«Sie haben angeklopft»

06. März 2016 10:52; Akt: 06.03.2016 11:17 Print

Chinesen wollten Spuhlers Stadler Rail kaufen

Chinesische Konzerne zeigen Interesse an Europas Schienenfahrzeugbau. So haben sie sich auch beim Thurgauer Unternehmen gemeldet.

storybild

«Ich verkaufe doch nicht mein Unternehmen»: Stadler-Rail-CEO Peter Spuhler. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Chinesische Staatskonzerne drängen nach Europa. Kürzlich wurde der Basler Agrochemiekonzern Syngenta von Chem China übernommen. Und auch am Thurgauer Bahnbauer Stadler Rail haben die Chinesen Interesse gezeigt.

«Sie haben bei uns angeklopft», sagt Eigentümer Peter Spuhler im Interview mit der «Schweiz am Sonntag». «Es gibt in Europa nur noch etwa zehn Unternehmen im Schienenfahrzeugbau. Wenn die Chinesen die europäischen Märkte knacken wollen, brauchen sie eine Basis hier, um die nationalen Zulassungsprozesse zu beherrschen.»

Schwach geworden ist er aber nicht: «Ich verkaufe doch nicht mein Unternehmen. Ich bin zu sehr Schweizer», sagt Spuhler der Zeitung. Einen Verkauf ins Ausland könne er dennoch nachvollziehen, «wenn es keinen inländischen Käufer gibt». Schweizer Unternehmen würden ja auch Firmen im Ausland übernehmen. Stadler Rail etwa kaufte letztes Jahr in Valencia eine Firma mit 850 Mitarbeitern dazu.

Sorgen um Zukunft der Schweizer Industrie

Spuhler sass bis Ende 2012 für die SVP im Nationalrat. Damals trat er zurück, weil das Unternehmen wenig Aufträge hatte und der Franken erstarkte. Heute stehe Stadler Rail besser da, sagt Spuhler, der in der Schweiz 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Er sorgt sich aber um die Zukunft der Schweizer Industrie wegen des starken Frankens: «Man nimmt eine tiefere Marge in Kauf. Aber wenn eine Firma kein Geld mehr verdient, kann sie nicht mehr in Forschung und Entwicklung und neue Maschinen investieren – irgendwann gehen dann die Lichter aus.»

(kko )

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy am 06.03.2016 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbilder

    Das sind eben noch Chefs mit Charakter. Die verkaufen nicht unser wiesen ins Ausland. Bravo

    einklappen einklappen
  • Mike70 am 06.03.2016 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sympathisch

    Syngenta wurde noch nicht definitiv übernommen - die Amis könnten den Deal noch zu Fall bringen. Sympathisch von Peter Spuhler, einmal mehr. Ein Unternehmer, wie man sich wünscht.

    einklappen einklappen
  • Minnie Mouse am 06.03.2016 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich bleibt er standhaft

    Bleibt nur zu hoffen, dass Herr Spuhler standhaft bleibt, wenn die Chinesen mit den großen Summen winken! Ich wünsche ihm auf alle Fälle alles Gute und viel Durchhaltevermögen! Endlich mal Jemand, der sich nicht den Chinesen ausliefern will!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fritz Moser am 07.03.2016 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Die Chinesen

    Wenn der Preis stimmt, wird auch er schwach.

  • Dani Trächsel am 07.03.2016 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Tiefer Franken Einkauf aus der EU

    Ich finde für einen "HSG Absolvent le Patron", mit dieser Meinung hier vertreten zu sein, schon sehr bedenklich, Herr Spuhler ist ein Top Manager und ein guter Chef, er beschäftigt noch 3000 Mitarbeiter in der Schweiz, auch viele Grenzgänger haben Ihr Auskommen bei Ihm, Einkauf aus der EU auch!

  • Alfred Steiner am 07.03.2016 04:19 Report Diesen Beitrag melden

    Das tönt zu offensichtlich

    Wenn jemand kommt und die richtige Summe auf den Tisch legt, dann verkauft auch Peter Spuhler, denn er ist ja eben Geschäftsmann.

    • Oma am 07.03.2016 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Herr Spuhler und Verantwortung

      Alfred Steiner Es gibt zweierlei Geschäftsmänner. Herr Spuhler hat Verantwor- tung über seine Mitarbeiter andere eben nicht. Gäbe es noch mehr solche Manager in der Schweiz würde es anders aussehen. Schauen Sie mal wieviele Manager Schweizer und mit der Schweiz verwur- zelt sind es gibt?

    • Seppi-NW am 07.03.2016 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      Herzblut

      Die Chinesen zahlen keine Fantasiepreise und sicher nicht für immaterielle Werte und wenig, bis gar nichts für den Goodwill. Herr Spuhler ist ein Geschäftsmann, der Herzblut in seine Firma gesteckt hat. Da muss jemand mehr als nur ein paar Franken über dem Ertragswert in die Waagschale werfen.

    einklappen einklappen
  • Hop Däbäsä am 06.03.2016 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur los!

    Verkauft die schweizer Unternehmen den chinesen. Immer noch besser als der EU. Heikel wirds wenn China ökonomisch im Sterben liegt: Konzern weg, Finanzen weg, Mitarbeitenden ebenfalls weg. Arbeitslosen Taggeld zahlem wir. Entschädigt werden vor Allem die Konzernleitungen.

    • wünscher am 07.03.2016 08:08 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn ich wirklich böse wäre

      Wenn ich wirklich böse wäre und der Schweiz was schlimmes wünschen würde, dann würde ich sagen: Hoffentlich tritt das ein was Sie sich wünschen. Bei der Swiss z.B. arbeiten heute noch fast nur Schweizer, es wurden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Welche negativen Erfahrungen haben Sie mit Aufkäufen aus der EU gemacht? Ich kann Ihnen aber einige Fälle nennen wo Chinesen verbrannte Erde hinterlassen haben. Die Wirtschaftspolitik bei den Chinesen ist genau so aggressiv wie die Außenpolitik. Tibet/Insel im Südchinesischen Meer.

    einklappen einklappen
  • Ton Ton am 06.03.2016 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Bei den Chinesen ist alles günstiger!

    Naja, dann wäre mindestens der SVP-Kurs eingehalten, nämlich nichts mit der EU zu tun zu haben. Man nimmt lieber die Chinesen. Die haben auch den notwendigen Zaster. Und Wir wären eine Sorge mehr los. Die Eisenbahnen würden dann zu einem Zehntel des hiesigen Preises in China gebaut und wir würden massiv Geld sparen, wenn die SBB wieder neue Wagen und Lokis braucht. Das kommt dem Steuerzahler zugute und sollte auch im Sinne der Spardoktrin aller bürgerlichen Parteien sein. Wer dagegen ist, ist links und grün. Alles Klar? Noch Fragen?

    • Jörg Gäbler am 07.03.2016 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geiz ist nicht geil .

      Alles prima alles billig ? Die Viecher werden behandelt wie Deck. Müllberg immer grösser nur noch Plunder . Sorry geht's noch ? Der Zug kommt pünktlich der Schaffner ist nett die Klimaanlage Tipp topp . Selbstversuch würde ich dringend Anraten . Und der Grund warum das gut Funktioniert ist so simpel . Leben und Leben lassen .

    • markus müller am 07.03.2016 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ton Ton

      wieso sollten die preise runter gehen??? nir weil es nilliger produziert wird, wird es definitiv nicht billiger verkauft. davon gibt es genug beispiele erst richtig denken und nicht wünsche als vermutung hinschreiben.

    einklappen einklappen