Detailhandel

15. Februar 2011 08:07; Akt: 15.02.2011 16:38 Print

Coop steigert Gewinn 2010 auf 470 Millionen

Grossverteiler Coop kann weiterhin positive Zahlen präsentieren. Der Detailhändler steigert seinen Umsatz um über 9 Prozent.

Coop-Chef Loosli über den Ausbau von Marktanteilen und den Preiskrieg mit Migros.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Im ewigen Zweikampf der Grossverteiler sieht sich Coop 2010 als Sieger: So meldet die Nummer Zwei des Schweizer Detailhandels fürs letzte Jahr nicht nur erstmals einen Konzernumsatz von knapp über 20 Mrd. Franken, auch der Gewinn fiel mit 470 Mio. Fr. 9 Prozent höher aus.

Coop-Chef Hansueli Loosli bewertete die Zahlen am Dienstag an einer Medienkonferenz angesichts des Preiszerfalls, der gedrückten Konsumentenstimmung und des Einkaufstourismus' im Ausland wegen des starken Frankens als sehr gut. Stolz ist Coop daher insbesondere über das Plus von 0,6 Prozent beim reinen Detailhandelsumsatz.

Nach eigenen Angaben hat die Coop-Gruppe ihren Marktanteil im Schweizer Detailhandel um 0,3 Prozentpunkte steigern können.

Migros schwächeres Wachstum

Konkurrentin Migros weist fürs Jahr 2010 zwar ein schwächeres Wachstum beim Konzernumsatz ( 0,3 Prozent) aus, im Detailhandel setzte der orange Riese allerdings 0,8 Prozent mehr um als im Vorjahr.

Das Bild des vergangenen Jahres täuscht allerdings. Das etwas höhere Umsatzwachstum der Migros ist auch darauf zurückzuführen, dass diese 2009 als einziger grösserer Detailhändler der Schweiz einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Die Gewinnzahlen für 2010 hat die Migros, deren Detailhandelsumsatz mit 21,2 Mrd. Fr. noch rund 2,6 Mrd. Fr. höher ist als jener von Coop, noch nicht bekannt gegeben.

Coops Produktivität steigt

Ihr stärkeres Wachstum hat sich Coop übrigens auch nicht mit einer schlechteren Profitabilität erkauft. Im Gegenteil: Coop hat offensichtlich die Produktivität weiter verbessern können. Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 15,4 Prozent auf 709 Mio. Franken.

Coop-Chef Loosli betonte zudem, dass auch die Löhne im Schnitt um 2,8 Prozent erhöht worden seien, die tieferen stärker. In Vollzeitstellen gerechnet sank allerdings die Zahl der Coop- Angestellten um 0,5 Prozent.

Zum Umsatzwachstum beigetragen haben indes auch Übernahmen. Zu Coop gestossen sind so etwa im Sommer die Schweizer Body-Shop-Läden. Da Coop alle Übernahmen aus laufenden Mitteln finanziert konnte, stieg 2010 sogar das Eigenkapital des Grossverteilers um 5,1 Prozent auf 6,4 Mrd. Franken. Der Eigenkapitalanteil in der Bilanz konnte gehalten werden.

Internationaler Grosshandel als neues Standbein

Noch nicht voll konsolidiert ist in den 2010-Zahlen das Ergebnis der Grosshandelsgruppe Transgourmet, die Coop im Herbst vollständig kaufte. Mit ihren 21'000 Angestellten erreichte Transgourmet vergangenes Jahr einen Umsatz von über 6,2 Mrd. Euro ( 6,6 Prozent).

Mit der Vollkonsolidierung von Transgourmet - bisher war das Unternehmen ein Gemeinschaftsunternehmen von Coop mit dem deutschen Rewe-Konzern - dürfte 2011 allerdings die Gewinnmarge von Coop leiden. Loosli ortet aber dank des anhaltenden Aufschwungs und den sich ändernden Essgewohnheiten speziell im Grosshandel Wachstumspotenzial.

Im angelaufenen Jahr will Coop generell weiter wachsen; trotz erwarteter Preisabschläge liegt laut Loosli ein Umsatzplus von 1,4 Prozent drin.

Dazu sollen 2011 gegen zehn neue Vitality-Apotheken eröffnet werden. Und jedes Coop Warenhaus soll eine Import Parfumerie bekommen. Die Gartencenter will Coop in Kooperation mit der deutschen Dehner auf Vordermann bringen. Und die Zahl der Pronto- Shops will Loosli von heute 229 auf mittelfristig 300 steigern.

Keine Angaben zur Nachfolge

Zu seiner Nachfolge als Coop-Chef mochte Loosli am Dienstag nichts sagen: Zu Namen und Zeitpunkt müsse man den Verwaltungsrat fragen und noch etwas Geduld haben. Loosli wird 2011 die operative Coop-Leitung abgeben und Verwaltungsratspräsident bei Coop und auch bei Swisscom werden.

(sda)