Taxi-Schreck

07. September 2014 16:36; Akt: 08.09.2014 15:14 Print

Bundesrat soll Taxidienst Uber überprüfen

Die Taxibranche drängt mit einem Vorstoss an den Bundesrat. Sie fordert, dass der alternative Fahrdienst Uber den gleichen Regeln unterstehen soll wie Taxis.

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Uber analysierte die Fahrten seiner Kunden in sechs grossen US-Städten und zog damit Schlüsse auf deren Sexualverhalten. Hier im Bild der Hauptsitz des Fahrtendienstes in San Francisco. Eine parlamentarischer Vorstoss an den Bundesrat soll erwirken, dass die Schweizer Regierung den alternativen Fahrdienst Uber den gleichen Regeln unterwerfen würde wie herkömmliche Taxis. Die Uber-Taxis fahren in der Schweiz rund 30 bis 40 Prozent günstiger als die herkömmlichen Anbieter. Im Bild: Uber-Schweiz-Chef Rasoul Jalali. Wie viel kostet Taxifahren mit traditionellen Anbietern in verschiedenen Schweizer Städten? Laut einer Analyse des Zürcher Taxiverbandes ist es die Stadt Baar. Die Referenzfahrt von 4 Kilometern und 5 Minuten Wartezeit kostet dort 34 Franken. Auf Rang 2 liegt Thun, wo die Referenzfahrt 31.20 Franken kostet. Untersucht hat der Taxiverband die Tarife in zwölf Deutschschweizer Städten. Auf Platz 3 klassiert sich Zug. Die Taxifahrt kostet 31 Franken. Die günstigsten Tarife im Test hat St. Gallen. Hier kostet die Fahrt 20.60 Franken. Zur günstigeren Hälfte im Vergleich gehört auch die Stadt Zürich. Die 4-Kilometer-Fahrt schlägt inklusive Wartezeit von 5 Minuten mit 26.95 Franken zu Buche. In Basel kostet die Fahrt laut Taritarifordnung 27.55 Franken. Die kleinen Mini-Cab-Taxis fahren für 25.45 Franken. In Luzern kostet die Taxifahrt im Test 26.70 Franken. Zu den günstigeren Städten für Taxipassagiere gehört auch Chur: 27.40 Franken kostet hier die Referenzfahrt. In der Stadt Bern schlägt die Fahrt mit 28.40 zu Buche. Die Preise des Zürcher Taxiverbandes beziehen sich auf eine Erhebung vom Januar 2014.

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Der Markteintritt des Taxidienstes Uber mutiert zu einem Politikum. In Absprache mit dem Nutzfahrzeugverband Astag und dessen Fachgruppe Taxisuisse will der Solothurner SP-Ständerat Roberto Zanetti demnächst eine Interpellation an den Bundesrat einreichen. Darin fordert Zanetti nicht ein Verbot, wie es etwa in Deutschland bereits in Kraft getreten ist. Dort hat das Frankfurter Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, die es dem amerikanischen Start-up untersagt, über das Angebot «Uber Pop» private Fahrer via Smartphone zu vermitteln.

Taxisuisse und Zanetti zielen vielmehr darauf ab, das Unternehmen und ihre Fahrer den gleichen Regeln zu unterstellen wie herkömmliche Taxianbieter, schreibt die «NZZ am Sonntag».

Gegen Kannibalisierung

«Es darf nicht sein, dass das heimische Taxigewerbe durch Billigstkonkurrenz kannibalisiert wird», sagt Zanetti der Zeitung. Diese Gefahr besteht, weil Uber mit einem neuen und ungleich schlankeren Geschäftsmodell arbeitet: Ein Taxiunternehmer benötigt für seine Dienste in der Regel eine Konzession, zudem hat es Kosten für Fahrzeuge, Versicherungen, Löhne und Sozialabgaben der Fahrer.

Uber hingegen vermittelt via App auf dem Mobiltelefon lediglich externe Fahrer, die wiederum nicht mehr brauchen als die Fahrprüfung für gewerbsmässigen Personentransport und einen Taxameter. Dementsprechend ist eine Fahrt mit Uber 30 bis 40 Prozent günstiger als im herkömmlichen Taxi.

Zanetti und Taxisuisse wollen darum nun vom Bundesrat wissen, wie er sich generell zum Markteintritt von Taxis-Schreck Uber und anderen neuen Anbietern im Taxi- oder Limousinen-Service stellt. Sie fordern indirekt, dass die Regierung sicherstellt, dass punkto Ruhezeiten, Arbeitsbedingungen und Fahrzeugsicherheit für alle Anbieter dieselben Bedingungen gelten. Eine Idee, wie dies zu bewerkstelligen wäre, haben Zanetti und Taxisuisse bereits in petto: mit der Einführung einer eidgenössischen Berufszulassung für alle Taxidienste.

Keine Angst vor Ordnungsstrafen

Offen bleibt, wie Uber darauf reagiert. In Frankfurt etwa hat sich das Unternehmen schlicht über das Verbot hinweggesetzt und stattdessen verkündet, dass es «seine Tätigkeit in ganz Deutschland fortführen» werde. Fortschritt lasse sie nicht ausbremsen, so die Begründung. Dafür nimmt Uber sogar Geldstrafen von bis zu 250'000 Euro in Kauf, die jedes Mal fällig werden, wenn ein Uber-Fahrer einen Fahrgast aufnimmt und dies vor Gericht belegbar ist.

(cls)

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