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17. Oktober 2019 18:49; Akt: 17.10.2019 19:17 Print

CS führt Negativzinsen für Privatkunden ein

Auch die Credit Suisse führt nun Negativzinsen auf hohen Franken-Guthaben vermögender Privatkunden ein. Auch Firmenkunden mit Millionen trifft es.

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«Wie dies andere Banken bereits seit längerem handhaben, führt auch die Credit Suisse Negativzinsen für Kunden mit sehr hohen Franken-Barbeständen ein», hiess es in einer Stellungnahme der Bank vom Donnerstag. Grund sei das anhaltende Negativzinsumfeld. Die Bank gab keine Details bekannt.

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Wie die Nachrichtenagentur AWP jedoch aus banknahen Kreisen erfuhr, betreffen die Gebühren sowohl Privat- als auch Firmenkunden mit Franken-Barbeständen ab 2 Millionen. Für darüber liegende Beträge soll ein Negativzins von -0,75 Prozent gelten. Bei Firmenkunden wird zudem ab einem Barbestand von über 10 Millionen Franken würde demnach gar ein Zinssatz von -0,85 Prozent berechnet.

Die neue Regelung soll den Informationen zufolge für Kunden mit einem Privat- oder Sparkonto ab dem neuen Jahr 2020 gelten. Für die Firmenkunden wird es bereits ab dem 15. November 2019 teuer. Die Credit Suisse bestätigte die Informationen auf Anfrage.

Strafzinsen bei den meisten Schweizer Banken

Bei den auf Euro lautenden Konti erhebt die Grossbank bereits heute auf die Guthaben über einem Betrag von 1 Millionen einen Strafzins von -0,4 Prozent.

Kunden mit hohen Barvermögen müssen inzwischen bei den meisten Schweizer Banken Strafzinsen berappen. Eine Reihe von Banken gibt allerdings keine feste Limite bekannt, sondern versucht die Kunden individuell zu «überzeugen», hohe Bargeldbestände zu reduzieren.

Die Grossbank UBS hatte im Sommer angekündigt, ab November auf Franken-Barbeständen von über 2 Millionen einen Negativzins von -0,75 Prozent einzuführen. Auf Euro-Guthaben wird dann bereits ab Beträgen von 500'000 Euro ein Negativzins von -0,6 Prozent fällig.

Beobachter hofften auf kleineren Druck

Im September hatten zudem UBS-Schweiz-Manager laut darüber nachgedacht, die Strafzinsen der SNB auch an einen breiteren Kreis von Firmenkunden weiterzugeben - bislang seien KMU-Kunden noch ausgenommen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte im September den Leitzins unverändert bei -0,75 Prozent belassen. Allerdings hatte sie die Freibeträge erhöht, ab denen Geschäftsbanken für ihr bei der SNB geparktes Geld Negativzinsen bezahlen müssen. Beobachter hatten gehofft, dass damit der Druck auf die Banken etwas abnimmt, die Negativzinsen an die Kunden weiterzugeben.

(fss)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Logo Annonym am 17.10.2019 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich will kein Risiko!

    Ich werde mein Erspartes bald im Keller einbunkern! So habe ich weder Negativzinsen noch Spesen und die Banken können mir den Buckel runter rutschen!

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  • Sam Lee am 17.10.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Spitze!

    Jetzt bekomme ich Geld für meine Hypothek. Oder habe ich etwas falsch verstanden?

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  • Hei Ri am 17.10.2019 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht

    Wieso erhebt die SNB Negativzinen auf Konten der AHV, der Pensionskassen, den Konten von Gemeinden und Kantonen und den Krankenkssen? Wer kann mir den Sinn erklären?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D.Enk-Zettel am 14.11.2019 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    ich hätte da mal `ne Frage

    Es wäre noch spannend zu wissen, ob das tatsächlich bei allen Kunden so gehandhabt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei einigen nicht nur beide Augen zugedrückt werden sondern die "Hühneraugen" gleich mit. Es gilt doch eher ;Kleine hängt man auf (kassiert sie ab) und die ganz Grossen lässt man laufen (mit gewissen Vorzügen)

  • anti Sparer am 30.10.2019 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Binggeli

    an alle Sparer holt das Geld von den Banken mal sehen was die Herren Bänker meinem

  • Eraser01 am 30.10.2019 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kompensation von Führungsschwäche

    Im finanztechnischen Bereich, wo mit viel Geld spekuliert wird, zeigt sich leider bei gewissen Managern, was das ethische, charakterliche Grundverhalten betrifft, immer wieder ein Nachsehen. Dies musste im Jahr 2011 die UBS, grösste Konkurrentin von der CS, schmerzhaft erfahren. Als Konsequenz daraus trat der ehemalige CEO Oswald Grübel nach einem mutmasslichen Betrugsfall des Händlers Kweku Adoboli im Investment-banking in London zurück. Nach Aussage des früheren CS-CEO Oswald Grübel macht die Bank in der aktuellen Krise keine gute Figur. Als logische Konsequenz hätte CS-CEO Tidjane Thiam zurücktreten müssen. Ob Grübel aufgrund seiner Vergangenheit als theoretisch möglicher Nachfolger von Thiam eine bessere Figur abgeben würde, sei dahingestellt.

  • Kleine Verständnisfrage am 19.10.2019 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Barvermögen

    Wieso wird eigentlich bei Bankkonten von '"Barvermögen" geredet? Für mich besteht Bargeld per definitionem aus Scheinen und Münzen, also konkretem physischen Material. Sein Geld auf Konten anzulegen, ist für mich das Gegenteil von Bargeldhortung. Also wenn nur Bankguthaben negativ verzinst werden, sollte man sein Geld doch lieber in bar im Tresor bunkern, da es dann gerade _nicht_ vernegativzinst wird! Aber schon klar, dass man das unterbinden will indem man das Bargeld abschaffen will und den Franken-Tausender und Euro-Fünfhunderter verleumdet.

    • Pius Lischer am 29.10.2019 18:55 Report Diesen Beitrag melden

      Warum?

      Geld ist das Tauschmittel für Leistungen und Geld lagern ist eine Dienstleistung die etwas kosten darf. Du kannst es auch im Safe zu hause lagern und auf "nette" Schlafzimmerräuber warten die es entsorgen weil Entsorgen ja auch eine Leistung ist die etwas kostet.-

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  • Rush am 19.10.2019 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Affentheater

    Für was brauchen wir noch Geld wenn wir es nicht sparen können. Alle wollen es, sollen sie es doch haben. Wir Arbeiten alle Gratis und Staat Kanton Gemeinde usw können es sich aufteilen. Im Gegenzug nehmen wir uns was wir brauchen.