4000 Stellen weg

04. Februar 2016 10:55; Akt: 04.02.2016 15:29 Print

CS-Banker fürchten sich vor Massenentlassungen

Die Credit Suisse streicht wegen eines Milliardenverlusts Tausende Jobs. In der Schweiz sind rund 1600 Stellen betroffen. Die Aktie der CS fiel um über 11 Prozent.

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Credit-Suisse-CEO Thiam lässt 4000 Stellen abbauen.

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Die Credit Suisse schreibt für das Jahr 2015 einen Verlust von 2,94 Milliarden Franken. Hauptgrund für die tiefroten Jahreszahlen sind Wertberichtigungen in der Investmentbank. Aber auch Restrukturierungskosten und weitere Rückstellungen belasten das Ergebnis.

Der bereits angekündigte Stellenabbau von rund 4000 Stellen soll schneller umgesetzt werden als geplant. Zum Abbau habe man sich wegen «des besonders schwierigen Umfelds» entschieden, sagte CS-Chef Tidjane Thiam. Betroffen vom Abbau sind neben den Mitarbeitenden auch Auftragnehmer und Berater. Gemäss Angaben vom Oktober fallen in der Schweiz 1600 Stellen weg.

Grosse Verunsicherung bei Mitarbeitern

«Kein CEO hat je jemanden gerne entlassen. Manchmal ist das notwendig zum Schutz der Firma», sagte Thiam vor Journalisten in Zürich. «Wir versuchen, den Abbau über natürliche Abgänge zu erreichen.» Ob das noch möglich ist, ist laut Analysten allerdings fraglich.

Laut dem Schweizer Bankenpersonalverband (SBPV) liegt es nahe, dass es statt des Abbaus über die natürliche Fluktuation zu Massenentlassungen kommen wird. «Wir fordern die CS auf, die geplanten Massnahmen den Mitarbeitenden und den Sozialpartnern offenzulegen», schreibt der Verband. Bei den Angestellten in der Schweiz herrsche wegen des Stellenabbaus eine «grosse Verunsicherung».

«Ich kann nicht täglich auf den Kurs schauen»

Die Aktien der CS gingen als Reaktion auf das Jahresergebnis am Donnerstagmorgen auf Talfahrt. Kurz vor Mittag notierten die CS-Papiere über 11 Prozent im Minus.

An der Pressekonferenz erklärte CS-Chef Thiam, dass er nicht verleugnen könne, dass der Aktienkurs gefallen sei. «Aber was ich tue, hat mit dem kurzfristig sinkenden Kurs nichts zu tun. Als CEO kann man nicht täglich auf den Kurs schauen. Man muss längerfristig denken. Es wäre ein Fehler, dem Geist der Kurzfristigkeit nachzugeben», so der Manager.

Analysten sprechen von einem Desaster

In Analystenkreisen zeigt man sich erschüttert, was die CS-Geschäftsentwicklung im Schlussquartal 2015 anbetrifft. Die Deutsche Bank spricht in einem Kommentar schlicht von «schwachen Resultaten» infolge eines schwachen Anleihen-Geschäftes und von Kostendruck. Bei Vontobel äussert man sich genau gleich, wobei hier die «enttäuschenden Kapitalquoten» speziell erwähnt werden.

Andere Analysten reden gar von einem «Desaster». Die Erträge seien dem Unternehmen regelrecht weggebrochen, heisst es etwa. Als «Fels in der Brandung» wird dabei einzig die Universalbank Schweiz gesehen. In allen anderen Geschäftszweigen seien dagegen die Ergebnisse deutlich schwächer als erwartet ausgefallen.

Weniger Boni

Sparen will die CS auch bei den Bonuszahlungen. Die total zu entrichtende variable Vergütung wurde im vergangenen Jahr um 11 Prozent gesenkt. So wurden für 2015 insgesamt variable Entschädigungen im Umfang von 2,9 Milliarden Franken gesprochen. Im Vorjahr waren der Belegschaft noch 3,3 Milliarden Franken zugesprochen worden, im Jahr 2013 gar 3,6 Milliarden Franken.

Zu den schwierigen Faktoren zählt die CS die Sorgen um die chinesische Konjunktur, den Einbruch der Ölpreise oder die gegenläufige Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken. Die beschlossenen Sparmassnahmen sollen die Fixkosten um jährlich 500 Millionen Franken senken.

Was CS-Chef Thiam an der Pressekonferenz gesagt hat, sehen Sie im Liveticker:

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(kwo/vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Nikolaus am 04.02.2016 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Boni?

    Ich frage mich warum Boni ausbezahlt werden. Wenn kein Gewinn gemacht wurde, ist doch kein Geld für Boni da. Also sollte die gesamte Führung inkl. alle höheren Kader keine Bonis erhalten. Für den kleinen Angestellten ist ein Boni in Ordnung, aber nicht für das überbezahlte Management.

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  • Ana Lyst am 04.02.2016 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Chef - gleiches Muster

    Das funktioniert immer nach dem gleichen Muster: Neuer Chef kommt und alles wird im 1. Jahr schlecht gemacht was vorher war und somit runterkorrigiert ("Wertberichtigungen"), dazu etwas Restrukturierungskosten und man entlässt ein paar Tausend Leute. Ab dem 2. Jahr sind dann die Zahlen "überraschenderweise" viel besser und "wer" glauben Sie erhält dann die Rosen respektive die fetten Boni? Genau der Superheld... der neue Chef! Wenn Sie jetzt als kleiner Anleger etwas Kohle machen möchten einfach einen Tip: CS Aktien jetzt kaufen... in 12 Monaten wieder verkaufen und abkassieren - viel Spass!

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  • Andrea am 04.02.2016 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Modernes Raubrittertum

    Was soll ich von einem neuen Chef halten, der sich und seinem Stab als erste Amtshandlung gleich zu Beginn seiner Anstellung 20% mehr Grundlohn gibt? Wann kommt endlich mal ein Management, das sich (und der Welt) erst beweist und sich erst dann "belohnt". Und was ist mit den 150 Mio, die Bradley abgestaubt hat? Wie kann man einen solchen Saustall hinterlassen und saniert von dannen ziehen??? Die Leidtragenden sind die "nomalen" Mitarbeiter, die entweder entlassen werden oder sich bis ins Burnout aufopfern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Flamme am 04.02.2016 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeden kann es treffen

    Klingt vielleicht hart, aber es ist gut dass es nicht immer nur den Büezer trifft sondern auch mal die oberen Zehntausend. Jetzt können sie mal sehen wie das ist unschuldig arbeitslos zu sein!

  • Ex-CS-Mitarbeiter am 04.02.2016 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Verkauf?

    Und wann wird die Credit Suisse an die Chinesen verkauft?

  • Dingo am 04.02.2016 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Logik?

    Weniger Mitarbeiter bedeutet weniger Arbeitsleistung, also weniger Gewinn. Sehr intelligente Lösung.

  • Boni-gegner am 04.02.2016 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache boni

    1'600 personen sollen entlassen werden. Haupsache, es werden immerhin noch 3 milliarden boni ausbezahlt trotz verlust.

  • Karl Marx am 04.02.2016 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Erklärung

    Meine Interpretation daraus: Das Ende des imperialistischen Grosskapitalismus ist bald zu Ende.