Überproduktion

20. Februar 2011 22:38; Akt: 20.02.2011 21:24 Print

Butterberg wächst bald auf 14 000 Tonnen

von Hans Peter Arnold - Schweizer Bauern produzieren viel zu viel Butter. Die Kühlhäuser platzen aus allen Nähten. Um den Butterberg abzubauen, verlangt die Branche noch mehr Geld vom Staat.

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7311 Tonnen; so viel Butter lagert in Schweizer Kühlhäusern. Das entspricht dem Gewicht von 17 Airbussen des Typs A380. Der Butterberg ist heute 52 Prozent grösser als vor einem Jahr. Weil die Milchproduktion jeweils saisonal bis Juni stark ansteigt, dürfte die gelagerte Buttermenge bereits in vier Monaten nochmals doppelt so hoch sein.

Schuld an der Misere ist laut Markus Zemp, Präsident der Branchenorganisation Milch, der Trend zu Magerkäse, Milch mit weniger Fett und sogar Vollrahm mit reduziertem Fettanteil. Da die heutigen Kühe noch nicht auf Knopfdruck Magermilch produzieren können, bleibt die Überproduktion das Hauptproblem (siehe Info-Box).

Nun muss die Politik ran: Morgen berät die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Ständerats darüber, ob Milchbauern bestraft werden sollen, die seit der Markt-Liberalisierung im Jahr 2009 mehr Milch abgeliefert haben. Die Mehrproduktion soll um bis zu 30 Rappen belastet werden.

Albert Rösti, Direktor vom Verband der Schweizer Milchproduzenten, meint: «Einzig der Export kann die Überkapazitäten reduzieren.» Neue finanzielle Mittel sollen helfen, die rund um die Hälfte tieferen Preise im Ausland auszugleichen. Alle Milchproduzenten sollen dazu beitragen; speziell jedoch die Verursacher der Mehrproduktion. Rösti erklärt weiter: «Deshalb wollen wir aber nicht zurück in die Zeit der Milchkontingentierung.»