Neues Möbelhaus

03. September 2018 19:32; Akt: 04.09.2018 08:53 Print

Coop hat ein Sofa jetzt in 3 Millionen Varianten

von Dominic Benz - Der Detailhändler will mit Livique den Möbelmarkt aufmischen. Personalisierte Sofas sollen helfen.

Laut Coop-Chef Joos Sutter gibt es bei Livique 100 Millionen Varianten von Möbeln (Video: 20 Minuten).
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Der Schweizer Möbelmarkt ist stark unter Druck. Preiszerfall, Einkaufstourismus oder Onlinehandel lassen die Umsätze der Läden schwinden. Coop geht daher in die Offensive und lanciert mit Livique eine neue Möbelmarke. Am Montag hat der Detailhändler mit Brimborium die erste Filiale in Oberentfelden eröffnet.

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Wie Coop-Chef Joos Sutter an der Eröffnung sagte, will man mit Livique die Marktposition stärken. Derzeit sei Coop im Schweizer Möbelmarkt die Nummer vier – hinter Branchenprimus Ikea, Möbel Pfister und Conforama. Längerfristig will der Detailhändler mit dem neuen Konzept die Top 3 aufmischen.

Von billig zu qualitativ hochwertig

Hinter Livique steckt ein Neustart der in die Jahre gekommenen Toptip-Möbelhäuser. Die Marke kam zuletzt ebenfalls unter die Räder. Innert zehn Jahren sanken die Umsätze zusammen mit jenen der Lampen-Läden Lumimart um ein Viertel auf 192 Millionen Franken im letzten Jahr. Bis Ende September sollen 25 Toptip-Filialen in Livique-Wohnwelten umgewandelt werden. Drei Toptip-Läden bleiben bestehen (siehe Video).

Vom alten Toptip ist in den neuen Läden nichts mehr zu sehen. Das billige Sortiment wurde entrümpelt. Livique setzt auf «qualitativ hochwertige» Möbel, wie es heisst. Damit steigen auch die Preise: Sie sind jetzt im mittleren Segment angesiedelt. Verkauft werden sowohl eigene Möbel mit Livique-Label als auch Markenprodukte von anderen Anbietern. Dieses Shop-in-Shop-Konzept sei im Schweizer Möbelmarkt neu, so Coop.

3 Millionen Varianten von einem Sofa

Wie andere Läden auch will Livique Online- und Offline-Bereiche stärker zusammenbringen. Das scheint nötig. Gemäss Coop starten rund zwei Drittel der Konsumenten ihren Möbeleinkauf im Netz. Erst danach kommen sie in die Läden, um Produkte anzuschauen und zu testen. So grassiert auch in der Möbelbranche die Digitalisierung. Um sie bei Livique sichtbar zu machen, laufen Mitarbeiter mit einem iPad in der Hand herum.

Auf den Geräten lassen sich Sofas, Schränke oder Betten bis ins letzte Detail individuell zusammenstellen. So gibt es ein Sofa schliesslich in 3'000'000 Varianten. «Diese Personalisierung wollen wir weiter vorantreiben», sagt Livique-Geschäftsführer Oliver Roth zu 20 Minuten. Fast jedes Möbel könnten die Konsumenten so auf den eigenen Geschmack abstimmen. Insgesamt sind über 100 Millionen personalisierte Möbel-Varianten möglich.

«Einige technische Hürden»

Auch andere technische Hilfsmittel will Livique im Geschäft einsetzen: In der «Augmented Reality» und «Virtual Reality» können Kunden die gewünschten Möbel virtuell im eigenen Zuhause oder dreidimensional anschauen. Doch das Angebot gibt es bis jetzt nur in der Lampen-Abteilung. Laut Coop-Sprecher Urs Meier soll es eines Tages auch auf der Website zur Verfügung stehen. Doch bis dahin gebe es noch «einige technische Hürden» zu überwinden.

Wer sein individuell zusammengestelltes Möbel bestellt, braucht Geduld. Ein Selbstbedienungslager wie bei Ikea gibt es bei Livique nicht. «Die Lieferzeiten für Spezialanfertigungen liegen zwischen 3 und 9 Wochen», so Meier. Je nach Verfügbarkeit können aber auch standardisierte Möbel gleich ab Lager mitgenommen werden.

In der Schweizer Möbelmarkt kommt Bewegung

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Gerade In Mexiko Liegende am 03.09.2018 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neugierig

    Neugierig bin ich auf die Verkäufer wenn ich mir die Zeit nehme und die angeblichen 3 Millionen Sofa Variationen erklären lassen will.

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  • Marco Vd am 03.09.2018 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur für gutbetuchte

    Toll ich konnte mir ja nicht mal toptip leisten wie soll ich mich dann in livique zurechtfinden? Somit nicht für die mittelklasse geeignet

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  • FoxQ am 03.09.2018 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Aber das Sofa, das ich will, haben sie immer noch nicht. Und wenn, wäre es mir zu teuer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 04.09.2018 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geringe Chance

    Warten wirs ab, das 3 Millionen Varianten Sofa braucht eh keine Sau. Ein Sofa braucht es in links oder rechts Ausführung aber eben zu einem guten Preis. TopTip war schon früher etwas teuer und daher sehe ich wenig Raum für dieses Möbelhaus. Nach 8 Jahren wirfst du die Möbel heute weg oder tauschst sie aus und da möchte ich die Sache amortisiert haben weil ich Neues anschaffe.

  • Tiziano am 04.09.2018 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das fängt ja gut an

    Stark, seit wann verkauft coop auch Möbel?

  • Fredo am 04.09.2018 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer

    Ein kurzer Preis heck hat ergeben: Möbel sind unbezahlbar.

  • Nick17 am 04.09.2018 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorge vor Einkaufstourismus?

    Sorge vor Einkaufstourismus wird mit so einem Konzept doch nur noch mehr geschürt. Wer sich so ein Konzept ausgedacht hat, kennt wohl den schweizer Markt nicht wirklich.....

  • Alexander65 am 04.09.2018 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    10 Varianten wären auch genug...

    ...dafür zu einem fairen Preis!!! Aber den Bezug zur Realität haben die Grossverteiler in den letzten Jahren leider verloren - primäres Ziel ist Kohle scheffeln bzw. Umsatz generieren um jeden Preis. Und das wird sich in nächster Zeit noch rächen...

    • Walter Ott am 04.09.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Sofa auswählen oder ein gutes Buch l

      Bei 3 Millionen Varianten und 5 Sekunden Betrachtungszeit pro Variante würde ich etwa 70 Stunden benötigen. Mein Entscheid: ich behalte mein altes Sofa und lese dafür in dieser Zeit ein gutes Buch!

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