Haushalt 2011

15. Februar 2012 13:12; Akt: 15.02.2012 15:54 Print

Bund macht 1,9 Milliarden Franken Plus

Alle Jahre wieder: Nach einem angekündigten Defizit von 600 Millionen Franken resultiert für die Schweiz ein Budget-Überschuss von 1,9 Milliarden Franken.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Bundeshaushalt schliesst das Jahr 2011 mit einem Überschuss von 1,9 Milliarden Franken ab. Nach Abzug der ausserordentlichen Ausgaben bleiben 200 Millionen Franken in der Kasse. «Ein schönes Ergebnis», sagte Finanzministerin Eveline Widmer- Schlumpf.

Dies gilt umso mehr, als für 2011 ein Defizit von 600 Millionen Franken budgetiert war. Zu Stande gekommen ist der Überschuss dank höherer Einnahmen und grosser Budgetdisziplin: Ganze 700 Millionen Franken, die im Budget eingestellt waren, wurden nicht ausgegeben. Gründe waren laut Widmer-Schlumpf die tiefere Zinslast oder verzögerte Projekte, etwa der Kampfjet-Kauf.

1,8 Milliarden Franken mehr als erwartet

Die Einnahmen liegen 1,8 Milliarden Franken höher als erwartet. 1,2 Milliarden davon stammen aus der Verrechnungssteuer - trotz der Ausfälle wegen der Unternehmenssteuerreform II, wie Widmer-Schlumpf am Mittwoch vor den Bundeshausmedien betonte. Nach den krassen Fehlprognosen der letzten Jahre hatte die Finanzministerin genauere Berechnungen versprochen. «Wir sind mit der Budgetierung noch nicht genau dort, wo wir gerne wären», musste sie aber eingestehen.

Bei ordentlichen Einnahmen von 64,2 und ordentlichen Ausgaben von 62,3 Milliarden Franken resultierte schliesslich ein Überschuss von 1,9 Milliarden Franken. Dieser erlaubte es, die ausserordentlichen Ausgaben zu decken.

Unter anderem musste der Bund für den Sanierungsbeitrag an die Pensionskasse der SBB und eine erneute Einlage in den Infrastrukturfonds 2 Milliarden Franken ausgeben. Zudem galt es, die Massnahmen gegen die Frankenstärke im Umfang von 800 Millionen Franken zu finanzieren.

Sparen für Armee

Mit Überschüssen soll es nun aber vorbei sein, wie Widmer- Schlumpf sagte. Für 2013 erwartet sie ein Defizit von 100 Millionen Franken. Gemäss dem am Mittwoch verabschiedeten Finanzplan 2014-2016 wächst der Fehlbetrag danach auf 800 Millionen Franken pro Jahr. Grund sind vor allem die höheren Ausgaben für die Armee, nicht zuletzt zum Kauf neuer Kampfjets.

Widmer-Schlumpf hatte darum schon Anfang Februar ein Sparprogramm über 750 Millionen Franken ab 2014 in Aussicht gestellt. Das sei eine «grosse Herausforderung». Der Bundesrat werde aber bereits in den nächsten Wochen definieren, wo gespart werden solle. Nach ersten Plänen wird in allen Departementen gespart. Konkrete Vorschläge sollen bis im Sommer auf dem Tisch liegen.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bibi am 15.02.2012 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungewöhnliche Ausgaben...

    ...von 1.9 Milliarden? Was war denn so ungewöhnlich teuer?

    einklappen einklappen
  • Denker am 15.02.2012 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Super Ergebnis.

    Wir wollen aber nicht vergessen, dass das kein Verdienst von BRWS ist. Sondern sie erntet nur die Lorbeeren.

  • elsi am 15.02.2012 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Für das Volk

    dann gebt uns doch etwas retour :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Echo vom Pflanzblätz am 17.02.2012 03:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ich sehe schon ...

    a/ die Begehrlichkeiten, die von linker Seite erhoben werden und b/ das "Einnahmen-/Finanzloch" in wenigen Monaten !

  • Supermario am 16.02.2012 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Zinskosten können sich schnell ändern

    Schuldzinsen. All die ewigen Mäkler reden davon, dass ein Schuldenabbau bei den aktuellen Zinsen gar nichts oder nur wenig ausmacht. Die vergessen alle, dass die Zinsen nur so tief sind, weil unser Land eben kreditmässig so gut dasteht. Sollte sich das mal ändern - eben weil gleich auch alles wieder verteilt wird - müsste vielleicht auch der Bund deutlich höhere Zinsen zahlen. Nur 1% mehr Zins auf allen öffentlichen Schulen (gesagt wurde glaub ich 200 Mrd) macht dann logischerweise bereits 2 Mrd mehr Zinskosten aus!

  • Harry am 15.02.2012 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    In Bern wird gewurstelt

    Und jetzt wäre mal eine zünftige Bundessteuersenkung an der Tagesordnung. Bevor das Geld in den EU-Schlund gesteckt wird!

  • Daniel Huber am 15.02.2012 23:19 Report Diesen Beitrag melden

    Für ÖV im Osten!

    Ich erwarte, dass bei uns im Osten endlich einmal der ÖV von Norden in Süden ausgebaut wird. Es kann nicht sein, dass ich von Buchs SG bis Lugano 3.5 Stunden benötige und mit dem Auto 2 Stunden. Es soll endlich ein Tunnel gebaut werden, damit ein Zug von St. Gallen nach Lugano fahren kann. Heute muss man Auf Busse umsteigen und über Pässe fahren. Ein Elend obwohl wie eine schöne Gerade nach Unten haben.

  • Mydland am 15.02.2012 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Betrug und Skandal

    der gröste Gauner ist Staat, Alles Zahlt der Kleine Mann, alles wird teuerer, Autobahnwignete, Krankenkasse, Bezin, Gebühren usw usw, und überall kasiert der Staat mit.