High-Tech-Industrie

28. Dezember 2011 10:27; Akt: 28.12.2011 12:13 Print

Chinas Trumpf sind die «Seltenen Erden»

von Joe McDonald, AP - Exotische Metalle, die zur Herstellung von Handys gebraucht werden, sollen ausserhalb Chinas teurer werden. Damit schlägt das Land gleich zwei Fliegen auf einen Streich.

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Die Seltene Erden umfassen 17 Elemente, darunter Cer, Dysprosium und Lanthan, die bei der Herstellung von Flachbildfernsehern, Batterien für Elektroautos und Windturbinen zum Einsatz kommen.

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China hat eine Kürzung seiner Exportquote für Seltene Erden angekündigt. Das Land will damit dem Preisverfall für die exotischen Metalle begegnen, die in Mobiltelefonen und anderen High-Tech-Geräten verarbeitet werden. Im ersten Halbjahr 2012 dürften 10 546 Tonnen Seltene Erden ausgeführt werden, teilte das Handelsministerium in Peking am Dienstag mit. Das entspricht einer Kürzung um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

China ist für 97 Prozent der weltweiten Fördermenge Seltener Erden verantwortlich. Bereits 2009 hatte Peking die Exporte gekürzt, dies sorgte bei ausländischen Technologiefirmen für Alarmstimmung. Die EU, USA, Japan sowie die Regierungen anderer Länder haben Peking aufgefordert, seine Exportbeschränkungen aufzuheben.

Anreiz zur Verlagerung der Produktion nach China

Trotz vorheriger Produktions- und Exportbeschränkungen sind die Preise für Seltene Erden in China zurückgegangen. Grund dafür sind die wirtschaftlichen Sorgen der USA und europäischer Länder, die sich auf die Nachfrage nach den Metallen aus China auswirken. Um die Preise anzukurbeln hatte die chinesische Regierung den wichtigsten Produzenten Seltener Erden im Land befohlen, die Produktion für einen Monat auszusetzen.

Wegen der Restriktionen sind Seltene Erden im Ausland wesentlich teurer geworden. Dadurch haben chinesische Hersteller von Produkten mit den exotischen Metallen einen Preisvorteil und ausländische Produzenten einen Anreiz, ihren Betrieb nach China zu verlagern.

Verwendung in Flachbildfernsehern und Windturbinen

Das chinesische Handelsministerium gab am Dienstag auch bekannt, dass nur elf Unternehmen Seltene Erden im Ausland verkaufen dürften. Für das erste Halbjahr 2011 hatten noch 26 Firmen eine Lizenz dafür erteilt bekommen.
Die Seltenen Erden umfassen 17 Elemente, darunter Cer, Dysprosium und Lanthan, die bei der Herstellung von Flachbildfernsehern, Batterien für Elektroautos und Windturbinen zum Einsatz kommen. Sie werden auch für die Produktion einiger Hightech-Waffen genutzt.

Auch andere Länder beginnen mit dem Abbau

Neben China verfügen auch die USA, Kanada und Australien über Seltene Erden. Allerdings stellten die Länder den Abbau in den 1990er-Jahren ein, als billigere chinesische Erze den Markt überfluteten.

Wegen der steigenden Nachfrage haben Unternehmen in Kanada, USA, Indien, Malaysia, Russland und anderen Ländern inzwischen Minen für Seltene Erden entwickelt. In einigen davon wird die Produktion voraussichtlich bis 2015 beginnen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susi am 28.12.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jedesmal das gleiche

    Diese Erden gibt es nicht nur in China. Aber kein anderes Land kann es sich leisten mit derart menschenverachtenden Methoden daran zu gelangen. Die Ausbeutung des eigenen Volkes macht die Erde so billig. Wann begreiffen die Medien das endlich???

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  • R Wetter am 28.12.2011 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähig

    Ich verstehe nicht, dass die westliche Welt so dumm sein konnte bei der Produktion von strategisch wichtigen Rohstoffen China ein Monopol zugestehen. Anscheinend sind da die Regierungen völlig unfähig. Landessicherheit besteht nicht nur aus Verteidigung sondern auch aus Versorgungssicherheit

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  • Mr. Zoll am 28.12.2011 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Den Chinesen entgegen kommen

    Warum legt die restliche Welt nicht einfach eine Zollabgabe auf importierte Ware aus China welche für die Produktion die "seltene Erde" benötigte drauf? So kann man die Exportquote von China wieder ausgleichen und die Attraktivität für Firmen in China zu produzieren vermindern. China soll und darf nicht die Welt regieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dave am 30.12.2011 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nur weiter so

    lasst doch diese spiele weitergehen... die Chinesen werden dafür in den nächsten 20 Jahren immer abhängiger vom westen. Durch den abbau dieser Metalle und die extrem giftige aufbereitung werden riesige Gebiete verseucht und unfruchtbar. Die Flüsse sind tot und Menschen die davon lebten kämpfen jeden Tag um ihr überleben... Das wird sich früher oder später rächen.

  • Franz W. Seibold am 28.12.2011 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sparsamkeit mit den Ressourcen ist O..K.

    Sollen die Preise für Seltene Erden und anderen chemische Elemente ruhig steigen, dann rentiert das Recycling. Mit dem Aufkommen von Elektrofahrzeugen werden eh Probleme mit Halden von defekten, veralteten und zudem umweltschädlichen Akkus aufkommen.

    • andreas keller am 29.12.2011 16:52 Report Diesen Beitrag melden

      Illusion

      Es geht nicht darum, wie mit seltenen Ressourcen umgegangen wird und um diese zu schonen. Es geht darum, dass China die Produktion von Gütern anziehen will und so zur Nummer 1 werden will, sodass die Produktion nach China verlegt werden MUSS. Recycling wird zu teuer sein, die Firmen werden genau das machen, was China beabsichtigt...

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  • Er am 28.12.2011 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald kommen andere

    Great Western Mining wird einer der ersten außerhalb Chinas sein die selten Erde liefern.

  • bubu am 28.12.2011 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Militärstartegisch

    Liebe Firmenposse und Politiker macht nicht den Fehler und verlagert eure Produktion noch mehr nach China. Produziert wieder in euren Ländern, es ist Zeit umzudenken. China benutzt diese sogenannten Vorteile rein Militärstrategisch. Und geht dazu über Leichen.

  • David am 28.12.2011 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Find ich sehr gut

    Elektronische Geräte sind eh viel zu billig. Heute schmeisst man ein Gerät weg, anstatt es zu reparieren, weil ein neus günstiger ist. Ich war Audio-Video-Elektroniker und habe Fernseher repariert. Mein Beruf ist ausgestorben und es werden keine Lehrlinge mehr ausgebildet.

    • Mart am 28.12.2011 15:43 Report Diesen Beitrag melden

      @David

      Na ja, ich war mal Hufschmied . . .

    • Schorsch am 28.12.2011 16:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Mart

      ...und ich war mal Arbeitnehmer ;-)

    • Opalim am 28.12.2011 20:54 Report Diesen Beitrag melden

      Schlechter Vergleich

      @Mart... Den Hufschmied gibt es noch, übrigens... Und wenn nicht mehr, dann deshalb, weil keiner mehr reitet. Elektronik hingegen wird je länger, je mehr gebraucht, aber in derartiger Massenproduktion, dass Handarbeit nicht mehr rentiert. Das ist was anderes.

    • Felix Bieri am 29.12.2011 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ich auch

      ....ich war Mal Hofnarr

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