Wirtschaft hofft

05. Februar 2020 20:36; Akt: 06.02.2020 13:35 Print

China meldet Durchbruch gegen Coronavirus

Die Ausbreitung des Coronavirus schlägt auch auf hiesige Firmen durch. Nun soll einem Forschungsteam der Durchbruch zur Bekämpfung des Virus gelungen sein.

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Es ist die Nachricht, auf die die Wirtschaft seit Wochen gewartet hat: Einem chinesischen Forschungsteam ist bei der Bekämpfung des Coronavirus anscheinend ein Durchbruch gelungen. Eine chinesische Fernsehstation hat am Mittwoch berichtet, dass ein Mittel zur effektiven Behandlung der durch das Coronavirus verursachten neuartigen Lungenkrankheit gefunden worden sei.

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Eine definitive Bestätigung dieser Nachricht steht zwar noch aus, doch für Schweizer Firmen wäre dies eine überaus positive Neuigkeit. Denn die hiesigen Konzerne sind stark vom Virus und dessen Ausweitung betroffen.

Fabriken stehen still

Beim Schweizer Industriekonzern ABB etwa stehen seit Beginn dieser Woche alle Fabriken in China still. Das sagte Verwaltungsratspräsident Peter Voser, der das Unternehmen derzeit interimistisch führt, am Mittwoch.

Es seien verschiedene Vorsichtsmassnahmen zum Schutz der Mitarbeiter getroffen worden, dies habe erste Priorität. Die finanziellen Auswirkungen durch die Umstände im Zusammenhang mit dem Virus liessen sich allerdings noch nicht beziffern.

Der Uhrenkonzern Swatch wiederum hatte seine hauseigene Messe «Time to Move» wegen der Ausbreitung des Virus abgesagt. Die beteiligten Marken werden ihre neuen Produkte zu einem späteren Zeitpunkt während regionaler Veranstaltungen vorstellen.

Auch Pharmakonzerne wie Roche stellen die teilweise abgeriegelten Städte und Regionen vor Herausforderungen. Allerdings aus einem anderen Grund. Die Basler hatten in Windeseile einen Diagnose-Test für das Virus entwickelt. Nun sei es jedoch schwer, diesen an die entsprechenden Krankenhäuser auszuliefern, hatte Diagnostics-Chef Thomas Schinecker letzte Woche gesagt.

Tourismus betroffen

Stark betroffen vom Coronavirus sind auch Reisen und somit die Tourismusbranche. Die Lufthansa und ihre Töchter Swiss und Austrian etwa haben ihre Flüge von und nach China bereits gestrichen. Die Massnahme gilt vorerst bis am 29. Februar.

Andere internationale Airlines wie British Airways, Delta Air Lines und American Airlines haben ebenfalls entsprechende Schritte eingeleitet. Die beiden US-Gesellschaften wollen beispielsweise bis zum 30. April nicht mehr nach China fliegen.

Etwas weniger weit geht Konkurrent American Airlines. Die Gesellschaft gab am Freitag bekannt, den Betrieb auf allen Strecken nach China vorerst bis zum 27. März auszusetzen. Boeings Finanzchef Greg Smith warnte ausserdem ebenfalls vor den Folgen für den Flugverkehr.

Nike und Apple besorgt

Ausser Schweizer Firmen und Airlines zeigten sich weitere internationale Konzerne ob des Virus besorgt. Der Sportartikel-Riese Nike etwa warnte am Dienstag so deutlich wie bislang kein Konsumgüterkonzern vor den möglichen geschäftlichen Nachteilen.

Es sei mit «erheblichen Auswirkungen» auf das China-Geschäft zu rechnen, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Nike habe die Hälfte seiner Filialen in Konzernbesitz in dem Land geschlossen und betreibe die restlichen Läden mit eingeschränkten Öffnungszeiten, da weniger Kunden kämen. Nike-Chef John Donahoe sprach von einer «schwierigen Situation».

Der chinesische Markt ist für Nike von enormer Bedeutung. Der amerikanische Sportartikel-Gigant ist dort trotz Belastungen durch den Handelsstreit zwischen den USA und China sehr beliebt und erzielte dort zuletzt sein stärkstes Umsatzwachstum.

Der iPhone-Riese Apple hat seine Geschäfte im Reich der Mitte ebenfalls vorübergehend geschlossen. Dabei wurden auch Sorgen vor Schäden für die Zuliefererkette geäussert. Die Café-Kette Starbucks schliesslich hat mehr als die Hälfte ihrer Filialen in China dichtgemacht.

Versicherungsbranche etwas optimistischer
Nicht in den negativen Chor einstimmen wollte zur Wochenmitte einzig die Versicherungsbranche. Der Rückversicherer Hannover Rück sieht bislang nämlich keine Versicherungsfälle durch das neuartige Coronavirus auf sich zukommen.

Bei Versicherungen gegen Betriebsunterbrechungen in China sei der Schutz vor den Folgen von Infektionskrankheiten ausgenommen, sagte Chef Jean-Jacques Henchoz am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Ähnlich sei es bei Versicherungen gegen Flugausfälle, so der Westschweizer.

Und auch bei Lebens- und Krankenversicherungen sehe er aktuell sehr wenige Risiken für den weltweit drittgrössten Rückversicherer. Henchoz gab aber ebenfalls zu Bedenken, dass es noch sehr früh sei, um die möglichen Folgen des Coronavirus zu bewerten.

Auch die Schweizer Banken halten sich bedeckt mit Aussagen: Von der Credit Suisse zum Beispiel hiess es, man beobachte Gesundheitsrisiken weltweit aufmerksam und ergreife Massnahmen, um sichere Arbeitsbedingungen in den Büros zu gewährleisten. Einzelne Massnamen würden aber nicht kommentiert, so ein Sprecher der Grossbank zur Nachrichtenagentur AWP. Auch die Frage nach Auswirkungen für das Geschäft blieb unbeantwortet.

Franken wird stärker

Einen Einfluss hat das Virus hingegen - wie so oft in Krisensituationen - auf den Schweizer Franken. So macht die Schweizerische Nationalbank (SNB) das Coronavirus für den Anstieg des Schweizer Frankens in den letzten Tagen mitverantwortlich.

Der Risikoappetit an den Märkten sei kleiner geworden und wie oft in solchen Situationen habe sich der Franken dadurch aufgewertet, hatte SNB-Präsident Thomas Jordan am Dienstag gesagt. Entsprechend positiv reagierte die Schweizer Währung auf die Nachricht vom Mittwoch, dass angeblich ein Mittel gegen das Virus gefunden worden sei. Der Euro-Kurs sprang wieder klar über die Marke von 1,07 Franken. Auch die Börsen zogen europaweit an. Der Schweizer Leitindex SMI legte um gut 1 Prozent zu.

Hinweis: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Berichte über den Fortschritt im Kampf gegen das Coronavirus dementiert. «Es gibt keine, bekannte wirksame Therapie gegen das Virus», sagte Sprecher Tarik Jasarevic am Mittwoch. Trotzdem hat sich an der Börse die Erwartungshaltung verfestigt, «dass eine drohende konjunkturelle Delle schnell ausgebügelt werden kann», sagte ein Börsianer.

(fpo/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Perikles am 05.02.2020 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht

    Ich wäre vorsichtig mit solchen Meldungen. Gegen die Grippe und andere Viruserkrankungen hat man nach all den Jahrzehnten noch nichts Effektives gefunden und nun hier nach ein paar Wochen? Wär natürlich cool, aber ist def. noch zu früh zum jubeln!

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  • Kratzerli am 05.02.2020 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das stimmt...

    ...dann wurde der Virus wohl absichtlich auf Menschen losgelassen?!

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  • Staibock am 05.02.2020 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht geheuer!

    Die Angelegenheit ist mir nicht ganz geheuer. Zuerst kommt es in China plötzlich zur Ausbreitung eines neuen Virus und dann entwickelt die chinesische Pharmaindustrie innert Kürze ein Mittel dagegen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandy Zuggumperli am 07.02.2020 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich wollte ich mich ja

    vor den nächsten Zug werfen. Nun warte ich einfach auf Corona, dann zahlt die Lebensversicherung zumindest aus.

  • Kiko am 06.02.2020 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witz

    Ich denke dass in nächster Zeit dieser Corona-Virus "aussterben" wird, da er Made in China ist ;)

  • M.G. am 06.02.2020 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertuschen und verschleiern

    Das erinnert an die spanische Grippe von vor 100 Jahren. Die trat zuerst in den Lazaretten der Alliierten während des I. Weltkriegs auf. Da eine solche Epedemie die Kampfkraft einer Armee mindert wurde alles was über diese Grippe bekannt war zum militärischen Geheimnis erklärt. Als dann Reporter aus dem neutralen Spanien Infos darüber veröffentlichten war es zu spät, diese Grippe war mit Kriegsheimkehrern schon auf allen Kontinenten unterwegs.

  • Verschwörungsrealist am 06.02.2020 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Aha. Und mit Impfzwang, stimmts?

    Das übertriebene Geschrei um einen Virus, der weniger Tote wie eine "normale" Grippe fordert muss ja einen Hintergrund haben. Nach der Panik dürfte sich ein Impfzwang sicher leichter durchsetzen lassen. Wetten?

  • Blade1 am 06.02.2020 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fledermaus

    Das video wo sie die Fledermsussuppe essen das wahr so abstossend.

    • S. K. am 06.02.2020 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blade1

      Die kuh, die sie töten, um ans filet zum gelangen. Alleine die vorstellung, horror ;)

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