Nationalrat

06. Dezember 2010 22:58; Akt: 07.12.2010 07:30 Print

Bücher sollen wieder feste Preise haben

von Elisabeth Rizzi - Der Nationalrat will die Buchpreise wieder regulieren und zwar auch im Onlinehandel. Für die Konsumenten könnte das teuer werden.

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Mit der Regulierung werden die Buchpreise steigen. (Foto: Nicolas Y. Aebi)

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Seit 2007 gibt es in der Schweiz keine festen Buchpreise mehr. Discounter wie Ex Libris konnten deshalb die Listenpreise um bis zu 30 Prozent senken. Die Branche gewann seit der Liberalisierung trotz Wirtschaftskrise leicht an Umsatz. Dennoch setzte sich der Schweizerische Buchhändler und Verleger-Verband SBVV mit dem Argument der Kulturförderung für die Wiedereinführung der Buchpreisbindung ein. Derzeit wird die Vorlage im Parlament behandelt. Gestern beschloss der Nationalrat, dass sämtliche Buchpreise wieder reguliert werden sollen; auch im Online-Handel. Damit müssten Konsumenten auch bei Bestellungen bei Amazon und anderen ausländischen Anbietern Schweizer Preise bezahlen. «Damit wären die Spiesse für alle wieder gleich lang», freut sich SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf. Er hofft, dass der Ständerat am 14. Dezember den Beschluss bestätigt.

Ganz anders der Migros-Buchhandel Ex Libris: «Für uns ist jede gesetzliche Preisbevormundung inakzeptabel», so CEO Daniel Röthlin. Ex Lib­ris will sich dem Preisdiktat nicht beugen. Vorderhand arbeitet die Migros-Tochter darauf hin, dass wenigstens der ausländische Onlinehandel ausgenommen wird. Ex Libris überlegt für diesen Fall, aus dem Ausland zu verkaufen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eleonore von Kauffungen am 07.12.2010 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Planwirtschaft funktioniert nicht!

    Es ist ein Unsinn, zu planwirtschaftlichen Massnahmen zu greifen. Der Schweizer Buchhandel braucht eine Systemkorrektur; im 21. Jahrhundert sind die Verkaufsstrukturen aus dem 19. Jahrhundert völlig obsolet. Da hilft auch kein temporärer Heimatschutz über staatlich verordnete Preisbindung. Wer nicht fähig ist, sich zu wandeln, geht unter. Der internationale Buchhandel kümmert sich nicht darum, ob über sie eine vermeintliche vermeintlichte Kulturförderung subventioniert werden soll. Preisbindung verlängert nur die Agonie heutiger und untauglicher Strukturen.

  • Anna Klee am 07.12.2010 02:45 Report Diesen Beitrag melden

    Im Sinne der Kundin und des Kunden?

    Meine Bücher bestelle ich online. Viele Bücher sind in den Buchhandlungen gar nicht vorhanden. Ich erspare mir also Zeit. Dass ich mehr zahlen soll, damit Buchhandlungen geschützt werden, ist ein schlechter Witz. Dann kaufe ich höchstens sehr viel weniger ein. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen und Politiker sollen lieber die Kunden schützen. Günstigere Bücher bei exlibris sind doch für mich als Kundin ein Riesenvorteil. Da erlaube ich mir eher mal ein Buch. Ansonsten verzichte ich und spare wieder mehr: mein Portemonnaie würde sich freuen, aber keine Buchhandlung.

  • Fragender EGON am 07.12.2010 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Der Nationarat soll lieber wichtige Sachen behandeln, anstatt mit Buchpreisen Zeit zu verlieren. Ich denke es gibt wichtigers zu besprechen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto G am 03.03.2011 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Aber sonst gehts

    Unglaublicher Protektionismus eines Marktes. Wenn Amazon mit einem Strafzoll belegt wird, kaufe ich künftig meine Bücher im Ausland vor Ort. Einfach nur noch lächerlich das Ganze.

  • Johanna am 03.03.2011 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Verlust vom Realitätssinn

    Kann irgend Jemand mich erklären wiese alle Bücher einen geseztlichen Preis haben sollen, und nicht z.B. CDs, DVDs, Kinobesuche Autos oder Kleider.... Und wie geht es mit im Ausland gekaufte Bücher? Gibt es jetzt an der Grenze ein zusätzliche Beamte, der die Preisdifferenz einkassiert? Irgendwie hat hier jemand die Realität verpasst. Sollten wir nicht nur Schweizer SchriftstellerInnen und andere Kulturschaffenden unterstutzen? Es erinnert mich an das alte Sozialismus, und das hat man ja bekanntlich begraben. Also hier sollte wirklich mal ein Referendum kommen.

  • Bücherwurm am 03.03.2011 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Prediger des freien Marktes jetzt?

    Lernt Ihr denn nie aus den Fehler der Vergangenheit wie Bierkartell, Versicherungskartell, etc. etc. Uerall wo Preisbindungen eingeführt worden sind ging die Inovativität verloren und schlussendlich waren die Betriebe nicht mehr konkurrenzfähig. Schaut was es Euch gebracht hat... Gerade beim Bier. Die geschützten Werkstätten, welche uns und die Wirte über Jahre abgezockt haben gehören jetzt ausländischen Firmen. Seit der Markt frei ist, kann man von kleinen Bierbrauern echtes CH-Bier kaufen. Das gleiche macht ihr jetzt mit dem Buchmarkt!

  • Erika am 09.12.2010 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    ... die menschheit verblödet!!!!

    ... die politiker sollen entscheiden ob mit dieser vorlage, die menschheit weniger bücher kauft (vorallem jugendliche) und direkt vor den TV-Kasten, playstation usw. getrieben wird - und dort vollkommen verblödet!! und dann wird gejammert, wieviele doch nicht richtig lesen können, demzufolge keine arbeit finden und dafür werden dann wieder millionen für nachhilfestunden, weiterbildungen auf kosten der steuerzahler investiert... die sollen doch mal drei schritte weiter denken als immer nur das klingeln in der kasse zu hören!

  • Avalon am 08.12.2010 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ne danke!

    Muss doch jeder Buchhändler selber wissen, wieviel er für die Bücher haben will. Muss denn alles vom Staat geregelt werden?