Ernergalen

16. Juni 2011 10:31; Akt: 16.06.2011 10:37 Print

Britischer Investor zieht sich zurück

Der britische Investor, der 50 Millionen Franken ins Oberwalliser Skigebiet Ernergalen pumpen wollte, ist abgesprungen. Die Suche nach neuen Geldgebern läuft.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ernüchterung in der Gommer Gemeinde Ernen: Der britische Investor, der 50 Millionen Franken in das Oberwalliser Skigebiet Ernergalen investieren wollte, hat sich zurückgezogen.
Schuld seien die Finanzkrise und das lange Bewilligungsverfahren.

Geplant waren eine neue Gondelbahn, neue Sessellifte, Kinderlifte und Hotelbetten für 500 bis 600 Personen. Der britische Investor Bruno Prior hatte das Millionenprojekt im November 2007 angekündigt.

Dreieinhalb Jahre später ist alles anders: «Das Resort-Projekt für das Skigebiet Ernergalen ist vorerst sistiert», sagte Gemeindepräsidentin Christine Clausen am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Sie bestätigte einen entsprechenden Bericht des «Walliser Boten». Die Chancen, dass das Projekt von einem anderen Investor weitergeführt werde, seien jedoch klein.

Es gebe verschiedene Gründe für den Rückzieher, sagte Clausen. Unter anderem habe die Finanzkrise dem britischen Investor einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wegen des Kurszerfalls des britischen Pfunds gegenüber dem Schweizer Frankens seien die Kosten für den Briten markant gestiegen.

Lange Verfahren

Weiter hätten die langen Prüfungsverfahren des Kantons das Projekt verzögert, sagte die Gemeindepräsidentin. Eineinhalb Jahre habe die Vorprüfung des Projektdossiers beim Kanton Wallis gedauert.

Prior und dessen Firma Summerleaze bleiben aber vorläufig Besitzer des Skigebiets, das zwischen 1200 und 2300 Meter über Meer liegt. Summerleaze hatte dieses 2007 für den symbolischen Betrag von einem Franken erworben - allerdings mit der Auflage, den Betrieb zu garantieren und die zwölf Mitarbeiter weiter zu beschäftigen.

Wieder Käufer gesucht

Dadurch hat Prior bereits weit über eine Million Franken in das Projekt investiert, wie Clausen erklärte. Nun werde der Betrieb vorläufig eingestellt. Der britische Investor sei bereit, das Skigebiet wieder zu verkaufen. Der Preis sei Verhandlungssache.

Was den Einwohnern von Ernen bleibt, ist ein redimensioniertes Hotelprojekt: Statt dem ursprünglich geplanten, riesigen Hotelkomplex planen die Erner nun ein Hotel mit 100 bis 150 Betten. Da das Projekt erst in der Planungsphase sei, könne sie noch nicht mehr dazu sagen, hielt die Gemeindepräsidentin fest.

(sda)