Krankenkasse

25. November 2019 14:30; Akt: 25.11.2019 16:41 Print

Bund bekämpft gefaktes Prämienrechner-Portal

Die Website einer Makler-Firma sieht aus, als ob sie zum Bund gehört. Jetzt hat der Bund genug und fordert, dass die Seite gelöscht wird.

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Noch bis zum 30. November kann die Krankenkasse gewechselt werden. Es bleibt nur wenig Zeit, um die Prämien zu vergleichen. Prämienrechner bieten eine schnelle Lösung, etwa Priminfo, der offizielle Prämienrechner des Bundes.

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Bei der Google-Suche nach dieser Seite taucht oft die Seite Krankenkassenadmin.ch auf. Die Plattform sieht der offiziellen Seite verblüffend ähnlich. So endet die URL der Seite auf «admin.ch», genauso wie die offiziellen Websites des Bundes. Auch das Logo ist mit einem Schweizer Kreuz versehen. Doch die Website wird nicht vom Bund, sondern von einer Luzerner Maklerfirma SSM Partner betrieben.

Seriosität vorgegaukelt

Konsumentenschützer bezeichneten das Vorgehen der Luzerner Firma gegenüber 20 Minuten als dreist: Mit der vermeintlichen Zugehörigkeit zum Bund gaukle man den Konsumenten Seriosität vor. Das Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sagte im September noch, dass es keinen dringenden Handlungsbedarf sehe. Denn die Verwendung von Schweizer Kreuzen und «admin» in der URL sei grundsätzlich nicht verboten.

Das hat sich nun geändert: Das BAG hat die Betreiber jetzt aufgefordert, die Seite zu löschen, wie SRF mitteilt. «Nach eingehender Prüfung sind wir der Ansicht, dass diese Seite irreführend ist», sagte ein Mediensprecher zu SRF sagt. Ob die Seite gelöscht wird, steht aber noch aus, denn die Betreiber haben noch nichts bestätigt.

Kreuz an ganz anderer Stelle

So stritt Davide Spadea, Geschäftsführer von SSM Partner die Vorwürfe gegenüber 20 Minuten ab: Er könne sich «beim besten Willen nicht erklären, wer auf die Idee kommen könnte, dass Krankenkassenadmin.ch der offizielle Webauftritt des BAG sein sollte». So befinde sich das Schweizer Kreuz auf der Website an einer ganz anderen Stelle als beim BAG. Und: Bei der Kontaktaufnahme gebe man sich immer als SSM Partner zu erkennen.

Die Aufforderung des BAG sei bei der Firma eingegangen, so Spadea zu und «wird aktuell von unserem Rechtsdienst geprüft». Ob die Seite gelöscht wird, kann im Moment noch nicht beantwortet werden. Die Frage werde noch juristisch geprüft.

(bsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Ironiker am 25.11.2019 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sofortiges Werbeverbot

    Es braucht ein sofortiges Werbeverbot für die ganze Gesundheitsbranche. Weder Werbung, Provisionen noch Kick-Backs sollen gezahlt werden dürfen. Diese dienen alleine zur Bereicherung, und dies darf in der sonst schon überteuerten Gesundheitsbranche einfach nicht sein. Die Krankenkassen, Pharmakonzerne, Ärzte etc. können auch durch guten Service, Arbeit und Produkte neue Kunden gewinnen.

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  • J.J. am 25.11.2019 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Die Makler schaufeln Kohle wie Heu

    Man würde sich lieber die Provisionen der Makler ansehen, welche die Krankenkassen bezahlen. Klar steigen unsere Prämien, wenn die Makler über CHF 1000.- pro Vertrag erhalten!!!

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  • Jack am 25.11.2019 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BAG !?

    Spielt alles keine Rolle. Ob Schweizer Kreuz dort oder hier, ob Admin oder BAG in URL oder nicht ... design, funktion und sinn führen zu einer Täuschung, welche dafür Bestimmt ist Geld zu verdienen. Somit nach StGB .... Täuschung mit Bereicherungsabsicht. Kurz : Vorsätzlicher Betrug. Erstaunlich. Und dagegen wollte das BAG zuerst nicht vorgehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D.Nigsch am 26.11.2019 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ösi mit C

    wird endlich zeit das es eine neu Staatliche Krankenkasse gibt die in % vom Bruttolohn abgezogen wird, wie z.B. in österreich ,so dürfen die Grossverdiener ,auch Ihren gerechten Beitrag zahlen , bzw. dürfen auch die Krankenkassen Bediensteten weniger Boni abkassieren

    • Mikro am 26.11.2019 22:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Krankenkassen

      TV-Sendehinweis: "Multiresistente Keime", heute, Themenabend auf ZDF

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  • J.P. am 26.11.2019 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Mit solchen Firmen arbeiten die Kassen

    Das dieser Broker solche Maschen nutzt um an Kundendaten zu kommen ist ja das eine. Dieser Broker ist nun mehrmals in den Medien wegen angeblicher Irreführung... Wieso arbeiten Helsana, Visana und Co. überhaupt mit solchen Maklern? Vor allem würde ich gerne wissen, was mit all diesen gesammelten Daten auf dieser Webseite nun geschieht...

  • Piri am 26.11.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kündigungsfrist

    Dieses Jahr nur bis 29.11.2019 und nicht bis 30.11.

    • Brianna am 26.11.2019 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Piri

      Falsch: Wenn du es per Mail oder Fax sendest und es am 30.11. ankommt dann geht es.

    • DS am 26.11.2019 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brianna

      Hallo Brianna, Deine Antwort ist nur zum Teil korrekt. Nicht alle Kassen akzeptieren die Kündigung per Email. Die meisten wollen eine physische Kündigung im Original. Das Fax muss zu Geschäftszeiten eintreffen und am Samstag 30. November haben vermutlich alle Kassen geschlossen. Aber auch hier gilt zur Sicherheit am 29. das Fax zu senden und das Original per A-Post Plus nachzureichen. Kündigungen per Einschreiben sind in Theorie nur sieben Tage vor dem 29. November gültig. Denn erst nach sieben Tagen gilt ein Einschreiben gesetzlich als zugestellt.

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  • Artan am 26.11.2019 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Firmensuche Impressum - nicht der Bund

    Falls es hilft: Ergebnis der formen suche SSM Partner AG, in Ebikon, CHE-488.322.203, Aktiengesellschaft (SHAB Nr. 44 vom 03.03.2016, Publ. 2701281). Eingetragene Personen neu oder mutierend: Selmanaj, Artan, von Dagmersellen, in Rothrist, Mitglied des Verwaltungsrates, mit Kollektivunterschrift zu zweien [bisher: in Reiden, Mitglied, mit Kollektivunterschrift zu zweien]; Spadea, Davide, von Nebikon, in Ebikon, Mitglied des Verwaltungsrates, mit Kollektivunterschrift zu zweien [bisher: in Hochdorf, Mitglied, mit Kollektivunterschrift zu zweien].

  • Frtz am 26.11.2019 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Das BAG

    würde sich lieber mal um die Medi-Preise kümmern. So ein Saftladen. Würde mich schämen, dort zu arbeiten.

    • Peter Lanz am 26.11.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Frtz

      Ein guter Teil der BAG Mitarbeitenden schämt sich mittlerweile für diese politische Führung zu arbeiten. Man sieht das jeweils sehr gut an den LinkedIn Profilen. Gehts auf Stellensuche, wird das BAG als Arbeitsgeber aus den Profilen entfernt ...

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