US-Automarkt

30. Dezember 2010 13:18; Akt: 30.12.2010 13:20 Print

Comeback der Benzinsäufer

Die Autoverkäufe in den USA haben sich dieses Jahr erholt. Profitiert aber haben nicht die kleinen, sparsamen Fahrzeuge.

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Der Jeep Grand Cherokee gehört zu jener Kategorie, die am stärksten zugelegt hat. (Bild: Keystone/Carlos Osorio)

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Am meisten zugelegt haben die Offroader mittlerer Grösse wie der Jeep Grand Cherokee oder der Honda Pilot, berichtet die «Washington Post». Ihr Absatz nahm in den ersten elf Monaten um satte 41 Prozent zu. Die kleinen und sparsamen Fahrzeuge hingegen stagnierten in einem Markt, der insgesamt deutlich zulegte. Für den Toyota Prius, das Vorzeige-Auto der Ökogemeinde, wurde gar ein Rückgang von 1,7 Prozent registriert.

Dabei hat sich Autoindustrie dieses Jahr stark um ein grünes Image bemüht, etwa mit der Lancierung des Chevrolet Volt oder der Nissan Leaf, ein reines Elektroauto. Auch US-Präsident Barack Obama propagierte nach der Rettung von General Motors durch die Regierung einen «Neuanfang» der Industrie und die Produktion von energieeffizienten Autos und Lastwagen im Hinblick auf eine energie-unabhängige Zukunft.

Wie Broccoli gegen Donut

Nur die Konsumenten spielen nicht mit. «Rund fünf Prozent sind grün. Aber die restlichen 95 Prozent verzichten auf fünf zusätzliche Meilen pro Gallone, wenn sie einen besseren Getränkehalter bekommen», sagte Mike Jackson, Chef von AutoNation, dem grössten Autoverkäufer des Landes, der «Washington Post». Es sei wie ein Vergleich zwischen Broccoli und Donuts: «Wenn man beides anbietet, greifen die meisten Leute zum Donut.»

Dabei sind die Autos in den letzten Jahrzehnten durchaus effizienter geworden. Doch dies resultierte nicht in sparsameren, sondern in grösseren und stärkeren Autos. Deshalb hat sich der Durchschnittsverbrauch seit 1985 kaum vermindert. Umweltschützer hoffen nun auf schärfere Verbrauchsvorschriften der Regierung. Doch das Hauptproblem bleibt der niedrige Benzinpreis. «Wenn das Benzin billig ist, kann man die Leute nur schwer dazu bewegen, das zu tun, was gut für sie und das Land ist», brachte es Mike Jackson auf den Punkt.

(pbl)