Krankenkasse

19. Juni 2018 05:32; Akt: 19.06.2018 07:17 Print

Prämien sollen nächstes Jahr um 4 Prozent steigen

Die verordneten Senkungen von Medikamentenpreisen und Tarifen verpuffen laut dem Internetvergleichsdienst Comparis.

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Der Internetvergleichsdienst Comparis.ch rechnet 2019 mit vier Prozent höheren Prämien für die Grundversicherung der Krankenkassen. Gemäss seiner Prognose verpuffen die verordneten Senkungen von Medikamentenpreisen und Tarifen.

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Diese Eingriffe scheitern an der Mengenausweitung der Leistungen, wie Comparis am Dienstag mitteilte. Zwar ergeben die Abrechnungsdaten der Krankenkassen für das erste Quartal 2018 einen Rückgang der Leistungen um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das erweckt gemäss Comparis den Eindruck, die Kosten seien endlich gedämpft.

Das täusche aber. Die Ärzte und Spitäler nämlich seien wegen des bundesrätlichen Eingriffs in ihre Tarife mit den Abrechnungen im Rückstand. Sie hätten die neuen Tarife noch nicht im Griff, heisst es im Communiqué.

Das Strohfeuer sinkender Kosten dürfte in den drei weiteren Quartalen 2018 ersticken. Comparis befürchtet, dass die Tarifsenkungen längerfristig grösstenteils umgangen werden. Dabei verweist der Vergleichsdienst auf die erste bundesrätliche Tarifkorrektur 2014.

Damals hätten die Grundversicherungen durch Korrekturen der über 4000 Tarifpositionen 200 Millionen Franken sparen sollen. Die Korrektur erfolgten zulasten der Spezialärzte. Der Spareffekt blieb aber aus.

Spielraum im Tarifdschungel

Gemäss Comparis nutzten die Ärzte und Spitäler den «Spielraum im Tarifdschungel», um besser bezahlte Tarifpositionen auf die Rechnung zu setzen. Die schlechter entgoltenen Positionen hätten sie vermieden. Das dürfte auch bei der aktuellen Tarifkorrektur geschehen.

Auch bei Medikamenten lösen sich die Kostensenkungen in Luft auf. Der steigende Medikamentenkonsum und die neuen, teureren Medikamente machen dem Bundesamt für Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Das Amt hatte die Preise von 350 Medikamenten gesenkt und sah damit 2018 Einsparungen von 60 Millionen Franken vor. Nicht Preise und Tarife würden die Kosten in der Grundversicherung in die Höhe treiben, sondern der Mehrverbrauch von Medikamenten und medizinischen Leistungen, schlussfolgert Comparis.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Toni am 19.06.2018 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker

    Mich nimmt es wunder, wenn endlich der Pharmaindustrie auf die Finger geklopft wird. Die zocken uns seit Jahrzenten ab. Wir bezahlen viel zu viel für die Medikamente. Kein Wunder, schlägt die KK Prämie immer auf. Herr Berset, machen Sie mal etwas fürs Volk.

  • C.Müller am 19.06.2018 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4%mehr

    es reicht....bald kann man die KK nicht mehr bezahlen

    einklappen einklappen
  • AnonymousSG am 19.06.2018 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum Erhöhung??

    senkt die Prämien endlich und lasst die "Nicht-Notfälle" draussen!! Es reicht allmählich für alle und ich spreche für das Volk!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chrissi64 am 19.06.2018 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Die Kosten steigen die Löhne nicht.. Warum nimmt das Volk das einfach so hin es sollten alle keine Prämien mehr bezahlen dann müsste die Regierung sich etwas einfallen lassen...denen ist es egal mit Ihren hohen Löhnen ist das kein Problem jedes Jahr mehr zu bezahlen.. Ich wäre dafür Krankenkassen Prämien Lohnabhängig zu machen.

  • Sw. Com. am 19.06.2018 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voll daneben

    irgend wie voll daneben. Die KK's bekommen den Hals nicht voll. Die Betreibungen werden zunehmen und die Menschen können sich kaum mehr etwas leisten. Die KK Prämien sind bald höher als die Mieten. Die Steuern muss man auch bezahlen und die KK Prämien darf man nicht mal abziehen. Warum nur wurde die Volkskrankenkasse abgelehnt.

  • Pralinchen am 19.06.2018 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    nur weil viele wegen jedem Wehwechen in die Notaufnahme rennen.. dann denken sich die anderen okay, ich gehe jetzt auch auf die Krankenkassenkosten noch zur Massage Psychotherapie usw.. ich möchte schließlich auch etwas für mein Geld haben.. irgendwie verständlich, wenn man jeden Monat 500 Franken bezahlt und nichts davon hat..

  • Squavox am 19.06.2018 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legal?

    Legalisiert Cannabis wäre eine neue Einahmequelle..

  • Jafra Caia am 19.06.2018 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staatskasse

    Lieber Staat Nimm das Geld dort her wo ihr es verschwendet. Der Normalverdiener hat nichts mehr übrig!