Traum vom eigenen Haus

02. Juli 2014 14:39; Akt: 02.07.2014 14:39 Print

Bündner zahlen mehr Hypozinsen als Basler

von S. Spaeth - Je nach Grossregion offerieren die Banken unterschiedliche Hypozinsen. Am teuersten sind die Hypotheken derzeit in Graubünden, die Profiteure sind die Nordwestschweizer.

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Eigenes Haus, eigener Garten: Wohneigentum ist und bleibt der Traum vieler Schweizer. Nicht überall offerieren die Anbieter aber zu gleich guten Konditionen, wie eine Auswertung des Hypothekenvermittlers Moneypark zeigt. Die Firma hat mehrere hundert Offerten für Festhypotheken von Banken und Versicherungen vom Frühjahr 2014 ausgewertet. Dabei zeigt sich: Die durchschnittlich tiefsten Angebote für Laufzeiten zwischen zwei bis zehn Jahren gewährten die Anbieter in der Region Basel/Solothurn (1,595 Prozent – Region Nr. 4) gefolgt von der Region Ostschweiz (1,599 Prozent – Region Nr. 9). Am der anderen Ende der Rangliste liegt die Region Graubünden(Nr. 7) mit 1,655 Prozent.

Was auf den ersten Blick nach einem bescheidenen Unterschied im Kommastellenbereich aussieht, kann ins Geld gehen, wie ein konkretes Beispiel zeigt: So zahlt ein Basler für seine achtjährige Hypothek von einer Million Franken (Zinssatz 1,856 Prozent) jährlich 18‘560 Franken, der Bündner (Zinssatz 1,962 Prozent) hingegen 19‘620 Franken. Über die Gesamte Laufzeit macht dies einen Unterschied von 8480 Franken – Amortisation nicht berücksichtigt.

Wichtige Konkurrenzsituation

Dass die regionalen Unterschiede so stark ausfallen, hat selbst Moneypark-CEO Stefan Heitmann überrascht: «Einerseits sind die Risiken für die Banken sind nicht in jeder Region gleich gross. Andererseits spielt die Konkurrenzsituation eine grosse Rolle», sagt der Experte im Gespräch mit 20 Minuten. Basel/Solothurn profitiert von der verhältnismässig niedrigen Eigentümerquote und vom gesunden Markt. Will heissen: Die Banken versuchen die vielen verbleibenden «guten Risiken» mit günstigen Hypotheken ins Eigenheim zu locken.

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Und warum ist Graubünden so teuer? Das liegt zumindest teilweise am hohen Anteil von Ferienwohnungen. Finanzieren Banken Zweitwohnungen, steigt für sie in der Regel das Risiko. Grund: Gerät ein Kunde in finanzielle Schwierigkeiten, gibt er die Wohnung im Skigebiet rascher auf. Dieses höhere Risiko lassen sich die Anbieter laut Heitmann typischerweise mit einem Aufschlag von 0,1 bis 0,15 Prozent entschädigen. Kommt hinzu, dass die Banken für Finanzierungen von Ferienwohnungen 30 Prozent oder mehr Eigenkapital verlangen und bei der Tragbarkeit teils mit einem Zins von 6 statt 5 Prozent rechnen.

Zu viel Vertrauen in Hausbank?

Ein weiterer Grund für das hohe Durchschnittszinsniveau in Graubünden ist die ansässige Kantonalbank: «Sie geniesst im Kanton sozusagen eine Monopolstellung», sagt Heitmann. Die Bank hat laut Geschäftsbericht bei den Hauptbankbeziehungen der Kantonsbevölkerung einen Marktanteil von 47 Prozent – und diese vertrauen bei der Eigenheimfinanzierung darauf, dass die Hausbank das beste Angebot macht. «Gibt es in einer Region nur bescheidene Konkurrenz oder wenig preissensible Kunden, gelingt es den Banken höhere Margen durchzusetzen», sagt Heitmann. Bei Hypotheken als überdurchschnittlich preissensibel sind laut Heitmann die Romands.

Trotz der erheblichen Unterschiede bei den Durchschnittszinssätzen muss es nicht heissen, dass in der teuren Region keine attraktiven Offerten zu finden sind. Heitmann plädiert für einen Vergleich der Offerten durch unabhängige Spezialisten, mindestens aber das Einholen von drei bis vier Offerten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gr78 am 02.07.2014 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    graubünden ist sehr teuer

    graubünden hat überall die höheren preise! leider! sogar einen vw bekommt man in der westschweiz 5000.- günstiger.

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  • Wolfram am 02.07.2014 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ueber alle Zweifel erhaben ist auch

    die KB nicht mehr. Sehr agressive Politik in Bezug auf Kunden behalten und an sich binden. Verlangen aber für Beratungsgespräche Geld. hmmmmm. Ohne mich. Zum Glück gibts noch andere Institutionen.

  • DiMaio am 02.07.2014 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Idee

    Es wäre viel besser, dass man gleich so viel Zinsen in allen Kantonen zahlen könnte. Aber so viel wie im Kanton Basel-Stadt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sich fragender am 03.07.2014 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nordwest-CH

    Also von einem gesunden Markt kann man in der Nordwestschweiz nicht reden. Die Eigentümerquote ist nur so tief weil die Immobilien so teuer sind. Kleine Eigentumswohnungen für über 1 Mio.

  • Luisa am 03.07.2014 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HB aus GR

    Was haben denn alle? Die Zinsen in GR sind nicht so hoch wie im Artikel beschrieben! Habe Haus in Kanton LU und GR: Festzins GR: 0.80 % und LU 1.3%. !!

  • Andi Notter am 02.07.2014 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Alle wollen Wohneigentum. Kein Wunder. Ohne Wohneigentum in der Schweiz: Keine eigene Waschmaschine, kein warmes Wasser nach Mitternacht. Zudem: in der Wohnung darf man fast nichts verändern, ewiges Gestürm wenn mal was kabutt ist, etc. etc. Man wohnt wie ein Landstreicher!

  • Cello am 02.07.2014 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GR

    ....erhält ja nicht umsonst über 244 Mio. !!!vom Finanzausgleich NFA!

  • gr78 am 02.07.2014 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    graubünden ist sehr teuer

    graubünden hat überall die höheren preise! leider! sogar einen vw bekommt man in der westschweiz 5000.- günstiger.

    • thurgauer am 02.07.2014 22:10 Report Diesen Beitrag melden

      Aha ...

      darum sehen wir immer so viele Fahrzeuge mit GR-Nummern in Konstanz :-)

    • charly am 02.07.2014 23:20 Report Diesen Beitrag melden

      @ thurgauer

      In Konstanz sind aber noch viel mehr TG-Nummernschilder zu sehen.

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