Offenverkauf

11. Januar 2017 10:33; Akt: 11.01.2017 13:26 Print

Coop und Migros halten an Verpackungen fest

Was in anderen Ländern bereits gang und gäbe ist, hält in der Schweiz nur langsam Einzug: Der verpackungsfreie Verkauf von Lebensmitteln. Die Gründe.

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Schlecht für die Umwelt: Plastikverpackungen an der Kasse eines Detailhändlers. (Bild: Keystone/Archivbild)

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Die Schweiz ist nach Dänemark der zweitgrösste Abfallproduzent Europas. 2014 verursachte jeder Einwohner 729 Kilogramm Abfall, wie kürzlich publizierte Zahlen des Bundesamts für Umwelt (Bafu) zeigen. Im Jahr 1990 waren es erst 603 Kilogramm pro Kopf.

Einer der Gründe für den Anstieg sind laut dem Bafu die Verpackungen von Nahrungsmitteln, die immer aufwendiger werden und aus Materialien bestehen, die schwierig zu recyceln sind.

Begrenztes Potential

Bei den grossen Detailhändlern ist das Problem erkannt. Coop beispielsweise hat den Plastikanteil bei den Wasserflaschen seiner Konzernmarken verringert. Zwischen 2009 und 2015 konnten so Materialeinsparungen von 6500 Tonnen erzielt werden, wie ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Auch die Migros hat seit 2013 fast 1800 Tonnen an Verpackungsmaterial eingespart. Bis ins Jahr 2020 sollen es mehr als 6000 Tonnen sein. Aldi wiederum setzt bei seinen Frischprodukten auf wiederverwendbare Verpackungen. Beim Gemüse testet der Anbieter kompostierbare Tüten aus Zellulose.

Durch solche Massnahmen kann der Abfall zwar reduziert, nicht aber eliminiert werden. Bei Coop wurde zwar geprüft, den Offenverkauf auszubauen. Aus Hygienegründen blieb es aber bei Testläufen. Laut der Migros wäre der komplette Verzicht auf Verpackungen auch aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll. Die Lebensmittel wären dann beim Transport ungeschützt und würden schneller verderben, argumentiert der orange Riese.

In der Romandie ist der Trend weiter

In der Romandie ist der Trend hin zu unverpackten Produkten schon weiter. In Sitten, Genf und Biel gibt es bereits Läden, die Lebensmittel fast ausschliesslich offen verkaufen. Im Frühling wird es auch in Zürich und Basel solche Läden geben, die das Tante-Emma-Prinzip wieder aufleben lassen.

Neben der Abfallvermeidung hat der Offenverkauf für den Kunden auch einen finanziellen Vorteil: Durch den Wegfall der Verpackungen können die Händler den Angebotspreis zwischen 10 und 40 Prozent senken.

Einsparpotenzial für Verpackungen begrenzt

Doch selbst bei den Läden, die den offenen Verkauf zelebrieren, ist das Einsparpotenzial für Verpackungen begrenzt. So werden vor allem unverderbliche Produkte verpackungsfrei angeboten – beispielsweise Frühstücksflocken, Teigwaren, Tee, getrocknete Früchte oder auch Reinigungsmittel.

Bei den Frischprodukten ist das schwieriger. Immerhin können in gewissen Läden Kunden ihre eigenen Behälter mitbringen, mit denen sie das gekaufte Fleisch und Gemüse oder den Käse nach Hause transportieren können. Auch bei Manor ist diese Praxis in gewissen Filialen und Abteilungen erlaubt, wie ein Sprecher bestätigt.

(pat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eswär Soeinfach am 11.01.2017 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schluss mit Mogelpackungen!

    Die sollen die grossen Verpackungen dem kleinen Inhalt anpassen und schwups kann man bei vielen Produkten sehr viel Verpackungsmaterial einsparen!! Und erst noch ohne auf die Hygiene verzichten zu müssen...

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  • homer Simpson am 11.01.2017 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Fangt doch mal an die Gurken nicht noch in Plastik einzuschweissen. Das wäre mal ein erster Anfang. Denn das ist völlig überflüssig.

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  • allz eazy am 11.01.2017 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    So einfach...

    man könnte auch Hanfplastik verwenden. Der verrottet innerhalb kürzester Zeit ohne Umweltschäden und wächst enorm schnell.

Die neusten Leser-Kommentare

  • homer Simpson am 11.01.2017 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Fangt doch mal an die Gurken nicht noch in Plastik einzuschweissen. Das wäre mal ein erster Anfang. Denn das ist völlig überflüssig.

    • Alter Sack am 11.01.2017 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @homer Simpson

      Mich graust es wenn ich sehe wieviele Kunden das Gemüse in die Hände nehmen und wieder zurücklegen mit ungewaschenen Pfoten (Grippezeit)

    • xFiiRe am 12.01.2017 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alter Sack

      Man kann das Gemüse vor dem Verzehr noch waschen ;)

    • Waterpolo1s am 13.01.2017 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @homer Simpson

      ... wie wahr und zusätzlich jede(r) seine Betatsch-Finger zurückhält ... ist ja manchmal echt übel wie gewisse Leute das Gemüse/die Früchte befingern/drücken und die Nase ... ihr wisst schon und dann das Begrapschte wieder zurücklegen und beim nächsten weitermachen .. echt übel !!

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  • Sina am 11.01.2017 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Die Flaschen sind schrecklich

    Also die neuen Flaschen sind schon mal obermühsam. Eine halbe Drehung und die Flasche ist offen und sogleich der Druck weg und man drückt die Flasche zusammen, wobei man Acht geben muss das sich nicht gleich der halbe Inhalt über den Tisch ergiesst. Bin froh das ich nur selten eine Flasche brauch.

  • Stadex am 11.01.2017 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1990

    Bringt Glas zurück.

  • Marco E. am 11.01.2017 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wohin mit der Ware

    Dafür keine Plastiktaschen mehr.

  • Sandra am 11.01.2017 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Verpackungen müssen minimiert werden

    Die Verpackung sollte unbedingt minimiert werden. Aber gänzlich ohne Verpackung möchte ich gewisse Lebensmittel aus hygienischen Gründen auch nicht haben.