Lohnschere

10. Februar 2011 22:43; Akt: 10.02.2011 22:48 Print

Credit Suisse ist top – bei den Salären

von Hans Peter Arnold - Die Credit Suisse machte letztes Jahr 24 Prozent weniger Gewinn. Bei den Salären wird trotzdem weitergeklotzt.

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Unglaubliche 90 Millionen Franken verdiente CS-Chef Brady Dougan 2010. Doch die exorbitante Auszahlung hatte keinerlei positive Auswirkung auf das Jahresergebnis. Im Gegenteil: Die CS verdiente letztes Jahr weniger Geld. Der Reingewinn sackte von 6,7 auf 5,1 Milliarden Franken ab. Trotzdem zahlt die CS weiterhin so hohe Gehälter wie kein anderer Arbeitgeber in der Schweiz. 291 000 Franken blättert die Grossbank im Schnitt für einen Mitarbeitenden hin, wie 20 Minuten errechnet hat. 2009 betrug dieser Wert 315 000 Franken.

Zum Vergleich: Ein UBS-Mitarbeiter kostet durchschnittlich 263 000 Franken. «Die gesamte Bonussumme haben wir um 25 Prozent gesenkt», rechtfertigt CS-Sprecher Marc Dosch. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Um die Boni zu senken, hat die Bank die Grundlöhne erhöht. «Die Fixsaläre und der Bonus ­zusammen sind um 9 Prozent gesunken», bestätigt denn auch Dosch. Denise Chervet, Zentralsekretärin des Schweizerischen Bankpersonalverbands, ist empört: «Viele einfache Bankangestellten regen sich über die riesigen Saläre von Topbankern auf. Das ist schlecht für die Moti­vation.» Und SBG-Gewerkschaftspräsident Paul Rech­steiner wettert, man habe im Topmanagement und im Investmentbanking aus der Vergangenheit offenbar nichts gelernt. «Die Lohnexzesse an der Spitze der Grossbanken stehen im Kontrast zu dem, was mit realer wirtschaftlicher Tätigkeit erzielt werden kann.» Umso grotesker sei es, wenn sich die Topbanker gegen die neuen, höheren Eigenmittelanforderungen an die Banken wehrten.