Gegen Wohnungsnot

27. Juli 2014 08:43; Akt: 27.07.2014 08:43 Print

Brasilianer sollen in WM-Stadien leben

Mehrere Fussballstadien in Brasilien bleiben nach der WM trotz Meisterschaftsstart teilweise leer. Deshalb planen Architekten nun, Teile der Arenen in Wohnungen umzubauen.

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Die beiden Architekten Axel de Stampa und Sylvain Macaux wollen Teile der WM-Stadien in Wohnungen umbauen. Im Estadio Nacional in Brasília würde dies wie folgt aussehen. Dabei soll in den Arenen weiter Fussball gespielt werden, lediglich die überschüssigen Sitze sollen entfernt werden und Platz für Wohnungen schaffen. Für die Realisierung sollen vorgefertigte Wohneinheiten mit 105 Quadratmetern Fläche verwendet werden. Hier die Vision der Architekten angewendet auf die Arena das Dunas in Natal. So würde das Stadion von innen aussehen. Im Rest der Bildstrecke finden Sie einen Überblick über alle WM-Stadien. Belo Horizonte Estadio Mineirão 62'547Zuschauer 1965 / Umbau 350 Millionen Franken Brasília Estádio Nacional 70'064 Zuschauer Neubau 355 Millionen Franken Cuiaba Arena Pantanal 42'968 Zuschauer Neubau 270 Millionen Franken Curitiba Arena de Baixada 41'456 Zuschauer 1997 / Umbau 270 Millionen Franken Fortaleza Estadio Castelão 64'846 Zuschauer 1973 / Umbau 260 Millionen Franken Manaus Arena Amazônia 42'374 Zuschauer Neubau 245 Millionen Franken Natal Estádio das Dunas 42'086 Zuschauer Neubau 185 Millionen Franken Pôrto Alegre Estádio Beira-Rio 50'287 Zuschauer 1969 / Umbau 355 Millionen Franken Recife Arena Pernambuco 44'849 Zuschauer Neubau 280 Millionen Franken Rio de Janeiro Estádio do Maracanã 73'531Zuschauer 1950 / Umbau 400 Millionen Franken Salvador Arena Fonte Nova 52'048 Zuschauer Neubau 275 Millionen Franken São Paulo Arena de São Paulo 65'807 Zuschauer Neubau 380 Millionen Franken

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Bereits wenige Wochen nach der WM rollt der Ball in Brasiliens Stadien wieder. Doch im Gegensatz zur Zeit vor dem Turnier spielen die Teams nun in Stadien, die viel mehr Zuschauer fassen und deshalb nur teilweise komplett gefüllt werden können. Um dies zu ändern, schlagen zwei Architekten vor, Teile der teuren Fussballtempel in Wohnfläche umzurüsten.

Dabei soll in den Arenen laut der «Handelszeitung» weiter Fussball gespielt werden, lediglich die überschüssigen Sitze sollen entfernt werden und Platz für Wohnungen schaffen. «Das hilft gegen die Wohnungsnot», so die beiden Architekten Axel de Stampa und Sylvain Macaux. Für die Realisierung schlagen sie vorgefertigte Wohneinheiten mit 105 Quadratmetern Fläche vor. Was die offiziellen Regierungsstellen und die Architekten der Stadien davon halten, ist nicht bekannt.

Bürger tragen Kosten

Besonders interessant dürfte die Idee für die Betreiber der Fussballarenen in Natal, Manaus, Brasília und Cuiaba sein. Diese Stadien werden in Zukunft wohl kaum benutzt werden. In den anderen acht WM-Stadien tragen brasilianische Spitzenvereine ihre Heimspiele aus.

Was für Folgen leerstehende Arenen für die Bürger eines Landes haben können, zeigt das Beispiel Südafrika. Im Austragungsland der WM 2010 sind laut welt.de neun der zehn Stadien defizitär und verursachen Verluste in Millionenhöhe. Allein das Stadion in Kapstadt verursacht jährliche Kosten von 4,5 Millionen Euro bei Einnahmen von lediglich rund einer Million. Bezahlt werden diese Defizite von den Kommunen, indirekt also von den Bürgern selbst.


(ame)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Montogommery C. Burns am 27.07.2014 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    War ja vorhersehbar.

    Kommt wie erwartet, die FIFA Kassiert das Geld, kassiert gebühren (Schon fast Schutzgelderpressungsmässig) und muss als "Verein" keine Steuern Bezahlen und die Kosten muss der bürger mit Steuern Finanzieren. Warum wird so eine unwichtiges wie Fussball so überbewertet und von den Medien hochgepusht? Wenn mann alle FIFA Spiele ignoriert hört dieser Schwachsinn bald mal auf.

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  • klaus am 27.07.2014 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    WM war sinnlos

    Das war also der Sinn Milliarden in neue Stadien zu stecken, damit man später ein paar Wohnungen daraus machen kann? Na dann hätte man das schon vorher bauen sollen und nicht erst durch die WM finanziert. So eine Verschwendung.

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  • Brasilien Schweizer am 27.07.2014 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Alibiübung für korrupte Politiker?

    Nun möchte man nach den WM-Spielen die verzockten Milliarden des Volksvermögens irgendwie rechtfertigen. Warum nicht die perversen Täter aus der Politik zu exorbitanten Mieten in die Stadien einquartieren und deren Besitz den Armen zur Verfügung stellen? So würde sich das Vorgehen irgendwie rechtfertigen und die Profiteure wären künftig auch täglich mit ihren kurzsichtigen Entscheidungen konfrontiert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ND am 28.07.2014 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja!

    Eigentlich eine nichtmal so dumme Idee.. Hat ja viel Platz in den Dingern^^

  • Fernando Henrique C. am 28.07.2014 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    no caminho certo

    Die einzigen Stadion die ein Witz waren, sind in Manaus und Cuiaba. Die anderen werden nachhaltig genutzt. Zudem waren einige Stadion mehr als Baufällig. Ich war an der WM und bin sehr glücklich darüber. Nix mit überrissenen Preisen, Gewalt, Protesten und was sonst noch so vorhergesagt wurde. Ich bereise Brasilien schon seit über 20 Jahren und wenn jemand sagt die WM hat nichts gebracht der hat Brasilien in den 90er nicht erlebt. Neue Flughäfen, viel bessere Strassen..und..und..und. Man darf nicht glauben dass am Tag 1 nach der WM Brasilien ein Erstweltland ist... Brasilien ist auf gutem Weg

  • Leonard am 28.07.2014 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Genau deshalb

    Keine EM, WM oder Olympiaden in der Schweiz!

  • André Gubelmann Brasilien am 28.07.2014 01:14 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit

    Diese unnötigen Stadions sollten zu Gefängnissen oder noch besser zu Zwangsarbeitenden Anstalten umgebaut werden und mit 90% der Marioneten-Politiker der Ausbeuter und Abzocker des brasilianisches Volkes gefüllt werden.

    • Chris am 28.07.2014 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      inkl. Sepp Blatter

      Ja, einige Mitglieder der FIFA - auch Sepp Blatter - dürfen dort dann gerne ihre Zwangsarbeit verrichten. Verdient hätten sie's auf alle Fälle!

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  • xxx am 27.07.2014 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traumwelt

    Menschen die momentan kein zu hause haben, weil sie aus ihre wohnungen vertrieben worden sind, können sich solch eine stadionwohnung auf keinen fall leistet. Diese architekten leben in einer traumwelt.