US-Steuerstreit

10. Juli 2014 12:43; Akt: 10.07.2014 13:11 Print

CS verrät Namen von Hunderten Kundenberatern

Schocknachricht für Mitarbeiter der Credit Suisse: Berater von US-Kunden haben nun schwarz auf weiss erfahren, dass ihr Name der US-Justiz preisgegeben wird.

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Die Credit Suisse liefert Namen von Kundenberatern an die USA. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Es ist eine Hiobsbotschaft mit Ankündigung: In diesen Tagen haben etliche Kundenberater der Credit Suisse (CS) erfahren, dass ihr Name an die US-Justizbehörden weitergereicht wird. Diese Lieferung von Namen ist Teil des Steuerdeals, den die Schweiz im vergangenen August mit den USA vereinbart hat.

Betroffen sind laut Inside Paradeplatz etwa 1000 Mitarbeiter, darunter viele kleine und mittlere Angestellte. Sie hätten bis zuletzt gehofft, dass sie nach der im Mai ausgesprochenen Milliardenbusse aus dem Schneider seien. Die CS muss wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung 2,6 Milliarden Dollar an die USA zahlen.

Nicht nur CS muss liefern

CS-Sprecher Marc Dosch bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten, dass die Kundenberater in diesen Tagen per E-Mail und Brief über die Namenslieferung informiert wurden. Es handle sich um Mitarbeiter, die Konten von Kunden mit US-Bezug geführt hätten. «Gemäss dem US-Programm für Schweizer Banken, das zwischen der Schweiz und den USA im August 2013 veröffentlicht wurde, müssen die Banken Zahlungsübersichten liefern und mit ihnen auch die Namen der dafür zuständigen Berater sowie der beteiligten anderen Banken», so Dosch. Der Sprecher betont, dass über 100 Banken in der Schweiz solche Übersichten erstellen und an die US-Behörden übermitteln müssten.

Im Steuerstreit wurden die Finanzinstitute in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die CS fällt in Kategorie 1 – in dieser Gruppe sind unter anderem auch die Bank Julius Bär oder die Zürcher Kantonalbank. Sie verhandeln direkt mit der US-Justiz.

Die Banken der Kategorie 2 – darunter zahlreiche Kantonalbanken –, stehen im Verdacht, US-Steuerrecht verletzt zu haben. Auch sie müssen die Namen der Mitarbeiter nennen, die Geschäfte mit US-Bürgern gemacht haben.

(vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tschügge am 10.07.2014 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja...

    Die Bauern werden geopfert und die Geschäftsleitung, welche sicherlich federführend war, bleibt verschont und kassiert weiter ab.

    einklappen einklappen
  • diego s am 10.07.2014 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    Irgendwie unglaublich. Die CEOs zocken weiter ab, übernehmen keine Verantwortung und die Daten von einfachen Mitarbeitern werden dafür an die USA geliefert.

  • Martin Müller am 10.07.2014 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feige

    Man kauft sich zu Ungunsten der Mitarbeiter frei, vorher waren sie gut genug, Geld einzutreiben. Man wird fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel um ihre eigene Haut zu retten. Schöne Charakterzüge!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stanles am 10.07.2014 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Ich würde nicht mal als Putzkraft mehr bei der CS arbeiten. Diese Bank ist untragbar und sollte vollumfänglich unter behördlicher Aufsicht gestellt werden.

  • Markus W. am 10.07.2014 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    alles saldieren

    und da schreit kein Datenschützer? Kleinere bis mittlere Arbeitnehmer werden verpfiffen? Jeder der ein Konto bei der CS hat sollte sich sofort um die Saldierung kümmern - wenn mein Arbeitgeber meine Daten ins Ausland liefern würde, hätte mein Rechtsanwalt viel Arbeit...... sorry, aber das ist unterste Schublade, genau die, die dafür sorgen, dass die Arbeit gemacht wird müssen nun den Kopf dafür hinhalten.... Wozu bekommen Chefs mehr Lohn? Für die Verantwortung der sie dann nicht nachkommen?

  • Heinz Erhard am 10.07.2014 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Fürsorgepflicht

    Das kann ja wohl nicht wahr sein. Ich war der Meinung, dass es eine Fürsorgepflicht seitens des Arbeitsgebers gibt, um den Arbeinehmern nicht fahrlässig Schaden zuzufügen. Ich habe soeben meine paar CS Aktien verkauft und die Newsletter von der CS abbestellt.

  • Dieter Kaiser am 10.07.2014 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Das tut man nicht, CS

    Das ist unredlich. Die Verantwortung liegt beim Präsidenten und beim CEO.

  • monalisa am 10.07.2014 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Gespannt wie's weitergeht!

    Das könnte noch interessant werden....