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07. März 2011 16:02; Akt: 07.03.2011 16:57 Print

Bundesrat will Geld von der Skandal-Tochter

Der Bundesrat macht Druck auf die italienische Swisscom-Tochter Fastweb. Erwartet wird Gewinn.

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Der Bundesrat erwartet von der italienischen Swisscom-Tochter Fastweb, dass sie für die Swisscom wieder Gewinne erzielt. Der Bundesrat verlangt, dass die Auslandsbeteiligungen der Swisscom einen Beitrag zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts leisten.

Der Bundesrat erwarte, dass dieses Ziel mittelfristig erreicht werde, sagte Fernmeldeministerin Doris Leuthard im Rahmen der Fragestunde des Nationalrats. Die Verantwortung dafür liege aber allein beim Verwaltungsrat und dem Management, sagte sie in ihrer Antwort auf eine Frage von SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo (LU).

Zurzeit sei der Bund daran, die Ergebnisse 2010 der Swisscom zu prüfen. Ohne dem Ergebnis vorzugreifen, könne festgestellt werden, dass Fastweb 2010 anders als in den Vorjahren keinen Beitrag dazu geleistet habe, Umsatzverluste der Swisscom im Inlandgeschäft auszugleichen.

70 Millionen Euro Rückstellungen

Drei Faktoren führten laut Leuthard zu diesem Ergebnis: Einerseits ist Fastweb im letzten Jahr nur um 1,5 Prozent gewachsen statt der im Businessplan vorgesehenen 6,5 Prozent. Negativ wirkte sich auch das derzeit ungünstige Wechselkursverhältnis zwischen Franken und Euro aus.

Zudem musste die Swisscom wegen des laufenden Mehrwertsteuerverfahrens gegen Fastweb 70 Millionen Euro Rückstellungen vornehmen.

Nach der Überprüfung der Rechnung will der Bundesrat laut Leuthard wie üblich die Lage genau beurteilen und seine Einschätzung gegenüber den parlamentarischen Aufsichtskommissionen darlegen.

Die Swisscom hatte Mitte Februar für das letzte Geschäftsjahr einen Reingewinn von 1,786 Milliarden Franken vermeldet, 7,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Tochter Fastweb selber erwirtschaftete einen Verlust von 72,4 Mio. Euro.

(sda)