Lehman-Pleite

08. Mai 2012 17:37; Akt: 08.05.2012 17:37 Print

Bundesgericht stützt Credit Suisse

Die Genossenschaft Suissimage muss fast 3 Millionen Franken ans Bein streichen, die die Credit Suisse für sie in Anlageprodukte der Lehman Brothers investiert hatte.

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Credit Suisse muss nicht für die Lehman-Pleite gerade stehen.

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Die Credit Suisse haftet gegenüber der Urheberrechte-Verwerterin Suissimage nicht für deren Millionen-Verlust mit Anlageprodukten der Lehman Brothers. Das Bundesgericht hat bestätigt, dass die Bank ihre Informations- und Sorgfaltspflichten nicht verletzt hat.

Suissimage, die Urheberrechte-Verwerterin für audiovisuelle Werke, hatte im Juli 2005 über die Credit Suisse (CS) für 3 Mio. Fr. das Anlageprodukt CPU Plus der Lehman Brothers erworben. Nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank 2008 konnten die Papiere nur noch für 90 000 Fr. verkauft werden.

2,9 Millionen Franken verloren

Die Genossenschaft Suissimage klagte in der Folge gegen die CS auf Ersatz ihres Schadens von 2,91 Millionen Franken. Suissimage warf der CS vor, ihre Aufklärungs- oder Informationspflicht verletzt zu haben. Sie begründete dies damit, dass die CS nicht über das Emittentenrisiko und über die «Auslandrisiken» aufgeklärt habe.

Das Zürcher Handelsgericht wies die Klage 2011 ab. Suissimage gelangte ans Bundesgericht, ist nun aber auch dort erfolglos geblieben. Die Richter in Lausanne bestätigen zunächst die Ansicht ihrer Zürcher Kollegen, dass es sich beim Emittentenrisiko um ein übliches Risiko handelt, über das Anleger nicht speziell aufgeklärt werden müssen.

Pleite auch für CS überraschend

Das gelte auch, wenn es sich wie hier um ein strukturiertes Anlageprodukt handle. Erfolglos blieb weiter der Einwand von Suissimage, dass die CS nicht über die «zahnlose Aufsicht» über Investmentbanken in den USA informiert habe. Schliesslich hat die CS gemäss dem Urteil auch ihre Warnpflicht nicht verletzt.

Bei einer Anlageberatung, die ausserhalb einer eigentlichen Vermögensverwaltung erfolge, kann der Kunde laut Bundesgericht ohne anderslautende Vereinbarung grundsätzlich nicht erwarten, dass die Bank das Wertschriftendepot dauernd überwacht und ihn gegebenenfalls auf Gefahren hinweist.

Eine Ausnahme gelte nur bei offensichtlichen Problemsituationen. Nachdem der Zusammenbruch der Lehman Brothers aber auch für die CS überraschend gekommen sei, könne nicht von einem offensichtlichen Fall gesprochen werden. Daran ändere auch nichts, dass die CS kurz vor der Lehmann-Pleite deren frühere Finanzchefin eingestellt habe.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Armin Tscharner, Rothenbrunnen am 08.05.2012 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gleich und Gleich

    Bundesgerich kann nicht anders, es muss sich an die korrupten Banken halten. Tolle Leistung unserer super Rechtler von Laussanne.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Armin Tscharner, Rothenbrunnen am 08.05.2012 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gleich und Gleich

    Bundesgerich kann nicht anders, es muss sich an die korrupten Banken halten. Tolle Leistung unserer super Rechtler von Laussanne.