Basel World

23. März 2011 22:51; Akt: 24.03.2011 07:34 Print

Chinesen reissen sich um Schweizer Uhren

von Alex Hämmerli - Schweizer Uhren sind in China gefragter denn je – obwohl unsere Zeitmesser dort viel teurer sind.

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Chinesen lieben Schweizer Uhren. Und deshalb dürften sie auch in Scharen an die Basel World* strömen. Über 99 Prozent der in China verkauften Luxus-Ticker stammen aus der Schweiz. Entsprechend gross war die Sorge, als China im Frühling 2006 eine Steuer von 20 Prozent auf teure Uhren mit Fabrikpreisen ab umgerechnet rund 1400 Franken einführte. Damit wurden Schweizer Uhren in China massiv teurer als in der Schweiz. Doch die Ängste der Hersteller und Zwischenhändler haben sich als unbegründet herausgestellt: Seit Bestehen der Luxussteuer hat sich der Uhren-Export ins Reich der Mitte mehr als versechsfacht: 2010 gingen Armbanduhren im Wert von mehr als 45 Millionen Franken nach China, 2005 waren es erst 7 Millionen.

«Unsere Verkäufe haben nicht unter der Steuer gelitten, auch nicht diejenigen von teuren Uhren», bestätigt Jean-Daniel Pasche, Präsident des Branchenverbands der Schweizerischen Uhrenindustrie. Möglich sei aber, dass der Zuwachs ohne die Steuer noch höher ausgefallen wäre. Pasche stellt zudem fest, dass auch der Export nach Hongkong stark gestiegen ist. Das «Shopping-Center der Chinesen» ist nicht von der Sondersteuer betroffen. Gemäss der eidgenössischen Zollverwaltung wurden 2010 Schweizer Uhren im Wert von 252 Millionen Franken nach Hongkong verschifft. Das sind fast 50 Prozent mehr als 2006. China und Hongkong machen heute zusammen 30 Prozent des Schweizer Uhren-Exports aus. Das Land ist damit der mit Abstand grösste Abnehmer von Schweizer Zeitmessern.

* Am Donnerstag öffnet in Basel die weltweit bedeutendste Messe für Uhren und Schmuck ihre Tore. Die Veranstalter erwarten rund 100 000 Besucher.