrem Urteil über die Zukunft.