Sprachlicher Fehlgriff

27. Januar 2017 15:57; Akt: 27.01.2017 15:57 Print

Coop lädt seine Kunden auf die «Alm» ein

In einem Newsletter ist dem Detailhändler ein peinlicher Fehler passiert. Statt der Schweizer Schreibweise «Alp» verwendete Coop das deutsche «Alm».

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In einem Newsletter an die Kunden des Heimlieferdienstes Coop@home ist dem Schweizer Detailhändler Coop ein peinlicher Fehler passiert. In einer Überschrift titelte er: «Schlemmen auf Schweizer Almen». Statt des hierzulande gebräuchlichen Worts «Alp» verwendeten die Verfasser das in Deutschland gebräuchliche Wort «Alm». Im Text wird den Kunden ausserdem der Genuss von «Kartoffel-Rösti» empfohlen – als ob nicht klar wäre, aus welcher Zutat das Schweizer Nationalgericht zubereitet wird.

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Aufgefallen war der Fehlgriff dem «Tages-Anzeiger»-Journalisten Thomas Widmer, der in einem Blog-Post darauf hinwies. Er vermutet, dass für den Newsletter vielleicht ein bayerischer Texter engagiert wurde.

«Leider ist ein Fehler passiert»

Was sagt Coop dazu? Auf Anfrage des Portals persoenlich.com erklärte Sprecherin Andrea Bergmann: «Bei diesem Artikel im coop@home-Newsletter ist tatsächlich ein Fehler passiert: Beim Lektorat ist dies leider untergegangen. Wenn wir das Thema weiter kommunizieren, passen wir die Texte selbstverständlich an.»

Ein ähnlicher Fehler war Coop bereits 2012 unterlaufen. Damals sagte ein Mann in einem Werbespot «Das chame grille». Das Wort «grillen» trieb dabei einigen Schweizern die Zornesröte ins Gesicht. «Unter Grillen versteht man hierzulande Heuschrecken, ein Schweizer nennt die Tätigkeit ‹grillieren›. Diese Verluderung der schweizerdeutschen Sprache nervt mich gewaltig», sagte Leser-Reporter M. B.* aus Zürich damals zu 20 Minuten.

Auch Migros machte schon Fehler

Und auch bei Konkurrent Migros sind schon ähnliche Fehler passiert. Mit viel italienischem Flair und schönen Bildern bewarb die Detailhändlerin 2014 in einem Spot die Pasta Garofalo, die bei ihr erhältlich ist.

Am Schluss des Werbespots hiess es: «... in Aktion bei Migros.» Ein Schlusssatz, der in Migros-Spots oft verwendet wird – mit dem Unterschied, dass der Name Migros mit S ausgesprochen wurde. So wie es viele Deutsche machen. Das ärgerte viele TV-Zuschauer, auch SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, die auf Twitter schrieb: «Tickts eigentlich noch? Stoppt das augenblicklich!»

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schuggi0 am 27.01.2017 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich ja nicht!

    Ist ja auch kein Wunder wenn nur noch deutsche angestellt werden!!! Wie soll es denen auffallen...

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  • Deutscher am 27.01.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Begriffe

    Ich bin Deutscher und bemühe mich stets die Schweizer Begriffe zu verwenden. Das sollte man auch machen wenn man hier in der Schweiz lebt...

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  • Albert Huber am 27.01.2017 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Artikel Wert?

    Dies nennt sich in der heutigen Zeit Nachrichten

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sommer am 31.01.2017 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Quoi?

    Ihr habt ja Probleme; was soll denn ein Westschweizer oder ein Tessiner zu "seiner" Sprache sagen. Aus Erfahrung weiss ich, dass bei Uebersetzungen aus der deutschen Sprache viele Fehler passieren.

  • Simon am 30.01.2017 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Grille

    «Unter Grillen versteht man hierzulande Heuschrecken, ein Schweizer nennt die Tätigkeit grillieren. Diese Verluderung der schweizerdeutschen Sprache nervt mich gewaltig» Also ich bin Schweizer, rede Schweizerdeutsch und sage "grille". Heuschrecken sind für mich "Höigümper" :P

  • Olaf am 30.01.2017 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich find's herrlich

    Ausser dem Streitobjekt "Alm" oder dem umstrittenen Beispiel "grilliere" vs. "grillen" habe ich in den Beiträgen unserer lieben entrüsteten Sprachexperten sehr, sehr wenig Helvetismen in deren Texten gefunden, es sei denn, es ist gut schweizerisch, dass man keinen Unterschied zwischen "dass" und "das" zu machen braucht. Eigentlich habe ich gar keine gefunden. Aber ich hab ja auch nicht alle gelesen.

    • Fred am 30.01.2017 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @olaf

      Es geht doch nicht darum. Ist das so schwierig zu verstehen? Es geht darum, dass Coop von uns erwartet, dass wir im Inland einkaufen, seine Werbung aber offenbar im Ausland produzieren lässt. Und noch was, würde es zu einem bayrischen Produkt passen, wenn man es mit einem norddeutschen Wort bewirbt?

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  • St. Galler am 30.01.2017 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Easy nehmen

    Einen riesen Aufstand machen, wenn ausnahmsweise mal ein Deutsches statt ein schweizerdeutsches Wort verwendet wird, aber dann selber täglich zig Anglizismen verwenden, für die es eigentlich ja auch schöne schweizerdeutsche Wörter gäbe. Die "Verluderung" der Sprache beginnt nicht bei Coop, sie beginnt bei dir selber.

  • Eni M. am 30.01.2017 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Grafische Branche betroffen

    Ich arbeite selbst in der grafischen Branche, bei uns ist es gang und gäbe, dass Kunden bei jedem Auftrag nach Prozenten fragen, als wäre es ein Wunschkonzert. Wenn man nicht spurt, heisst es; gut dann leitet uns die Daten weiter, wir lassen es im Deutschen drucken. Auch viele Werbeaufträge, werden direkt an Agenturen hinter der Grenze verteilt. Würde mich nicht wundern, wenn Coop überhaupt gar nichts davon in der CH produzieren lässt. Eigentlich eine wahnsinns Ironie, dass sie Werbung für Schweizer Produkte im Ausland produzieren lassen