Flughafen Zürich

25. Juli 2018 10:48; Akt: 25.07.2018 12:10 Print

Bund ergreift Massnahmen gegen Fluglärm

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) will den Fluglärm in der Nacht eindämmen und Verspätungen reduzieren. Der Flughafen wird den Entscheid prüfen.

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Am Flughafen Zürich wird die Anzahl Zeitfenster für Landungen und Starts am Abend auf dem heutigen Stand eingefroren. Zum ersten Mal hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) somit Massnahmen gegen den Fluglärm in der Nacht angeordnet.

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Anlass zu den Massnahmen geben Untersuchungen aus dem Jahr 2016, wie das Bazl am Mittwoch mitteilte. Diese zeigten, dass die zulässige Lärmbelastung in der ersten und zweiten Nachtstunde (von 22 Uhr bis Mitternacht) teilweise erheblich überschritten wurde.

Pünktlichkeit erhöhen

Davon betroffen sind vor allem die Kantone Aargau, Schaffhausen und Gebiete des Kantons Zürich. Damit die Lärmbelastung nach 22 Uhr nicht weiter ansteigt, hat das Bazl die Anzahl Slots (Zeitfenster für Landungen und Starts) für Landungen ab 21 Uhr und für Starts ab 22.20 Uhr auf den heutigen Stand begrenzt.

Dies hat zur Folge, dass die neuen Schnellabrollwege ab Piste 28, die demnächst in Betrieb genommen werden, nicht zur Erhöhung der Kapazität, sondern ausschliesslich zur pünktlicheren Abwicklung der Landungen ab 21 Uhr genutzt werden. Zudem sollen die Verspätungen nach 23 Uhr reduziert werden.

Flughafen enttäuscht

Der Flughafen Zürich bedauert den Entscheid. Zwar sei es positiv, dass es sich um eine Plafonierung und nicht um eine Reduktion handelt, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Doch mit der Plafonierung würden auch die Entwicklungsmöglichkeiten des Flughafens beschnitten. Gerade für interkontinentale Flüge und deren Anschlüsse ans europäische Netz möchte der Flughafen flexibler sein.

Der Flughafen Zürich wird den Entscheid nun prüfen, wie die Sprecherin sagte. Die Beschwerdefrist läuft bis Mitte August.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ursi am 25.07.2018 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ich wohne im Zürcher Unterland und empfinde den Lärm nicht umbedingt als störend. Man gewöhnt sich daran, und die Flugzeuge beim Sonnenuntergang in Rümlang zu beobachten ist wahnsinnig schön

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  • Diplomat am 25.07.2018 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizerische Gesetzregelung

    Dies ist wirtschaftlich ein totaler Schaden. Die Beschwerden von Anwohner kann ich ja verstehen - doch muss man auch nicht in die Nähe eines Flughafens ziehen, wenn man geräuschempfindlich ist. Der Flughafen sollte 24/24 funktionieren; so wie alle grossen Flughäfen der Welt.

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  • Zür Cher am 25.07.2018 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einmischung

    Bern hat offenbar noch immer nicht gemerkt, dass es ohne die Mrd.-hohen Finanzausgleichszahlungen aus Zürich schon längst pleite wäre..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Flights am 26.07.2018 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    I love Fluglärm

    Bei uns fliegen die Flugzeuge direkt über unserem Haus, gegen Abend ist auch ein A380 der Emirates dabei. Es macht Lärm, ja. Trotzdem stört mich das nicht. Erstens liebe ich das Fliegen & schaue den Fliegern sehr gerne zu, und zweitens kann man doch Ohropax reintun wenn man so geräuschempfindlich ist... Mich stören mehr die Kinder die derzeit bis fast Mitternacht vor unserem Schlafzimmerfenster lärmen, herumrennen und schreien, weil SIE Ferien haben. Nach 22h sollte auch in meiner Wohngegend Ruhe herrschen, nicht alle haben jetzt einfach 5 Wochen Ferien

    • Lea am 29.07.2018 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Flights

      Man kann ja Oropax reintun, gegen den Kinderlärm.

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  • Europäer am 26.07.2018 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Wege für Europa

    Es ist Zeit für Swissmetro bzw. Eurometro. Damit kann ein Grossteil des europäischen Flugverkehrs auf ein umweltfreundliches Transportsystem verlegt werden. Das wäre ein wirklich zukunftsgerichteter Schritt in der festgefahrenen Verkehrs- und Umweltpolitik. Es brauchen nicht 1000 km/h zu sein. Schon 4-500 km/h würden reichen.

  • LM AA am 26.07.2018 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wurde auch Zeit

    Wenn ich jeden abend jeweils um 23:00 Uhr an den ruhig gelegenen Villen der Grossverdiener bei der Swissair mit meiner Harley vorbeiknatterte, wären die bestimmt damit nicht einverstanden. Einen ruhig gelegenen Wohnsitz, mögen sich diese Personen umso besser leisten, umso mehr sie anderen Leuten derartigen Lärm zumuten dürfen.

  • David am 26.07.2018 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es bringt nichts!

    Der Bund wird sich vor den Lobbyisten beugen. Das Geld regiert!

  • b.w. am 26.07.2018 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich...

    ...es wurde langsam Zeit, dass Zürich Grenzen aufgezeigt wird. Der Hub-Ausbau war von Anfang an eine Schnapsidee. Ein kleines Land braucht nicht soviele Flugzeuge die hier nur zwischenlanden. Dies alles nur wegen der Gebühren. Proditgier auf Kosten von Mensch und Umwelt.