Elektro-Etikette

26. September 2016 06:58; Akt: 26.09.2016 11:22 Print

Coop testet digitale Preisschilder

von S. Spaeth - Der Detailhändler Coop setzt auf elektronische Preise. Das entlastet die Mitarbeiter und spart Geld. Sind die neuen Schilder der Start für dynamische Preise?

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Einst sahen die digitalen Preisanschriften aus wie das Display eines schlechten Taschenrechners: Mit der aktuellen Technologie hat sich das geändert: Die Displays sind ähnlich wie bei einem E-Reader gestochen scharf. Mit dieser Technologie lässt derzeit auch Coop-Chef Joos Sutter Tests durchführen. Der Versuch mit digitalen Preisschildern in der Filiale Gundeli in Basel läuft voraussichtlich bis Ende Jahr. Dem Vernehmen nach wird der Detailhändler diesen Herbst damit noch eine weitere Basler Filiale ausrüsten. In einigen europäischen Ländern sind digitale Preisschilder längst an der Tagesordnung. Der Vorteil der modernen Preisschilder: Das Ausdrucken und manuelle Anbringen der Papieretiketten entfällt. Aktionen werden elektronisch angezeigt. Die Displays lassen sowohl farbige Anschriften als auch die Darstellung von Preisentwicklungen zu. Wird dereinst in allen 850 Coop-Filialen aufs Etikettieren verzichtet, spart das eine Menge Arbeitsstunden und in der Folge Personalkosten. Die Migros hat die digitalen Preisschilder im Zuge der Umstellung auf die Beschriftung der Preise an den Regalen statt auf den Produkten geprüft, aber für zu teuer befunden. Sinnvoll sind elektronische Preisschilder insbesondere bei Waren, deren Preise oft wechseln. Das ist bei Früchten und Gemüse der Fall, die saisonal und je nach Erntesituation unterschiedlich viel kosten. Digitale Etiketten sind seit Anfang Jahr in allen Schweizer Media-Märkten in Betreib. Die Mitarbeiter, die bisher von Hand täglich die Preisschilder ausgewechselt hatten, sollen sich laut dem Unternehmen auf die Beratung konzentrieren können.

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Sie sahen einst aus wie das Display eines schlechten Taschenrechners: elektronische Preisanschriften im Detailhandel. Als vor Jahren im Ausland die ersten derartigen Preisschilder auftauchten, waren die Zahlen je nach Licht und Betrachtungswinkel kaum zu entziffern. Mit der aktuellen Technologie hat sich das geändert: Die Displays sind ähnlich wie bei einem E-Reader gestochen scharf und lassen für Aktionen sowohl farbige Anschriften als auch die Darstellung von Preisentwicklungen zu.

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Mit derartigen Preisschildern experimentiert derzeit Coop. In der Filiale Gundeli in Basel findet seit Mitte August ein Test mit 13'500 digitalen Anschriften statt, wie Coop-Sprecher Urs Meier zu 20 Minuten sagt. Bis auf die Tiefkühlprodukte sind alle Artikel mit den elektronischen Etiketten ausgestattet. Die Leute seien positiv überrascht, mehr zu den Testergebnissen will Coop aber noch nicht bekanntgeben. Der Versuch läuft voraussichtlich bis Ende Jahr. Dem Vernehmen nach wird der Detailhändler diesen Herbst noch eine weitere Basler Verkaufsstelle mit den digitalen Preisschildern ausstatten.

«Das Personal wird entlastet»

Der Vorteil der modernen Preisschilder: Das Ausdrucken und zeitaufwendige manuelle Anbringen der Papieretiketten entfällt. Ein Aktionspreis eines Artikels wird vom zentralen Rechner sowohl an die elektronischen Labels aller Filialen als auch an die Kassensysteme gesendet. «Das Personal in den Verkaufsstellen wird entlastet», sagt Meier. Anders gesagt: Wird dereinst in allen 850 Coop-Filialen aufs Etikettieren verzichtet, spart das eine Menge Arbeitsstunden und in der Folge Personalkosten. Das dürfte die hohen Beschaffungskosten fürs System über die Zeit wettmachen. Eine mittlere Filiale hat rund 15'000 Preisschilder.

Konsumentenschützer betrachten den Trend zu digitalen Preisschildern skeptisch: «Wir haben Bedenken, dass das System den Anreiz schaffen könnte, die Preise ständig nach oben und unten anzupassen, ohne das der Kundschaft aktiv mitzuteilen», liess die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) verlauten, als Media-Markt digitale Preisschilder lancierte. Von dynamischen, je nach Tageszeit unterschiedlichen Preisen will man bei Coop nichts wissen. «Ein solches Preissystem ist nicht vorgesehen», sagt Sprecher Meier. Bei Coop sollen alle Kunden den ganzen Tag von Aktionen profitieren können.

Media-Markt: Keine Preisstrategie in Tankstellen-Manier

Sinnvoll sind elektronische Preisschilder insbesondere bei Waren, deren Preise oft wechseln. Das ist bei Früchten und Gemüse der Fall, die je nach Erntesituation unterschiedlich viel kosten. Noch will sich Coop nicht dazu äussern, ob die neuartigen Preisschilder bald in der ganzen Schweiz eingeführt werden. Sprecher Meier sagt lediglich: «So schnell wird das nicht gehen. Elektronische Preisschilder werden in der Schweiz aber mehr und mehr zum Thema. Wir wollen vorbereitet sein, wenn es so weit ist.»

Digitale Etiketten sind seit Anfang Jahr in allen Schweizer Media-Märkten in Betrieb. «Sie sind der effizienteste Weg, bei einer grossen Anzahl Waren Preisanpassungen vorzunehmen», sagt Sprecherin Séverine de Rougemont. Media-Markt will mit der neuen Technologie besser auf Preisentwicklungen reagieren können. «Hier geht es nicht um eine Preisstrategie in Tankstellen-Manier, sondern darum, Preise elektronisch zu steuern», so de Rougemont. Die Mitarbeiter, die bisher von Hand täglich die Schilder ausgewechselt hatten, sollten sich auf die Beratung konzentrieren können.

Die Migros hat die digitalen Preisschilder im Zuge der Umstellung auf die Beschriftung der Preise an den Regalen statt auf den Produkten geprüft, aber für zu teuer befunden. «Die Papiervariante funktioniert gut, daher ist eine grosse Umstellung nicht notwendig», sagte eine Sprecherin zur «Schweiz am Sonntag».

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tech Nik am 26.09.2016 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Media Markt

    Media Markt und auf Beratung konzentrieren - der war gut

    einklappen einklappen
  • Mr. Spock am 26.09.2016 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    spart Personalkosten

    wir wissen ja alle was das heisst. Personalabbau

    einklappen einklappen
  • Stibo am 26.09.2016 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Das man die günstigen Preise besser sieh

    Die Preise sind so gestochen scharf das mir die Augen gleich anfangen zu tränen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Josef am 27.09.2016 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Hut

    Digitale Preisschilder gibt es schon weit über 10 Jahre in den Türkischen Supermärkten.

  • Roboter am 27.09.2016 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Roboter

    wen kommt eigentlich die Steuer auf die Kassier-Roboter? Da verschwinden ein hauffen Arbeitstellen und es wird nicht günstiger werden

  • NylonMaster am 27.09.2016 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    preise

    Dann können sie die Preise jede Minute schnell verändern...geil

  • Peter Geizig am 27.09.2016 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dynamische Preise

    Dann gibts dynamische Preise, um 5 kostet die Milch doppelt soviel wie um 3. Oder Nachfrage gesteuert. Hoffentlich ändert sich der Preis dann nicht auf dem Weg vom Regal zum self Checkout.

  • Ali S. am 27.09.2016 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aktion

    Dumm, immer wenn Aktion angeschrieben steht, muss ich die Ware ins Wägeli tun, denn es wird ja eine Aktion von mir erwartet. Das Produkt im Regal lassen, ist ja keine Aktion meinerseits. Deshalb bin ich immer pleite und habe tonnenweise Zeugs zu Hause, das ich gar nicht will.