Zürich

01. November 2010 23:00; Akt: 02.11.2010 07:47 Print

Chinesen kaufen der Industrie Rohstoffe weg

Im Westen wächst die Furcht vor einem Ressourcen-Engpass. Schuld ist unter anderem Chinas Rohstoffhunger. Auch die Schweiz wappnet sich für eine Krise.

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Ein chinesischer Arbeiter in einem Lager für Kupfer. (Bild: ap)

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Länder wie China, aber auch die USA, Russland oder Japan haben die Beschaffung von Bodenschätzen längst zur nationalen Aufgabe erklärt. Begehrt sind neben den üblichen Verdächtigen wie Erdöl, Kohle, Kupfer und Eisenerz besonders die «seltenen Erden», also äusserst rare Metalle. Smartphones und andere Hightech-Produkte könnte man ohne sie nicht herstellen.

Um eben diese seltenen Metalle ist in den vergangenen Wochen ein Handelsstreit entflammt. Der Grund: China kontrolliert mittlerweile 97 Prozent des Marktes und schränkt den Export seit Jahren immer weiter ein, um die eigene Wirtschaft zu unterstützen. Weitere Kürzungen der Ausfuhr um 40 Prozent sind angekündigt.

Die USA, Japan und die EU erwägen deshalb, bei der Welthandelsorganisation WTO Klage gegen die chinesische Exportpolitik einzureichen. Und die deutsche Industrie pocht darauf, dass das Thema nächstes Jahr auf die Traktandenliste der G-20-Zusammenkunft kommt.

Derweil rüstet sich auch die Schweizer Industrie gegen den drohenden Rohstoffengpass. Man setze unter anderem auf langfristige Lieferverträge, die Suche nach Ersatzrohstoffen und mehr Recycling, sagt Ivo Zimmermann von der Industrievereinigung Swissmem. Denn obwohl das nahende Freihandelsabkommen mit China grosse Vorteile berge, erwartet Zimmermann, dass die Chinesen sich davor hüten werden, im Bereich der Rohstoffe Zugeständnisse zu machen.

(ahi/20 Minuten)