Neuer Möbelmarkt

27. August 2018 17:34; Akt: 27.08.2018 17:34 Print

Coop lässt Toptip fallen und lanciert Livique

von S. Spaeth - Der Detailhändler Coop rüstet im Möbelsektor auf. Er lässt die in die Jahre gekommene Marke Toptip fallen und setzt auf neue Einrichtungshäuser mit dem Namen Livique.

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Coop richtet ihr Möbelgeschäft neu aus: Aus Toptip wird Livique. Ein paar Eindrücke aus dem neuen Möbelhaus... Livique setzt auf Personalisierung und Digitalisierung. Nachdem Kunden bereits online Produkte angesehen haben, sollen sie sie dann auch im Laden anfassen können. Im Livique soll es laut Coop 20'000 Artikel in der Ausstellung zu sehen geben. Kunden seien bei der Möbelwahl anspruchsvoller geworden, schreibt Coop in einer Mitteilung. Sie würden ihre Möbel personalisieren wollen. Über 100 Millionen Möbel-Varianten seien bei Livique möglich. Mit Livique will Coop weg von billigen Möbeln. Diese sind jetzt laut Angaben des Unternehmens «qualitativ hochwertig». Die Preise sind damit gestiegen und im mittleren Segment angesiedelt. Der Schweizer Möbelmarkt ist hart umkämpft, was sich auch an den seit Jahren rückläufigen Zahlen zeigt. Zusammen mit dem Lampenshop Lumimart hat Toptip 2017 einen Umsatz von 192 Millionen Franken erzielt. Zehn Jahre zuvor waren es noch 262 Millionen gewesen. Livique wird anstelle der Coop-Möbelhäuser Toptip kommen. Derzeit gibt es 25 Standorte. Toptip ist in die Jahre gekommen. Die Marke wurde vor über 30 Jahren durch Möbel Pfister lanciert und 1994 an Coop verkauft. Coop-Chef Joos Sutter kämpft im Möbelsektor mit rückläufigen Zahlen: Zusammen mit dem Lampenshop Lumimart hat Toptip 2017 einen Umsatz von 192 Millionen Franken erzielt. 10 Jahre zuvor waren es noch 262 Millionen gewesen. Fabrice Zumbrunnen, dem CEO der Migros, geht es ähnlich. Bei seinem Möbelhaus Interio schrumpfte der Umsatz in den letzten 10 Jahren von 287 Millionen Franken auf zuletzt 154 Millionen. Nun erfährt Interio eine Neuausrichtung. Das Leben schwer macht Migros und Coop der Möbelriese Ikea. Im Bild: Ikea-Schweiz-Chefin Simona Scarpaleggia. Im letzten Geschäftsjahr erzielte Ikea mit seinen neun Schweizer Filialen einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Franken. Coop-Chef Joos Sutter hat in den letzten Jahren regelmässig neue Konzepte lanciert. Im Bild: Sutter bei der Eröffnung des Coop-Spezialitätenladens Sapori d'Italia im November 2017. Nur wenige Monate zuvor hatte Coop im Bahnhof Zug den ersten Shop der Vegi-Linie Karma eröffnet. Schon wieder einer Eröffnung: 2015 startet Coop das Take-away-Konzept Coop-to-go. Coop-to-go hat eine grosse Expansion hinter sich. Allein 2017 wurden sieben Verkaufsstellen eröffnet. Anfang 2018 zählt Coop-to-go bereits 14 Standorte.

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Wenn Coop ein neues Ladenformat lanciert, gibt sich der Detailhändler im Vorfeld gern geheimnistuerisch. So war es vor dem Start des Take-away-Konzepts Coop-to-go, beim Vegi-Shop Karma oder beim Spezialitätenladen Sapori d’Italia. Und auch diesmal versucht Coop, es spannend zu machen. In einer Medieneinladung für Anfang September schreibt Coop: «Wir lüften wieder einen Vorhang. Für ein neues Format? Beinahe.» Den Ort des Geschehens verrät Coop noch nicht, kündigt aber an, dass CEO Joos Sutter mit dabei ist.

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Bei der Neulancierung dürfte es sich laut Informationen von 20 Minuten um eine Möbelmarke handeln. Einträge beim Institut für geistiges Eigentum zeigen, dass sich Coop die Marke Livique gesichert hat. Dies unter anderem für die Zwecke «Dienstleistungen des Einzelhandels im Bereich Möbel», «Handel übers Internet» sowie für Deko und Einrichtungsartikel von Lampen über Kerzen bis Vorhänge. Coop gehört auch die Domain Livique.ch.

Toptip gehörte einst Möbel Pfister

Wie 20 Minuten aus Kreisen von Möbellieferanten erfahren hat, plant Coop, die aktuell 25 Einrichtungshäuser der in die Jahre gekommenen Marke Toptip in Livique-Wohnwelten umzubauen. Dabei setze Livique auf qualitativ höherwertige Möbel sowie ein Konzept mit Digitalisierung und Personalisierung. Konkret sollen sich Kunden ihre Möbel auf Touchscreens selber zusammenstellen und mit einer Virtual-Reality-Brille anschauen können. Die Marke Toptip wurde vor über 30 Jahren durch Möbel Pfister lanciert und 1994 an Coop verkauft.

Auf Anfrage will Coop die Pläne für die neuen Einrichtungshäuser weder bestätigen noch dementieren und verweist auf die Medienkonferenz im September. Sprecher Urs Meier meint lediglich: «Es ist sicher so, dass Coop immer für eine Überraschung gut ist.» Bekannt ist weder der Ort des Medienanlasses noch der Standort der ersten Livique-Filiale. Es dürfte sich aber um Oberentfelden nahe Aarau handeln. Dort hat Coop zuletzt Umbauarbeiten vorgenommen und mit der Neugestaltung der Filiale begonnen.

Sorgen wegen Ikea und Einkaufstourismus

Der Schweizer Möbelmarkt ist hart umkämpft, was sich auch an den seit Jahren rückläufigen Zahlen zeigt. Zusammen mit dem Lampenshop Lumimart hat Toptip 2017 einen Umsatz von 192 Millionen Franken erzielt. Zehn Jahre zuvor waren es noch 262 Millionen gewesen. Verantwortlich dafür sind unter anderem Auslandeinkäufe, Preiskampf und Onlinehandel sowie der sich breit machende Möbelriese Ikea. Im letzten Geschäftsjahr erzielte Ikea mit seinen neun Schweizer Filialen einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Franken.

Ein ähnliches Schicksal wie Toptip ereilte die Migros-Möbelmarke Interio. Bei ihr schrumpfte der Umsatz in den letzten zehn Jahren von 287 Millionen Franken auf zuletzt 154 Millionen. Darum muss auch für die Interio-Filialen eine strategische Neuausrichtung her, die am Dienstag im Beisein von Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen den Medien präsentiert wird. Die neue Interio-Welt soll den Online-Kanal und den stationären Handel verknüpfen, wobei ein Online-Shop in 3-D sowie Möbel-Konfiguratoren zum Konzept gehören. Anders als Coop macht die Migros kein Geheimnis aus dem Standort: Die erste neue Interio-Filiale steht in Spreitenbach.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 27.08.2018 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flop wie Siroop

    Der Name gefallen nur den Studierten Marketingfritzen! Immer an den Kunden vorbeiexperimentieren und Geld auf dem Buckel der Mitarbeiter verschleudern!

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  • BleiLama am 27.08.2018 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Das Angebot

    Vielleicht sollte man eher die Preisstruktur überdenken.

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  • Pete G. am 27.08.2018 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luegemer i 5 Jahr nomol....

    Wow, Touchscreen und VR-Brillen - ich hoffe schon, dass das Konzept noch ein bisschen darüber hinaus geht, denn damit lassen sich sicher nicht längerfristig Kunden binden! So wie ich Coop kenne, wird dies aber leider nicht der Fall sein....

Die neusten Leser-Kommentare

  • der böse Wolf auf der Pirsch am 31.08.2018 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    nach kapitalem Hirsch

    News TopTip. Heute Mittag wurde das Logo am ehemaligen Näschtruedu in Oberentfelden entfernt, hehe, das nenne ich liquid pronto ...

  • Bohnenblust Tom am 28.08.2018 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Coop sollte besser als schauen was für leute in den Geschäften arbeiten. Ein Grüezi onder Adieu ist heute kaum noch zu hören. Da kann ich auch zu Aldi oder Lidel

    • Mario M. am 29.08.2018 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bohnenblust Tom

      Jaa Tom, da magst du vielleicht recht haben. Das Problem ist nur, dass sich die stolzen Schweizer zu schade sind für diesen Verkäuferlohn zu arbeiten und lieber Sozialhilfe beziehen und von Vater Staat leben. Die Medaillie hat immer 2 Seiten

    • Freundlichkeit war noch die am 31.08.2018 16:29 Report Diesen Beitrag melden

      Stärke von Coop-Sklaven

      Seit TopTip dem Coop gehört war ich nie mehr in einem solchen Laden. Die Kataloge zeigen schon den altbackenen Stil und das Personal wird es danken, müssen dann auch nicht Grüezi und Adieu sagen.

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  • Walter am 28.08.2018 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Einkaufspreise

    Solange die Schweizer Möbelhändler einen viel höheren Einkaufspreis erhalten als die Deutschen, können Sie nie solche Preise anbieten. Hatte die Möglichkeit dies zu vergleichen

  • René S. am 28.08.2018 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Egerkingen?

    An der Filiale Egerkingen wird auch schon längers herumgebaut, vielleicht wird es ja diese sein.

    • Geheimniskrämer am 31.08.2018 19:50 Report Diesen Beitrag melden

      Für den Esel und dich

      Nöööö OE. Hoffe verschandeln nicht zu arg die teure Fassade und die Strasse mit BS-Autoschilderhaltern ...

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  • Daisydream am 28.08.2018 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Anstatt viel Geld für das Austüfteln eines neuen Namens auszugeben, hätte Herr Sutter sich vielleicht mal etwas Gedanken über das Preis-Leistungs-Verhältnis machen müssen. Denn die Preise entsprechen überhaupt nicht der Qualität der Möbel im Toptip. Auch der Name war hirnrissig, warum nicht Tiptop?

    • Schrott_S(c)h(oop) oder so am 31.08.2018 16:14 Report Diesen Beitrag melden

      sinniert ungeniert der böse Wolf

      Daisydream weil die Möbel alles andere als TipTop sind ...

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