US-Steuerstreit

18. Mai 2014 13:45; Akt: 18.05.2014 16:33 Print

CS soll ein «kriminelles Unternehmen» sein

Am Montagabend könnte das Schuldeingeständnis der Credit Suisse folgen. Zentraler Verhandlungsgegenstand ist neben der Höhe der Busse, wer das Papier unterschreiben soll.

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Romeo Cerutti (l.), Mitglied der Geschäftsleitung der CS und CEO Brady Dougan (r.) sagen am 26. Februar 2014 vor dem US-Senatssausschuss aus.

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Personen im Umfeld der Verhandlungen rechnen damit, dass am Montagmorgen ein Abkommen stehen sollte. Derzeit beschäftigt die Verhandlungs- und Anwaltsdelegation der Credit Suisse vor allem noch ein Feilschen um Details. Laut «NZZ am Sonntag» ist auch noch nicht klar, wer für die Credit Suisse das Schuldeingeständnis unterschreiben soll. Das sei darum brisant, weil der Unterzeichnende danach voraussichtlich nicht mehr lange in seinem Amt bleiben wird.

Aber auch der genaue Wortlaut des sogenannten «Statement of Facts» ist brisant, das das Schuldeingeständnis und den Sachverhalt aus der Sicht des US-Justizdepartmentes darstellt. Die Formulierung ist entscheidend, weil daraus je nach Wortlaut allenfalls weitere Klagen folgen können.

Führung verneint Mitwissen

Das Schuldeingeständnis hat es allerdings in sich. Laut Sonntagszeitung soll darin stehen: «We are running a criminal enterprise» – wir betreiben ein kriminelles Unternehmen. Die Schuld an den kriminellen Machenschaften soll auf die Angestellten des Amerika-Desks der CS geschoben werden. Die Führung unter Dougan und Rohner behauptet, sie habe von dem Treiben nichts gewusst und sei angelogen worden.
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Ob Brady Dougan weiter im Amt bleibt, ist noch nicht klar. Wie die Schweiz am Sonntag aus der obersten CS-Führung erfahren hat, wird im Verwaltungsrat der Bank derzeit über personelle Konsequenzen gesprochen – wie schon vor zwei Jahren. Theoretisch könne Dougan bereits einen Tag nach der Unterzeichnung des Schuldeingeständnisses zurücktreten.

Es sei aber auch möglich, dass der Amerikaner noch länger im Amt bleibe. Ein Wechsel an der Spitze sei jedoch nicht Gegenstand der Verhandlungen, sondern ist der Entscheid der Bank. Auch an Rohners Rücktrittsschreiben wird seit Wochen herumformuliert, ob es verschickt wird, ist jedoch ungewiss. Alles hängt vom Ausmass des Gesamtdeals ab.

Blocher fordert Rücktritt von Dougan und Rohner

Christoph Blocher fordert derweil den Rücktritt sowohl von Konzernchef Brady Dougan als auch Verwaltungsratspräsident Urs Rohner. «Die Amerikaner sagen: Ihr zahlt, und ihr müsst euch schuldig erklären. Wenn sich eine Bank schuldig erklärt, ist natürlich das oberste Management getroffen», so Blocher zur «Schweiz am Sonntag». Ginge es um eine Industriegesellschaft, müsste wohl nur der CEO gehen, sagt Blocher. «Aber bei den Banken spielt der Verwaltungsratspräsident eine sehr wichtige Rolle mit klaren Pflichten. Da kommen beide dran.»

(cls)