Schweizweites Netz geplant

04. November 2016 15:38; Akt: 04.11.2016 15:38 Print

Coop eröffnet erste Wasserstoff-Tankstelle

von F. Lindegger - Der Grossist Coop will seinen CO2-Ausstoss verringern und setzt dabei auch auf Wasserstofffahrzeuge. Die Branche erhofft sich dadurch einen neuen Schub für die Technologie.

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Der Detailhändler Coop baut sein Tankstellennetz aus. Das spezielle an der jüngsten Tankstelle: Statt Benzin oder Diesel gibt es an der Zapfsäule Wasserstoff. Laut Coop ist die Anlage in Hunzenschwil im Kanton Aargau die erste öffentliche Wasserstofftankstelle der Schweiz. Längerfristig plant der Grossverteiler ein schweizweites Netz solcher Tankstellen aufzubauen. «Wir wollen die Initialzündung geben und dazu beitragen, dass eine zukunftsweisende Technologie den Durchbruch schafft», wird Coop-Chef Joos Sutter in einer Mitteilung zitiert.

Zwei weitere Baugesuche seien geplant, die Standorte aber noch in Prüfung, teilt das Unternehmen mit. Einen genauen Zeitpunkt, bis wann ein flächendeckendes Netz in Betrieb ist, will Coop nicht nennen. «Der mittel- und langfristige Netzausbau wird auch von der Nachfrage abhängen», heisst es auf Anfrage.

Wasserstoff aus Wasserkraft

Der Grossverteiler wird den Wasserstoff laut eigenen Angaben für einen Preis anbieten, der «sich mit den auf 100 Kilometer berechneten aktuellen Treibstoffpreisen vergleichen» lasse. Hergestellt wird der Wasserstoff mittels Elektrolyse am Laufwasserkraftwerk IBAarau in Aarau. Die Herstellung des Wasserstoffs finde dabei vor allem dann statt, wenn die Nachfrage nach Strom im Netz gering sei.

Neben Tankstellen will Coop auch einige Wasserstofffahrzeuge betreiben. Vorerst umfasst die Flotte einen Wasserstofflastwagen sowie zwölf Wassertstoffautos. Der Wasserstoff-Vorstoss von Coop hängt mit dem Ziel des Detailhändlers zusammen, bis 2023 CO2-neutral zu sein.

Vorteile gegenüber Elektroautos

Beim Aufbau des Wasserstofftankstellennetzes arbeitet die Basler Genossenschaft unter anderem auch mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) zusammen. Dort hofft man, dass mit dem Ausbau der Infrastruktur auch die Nachfrage nach entsprechenden Fahrzeugen zunimmt. «Je grösser die Anzahl der nachgefragten Wasserstofffahrzeuge, desto tiefer fallen die Kosten für die Autos und die benötigte Infrastruktur aus», ist Urs Cabalzar von der Empa überzeugt. Er leitet die halböffentliche Wasserstofftankstelle der Empa in Dübendorf.

Wasserstoffautos können laut Cabalzar zusammen mit Elektro- und Gasfahrzeugen einen wichtigen Beitrag leisten, um den CO2-Ausstoss zu verringern. Je nach Nutzung biete ein Elektro-, ein Gas- oder ein Wasserstoffauto Vorteile. «Bei Wasserstofffahrzeugen etwa dauert die Betankung im Gegensatz zu Elektroautos nur zwei bis drei Minuten», so Cabalzar. Auch lasse sich mit Wasserstoff Energie sehr effizient speichern und die Reichweite sei höher als bei heutigen Elektroautos.

«Ein Vorteil von Elektroautos dagegen liegt darin, dass die Verbreitung bereits grösser ist und Infrastruktur und Fahrzeuge entsprechend günstiger sind», erklärt der Empa-Ingenieur. Zudem seien die Umwandlungsverluste bei Elektroautos tiefer als bei Wasserstofffahrzeugen.

Sichere Technologie

Im Gegensatz zu Elektroautos stossen mit Wasserstoff betriebene Autos weiterhin vielerorts auf Skepsis, was die Sicherheit angeht. So wird etwa befürchtet, dass bei einem Unfall der leicht entflammbare Wasserstoff explodieren könnte. «Im Bezug auf gasförmige Kraftstoffe sind Sicherheitsbedenken immer noch weit verbreitet», sagt Cabalzar. Die auf dem Markt erhältlichen Wasserstofffahrzeuge würden aber rigoros getestet und seien nicht weniger sicher als herkömmliche Benzinfahrzeuge.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • duri3 am 04.11.2016 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Super! Endlich tut sich was!

  • antonzum am 04.11.2016 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO COOP

    Danke den Grossverteiler COOP, ihr macht was für die Umwelt - ebenso mit der Gebühr für die Plastiksäckli.

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  • Dominik am 04.11.2016 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Ich behaupte immer noch dass Elektroautos mit Wasserstoff als Batterie viel mehr Vorteile bietet als auf Akkumulatoren Basis .(tanken geht viel schneller, Nicht abhängig der seltenen Erden für Akkuproduktion, überschüssige wind und solar Energie kann in Wasserstoff gespeichert werden Etc....)übrigens an alle Skeptiker wegen der Unfallgefahr. Wasserstoff ist wie Benzin auch nur Brennbar wenn man es mit Sauerstoff mischt. Die Hindenburg gefüllt mit Wasserstoff ist rasant Verbrannt und nicht explodiert weil sich der Wasserstoff zu wenig schnell mit dem Sauerstoff der Umgebung vermischt hat

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Die neusten Leser-Kommentare

  • User am 06.11.2016 00:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lass dich nicht täuschen

    Glaubt ja nicht nur an das Gute was einem angegeben wird... Wie war das gleich nochmal mit dem Preis? Entspricht also dem Benzinpreis. Mit anderen Worten möchte Coop viel, sehr viel Geld verdienen.

  • Tunnelblick am 05.11.2016 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    DO-TKM

    Zugegeben, den Wirkungsgrad der Bereitstellung H2 darf man diskutieren, der wahre Vorteil liegt wo anderst. Energie übertragen durch 'Strom' kann man einfach bei relativ geringem Verlust - nicht so einfach und kostengünstig ist hingegen diesen zu Puffern/ zu Speichern . Zeitlicher Bezug elektrischer Energie und seine Bereitstellung sind ein Problem, da relativiert sich der Hydrolyse-Wirkungsgrad - wenn man puffern kann, was sonst verpuffert - Hydrolyse schläft nicht. Übrigens, von der Energie-Bilanz bei der Produktion von Akkus spricht ja auch niemand. Der Mix an Alternativen Systemen macht's

    • Leachim am 05.11.2016 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tunnelblick

      Ich hatte einmal einen Dozenten in Biochemie, er war Prof. Dr. Dr. und konnte die kompliziertesten Sachverhalte einfach, verständlich und klar darstellen. Daran sollten Sie noch arbeiten! P.S.: Hydrolyse, Wirkungsgrad usw. sind relativ einfach zu verstehende Begriffe.

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  • BVBkusi am 05.11.2016 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut?

    Naja bin gespannt bei den postautos hats nicht rendiert.kann man gespannt obs bei autos besser geht.....

  • Arturo Bro am 05.11.2016 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nur schade

    Schade, dass der Preis an den Öl gekoppelt wird. Macht überhaupt keinen Sin und hilft auch niemanden. Die neue Technologie bekommt nur einen schweren Start. Autos sind bereits sehr teuer.

  • der wasserstoffpapst am 05.11.2016 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich! !!!

    Der erste Schritt in die richtige Richtung! !! Endlich weg vom ElektroschrottAuto hin zum einzig wirksamen und fortschrittlichen Antriebssystem das was in München am Flughafen seit X Jahren ohne Zwischenfall funktioniert kommt nun endlich auch in die Schweiz und wird auch weltweit den Elektroautos den Rang ablaufen. .. bye bye tesla & co