2014

12. Februar 2015 06:52; Akt: 12.02.2015 12:26 Print

CS schreibt Gewinn von 2,1 Milliarden Franken

Die Credit Suisse hat 2014 weniger verdient als im Vorjahr. Der Gewinnrückgang war jedoch weniger drastisch, als Analysten im Vorfeld erwarteten.

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Credit-Suisse-CEO Brady Dougan. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Die Credit Suisse hat 2014 einen Reingewinn von 2,105 Milliarden Franken erzielt. Das ist weniger als im Vorjahr. Damals schrieb die Credit Suisse 2,326 Mrd. Fr. Gewinn. Dennoch hat die Credit Suisse die Analystenschätzungen übertroffen. Diese hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

Im Vermögensverwaltungsgeschäft ging der Vorsteuergewinn auf 2,1 Mrd. Fr. zurück. 2013 wurden in dieser Sparte noch 3,2 Mrd. Fr. Gewinn erzielt. Vor allem das zweite Quartal zog den Gewinn dieser Sparte nach unten. Damals legte die Credit Suisse den Steuerstreit mit den US-Behörden mit einer Rekordbusse bei.

Investmentbanking legte zu

Im Investmentbanking, also dem Geschäft mit Wertpapier-Emissionen und -Handel sowie Übernahme- und Fusionsberatungen, konnte die Credit Suisse dagegen zulegen. Hier steigerte sie den Vorsteuergewinn von 1,7 Mrd. Fr. auf 2,1 Mrd. Franken.

Die Credit Suisse reagiert auf den Frankenschock und will mit «umfassenden Massnahmen» die Auswirkungen des veränderten Währungs- und Zinsumfelds bis 2017 mehr als wettmachen. So kündigt die Bank zusätzliche Kosteneinsparungen von 200 Mio. Fr. an.

Dividende bleibt bei 70 Rappen

Die Dividende an die Aktionäre belässt die Grossbank unverändert bei 70 Rappen. Zu Wechseln kommt es dagegen im Verwaltungsrat. Seraina Maag werde neu zur Wahl vorgeschlagen, teilte die Grossbank mit. Dagegen würden sich Jean-Daniel Gerber und Anton van Rossum nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stellen.

Weniger Boni

Wie der Reingewinn sind bei der Credit Suisse im vergangenen Jahr auch die Boni weniger üppig ausgefallen. Die variablen leistungsbezogenen Vergütungen fielen insgesamt um 9 Prozent tiefer aus als im Vorjahr.

Hauptgrund ist die Belastung aus der Zahlung von 2,8 Mrd. Dollar im US-Steuerstreit, wie aus dem Communiqué hervorgeht. In diesem Zusammenhängen hätten sich überdies Verwaltungsrat und Geschäftsleitung freiwillig zu einer Kürzung ihrer Vergütung bereit erklärt, hiess es.

Demnach wurde die Gesamtvergütung des Verwaltungsrates um rund 25 Prozent reduziert. Und die Boni der Mitglieder der Geschäftsleitung wurden gegenüber dem vorgesehenen Betrag um 20 Prozent verringert.

Der Vergütungsausschuss sei sich einig gewesen, dass die Zahlung im US-Steuerstreit «für die Vergütung der obersten Aufsichts- und Leitungsorgane der Gruppe Konsequenzen haben sollte», um der gemeinsamen institutionellen Verantwortung dieser Organe Rechnung zu tragen.

Kosten durch Jobauslagerungen senken

Die Credit Suisse will ihre Kosten in Zukunft senken, etwa über die Auslagerungen von Stellen von der Schweiz ins Ausland. «Es wird eine Vielzahl verschiedener Massnahmen geben», sagte Konzernchef Brady Dougan am Donnerstag vor den Medien. Einige würden Auswirkungen auf Stellen haben, andere nicht.

Es werde auch zu Verlagerungen von Stellen kommen. «Mit dem starken Franken ist es teurer, Personen in der Schweiz zu beschäftigen», sagte er. Konkrete Zahlen zu den betroffenen Stellen konnte Dougan allerdings noch nicht nennen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Insider am 12.02.2015 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Perfid

    toll. Brady wird sich und seinen Buddys also wieder Millionenboni ausschütten und alle anderen Mitarbeiter dafür zahlen lassen. Denen wurde nämlich der Bonus und teils das Salär gekürzt, weil es der Bank "so schlecht" geht. Wie lange wollt ihr dem noch zusehen?

    einklappen einklappen
  • Der Industrielle am 12.02.2015 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zwei Nachrichten

    Eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Die Bank zahlt Steuern auf dem Gewinn !!!;-) Die schlechte: Wo werden wohl die 200 Mio eingespart (grübel, grübel und studier?)

  • Darth.V am 12.02.2015 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie...

    ... sollen denn weitere 200 Mio. gespart werden. Das geht nur mit weiteren Entlassungen hier in der Schweiz und neue Stellen im nahen/fernen Osten, bei Fall des Bankgeheimnisses. Oder heisst das kurz Job-Verlagerung ins Ausland?? Wenn man sich das Organigram so ansieht ist die CS schon länger keine Schweizer Bank mehr, angefangen ganz oben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicki am 13.02.2015 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ausnutzen der Armen!

    Wusstet Ihr da die CS im vergleiche zu anderen Banken resp. allgm. in der Finanzwelt die schlechtesten Löhne an seine Angestellten bezahlt? So verdient ein normaler "Büäzer" gleich viel wie ein Automechaniker oder Maler! Also ich will keinen Beruf schlecht reden....aber die Banker sollen ja so viel verdienen. Leider aber nur die Grossen!!!

  • Nicki am 13.02.2015 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Brady sollte abdanken

    Woher der Gewinn kommst ist ja klar. Von den 100ten die Entlassen/Freigestellt wurden. Extra nur in kleinen Tranchen so wird es der Presse nicht gemeldet!!! Na dann Danke!!!

  • lehrling am 12.02.2015 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Krank...

    ... 2.1 Milliarden gewinn... und trotzdem wird in der unteren Schicht gespart... Wenn ich mich noch an die Aktienbuchhaltung in der Schule erinnere, wie hoch wohl die Super-Dividenden sein werden...

  • EWS am 12.02.2015 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Systemlogik:

    Ich freue mich für jedes Unternehmen, welches Gewinne macht und Steuern bezahlt!

  • Aber Hallo am 12.02.2015 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewinn vs Gebühren

    Ah, wie war das nochmals mit den hohen Bankgebühren für Kleinsparer?