«Katastrophales Eigentor»

30. Mai 2018 05:47; Akt: 30.05.2018 12:20 Print

Coop verteilt Chile-Äpfel zum Naturaplan-Jubiläum

Zur Feier des 25-Jahre-Jubiläums von Naturaplan schenkte Coop seinen Kunden einen Gratis-Apfel. Zum Ärger eines Leser-Reporters.

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Gratis-Äpfel für alle: Vor dem Coop St. Annahof an der Zürcher Bahnhofstrasse fand am Samstagnachmittag eine Verteilaktion im Rahmen des 25-Jahre-Jubiläums von Coop Naturaplan statt. Ein Leser-Reporter beobachtete die Aktion: «Zwei junge Herren in einem dunkelgrünen Naturaplan-Shirt verteilten die Äpfel.»

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Er habe sich über den Gratis-Apfel gefreut, aber auch wissen wollen, ob das nun ein Bio-Apfel aus der Schweiz sei. Das erwarte man schliesslich vom Label Naturaplan. Also fragte er einen der Männer: «Er antwortete mir: ‹Das weiss ich nicht, ich muss die Äpfel nur verteilen.›»

Coop verteilte Gala-Äpfel aus Chile

Der Leser-Reporter wurde angewiesen, in der Lebensmittelabteilung des Coops nachzufragen. Was er auch tat: «Als ich einen Mitarbeiter konfrontierte, telefonierte der kurz rum und bestätigte mir dann: ‹Es ist ein Gala-Apfel aus Chile, nicht bio.›»

Für den Leser-Reporter ist das ein «katastrophales Eigentor» von Coop. «Es kann doch nicht sein, dass Mitarbeiter mit einem Naturaplan-Shirt Äpfel aus Chile verteilen, die vermutlich auch noch mit Pestiziden behandelt sind.» Er findet, man hätte bei der Verteilaktion ein Schild mit der Aufschrift «Diese Äpfel wurden um die halbe Welt gekarrt, um Ihnen eine Freude zu machen» aufstellen sollen.

«Sicherlich etwas unglücklich gewählt»

Coop-Sprecherin Yvette Petillon bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten: «Wir mussten für diese Aktion auf importierte Äpfel zurückgreifen. Grund dafür ist, dass es wegen des Frühjahresfrosts aktuell nur sehr beschränkt Schweizer Äpfel gibt.» Bio-Äpfel aus der Schweiz seien praktisch gar keine verfügbar.

Petillon versteht den Ärger des Leser-Reporters und gibt zu: «In unserem 25-Jahre-Naturaplan-Jubiläumsjahr war die Aktion mit importierten Äpfeln sicherlich etwas unglücklich gewählt.» Dennoch hätten sie damit den Kunden eine «gesunde Freude» bereiten können.

(sil)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SonjaA am 30.05.2018 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?;/

    Wenn man 20 Minuten liest, hat das einen grossen Vorteil: Man wird von den wirklichen Problemen der Welt abgelenkt und ärgert sich über Bratwürste und Äpfel!:)

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  • Escobar am 30.05.2018 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    aber zuhause Bananen aus Kolumbien.

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  • Markus K. am 30.05.2018 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn wunderts

    Nicht neu. Hauptsache den Kunden als Dumm verkaufen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jack H am 31.05.2018 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Äpfel im Frühsommer

    Die Chilenischen Äpfel haben sowieso die bessere Ökobilanz als Schweizer Äpfel, die über den ganzen Winter gelagert wurden.

  • Sigi leu am 30.05.2018 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    Labelwahn

    Bio ist nicht gleich Biologisch. Auch Bio Äpfel aus der Schweiz werden gespritzt.

  • K. Feldweg am 30.05.2018 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bio Pestizide gibt es auch

    Bio und mit Pestizid behandelt. Ja das ist Realität. Kupfer gilt auch als Pestizid, es reichert sich sogar im Boden an. Chemisch synthetische Mittel werden im Boden abgebaut. Bio Äpfel werden mehr gespritzt als konventionelle. Informiert euch gründlicher.

  • Chileno am 30.05.2018 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Chile

    Welche Ignoranz nur weil die Äpfel aus Chile stammen, sollen sie Pestizide enthalten.

  • mika lik am 30.05.2018 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aha

    Aha ist naturaplan etwa zu teuer für coop??