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30. August 2017 07:10; Akt: 30.08.2017 22:54 Print

Credit Suisse will Kinder mit Extrazins ködern

von Isabel Strassheim - Die Bank Credit Suisse legt ein Angebot für Kinder auf. Dabei gewährt sie einen ungewöhnlich hohen Zinssatz, der allerdings nur bis 1000 Franken gilt.

Wie lernen Kinder den Umgang mit bargeldlosem Geld? Fragen an Daniel Betschart, Programmleiter Schuldenprävention und Konsum bei Pro Juventute
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Über die Kinder möchte die Grossbank Credit Suisse an Eltern als neue Kunden kommen. Sie startet ein Kids-Sparkonto mit einem Zinssatz von 5 Prozent, dies in einem Nullzinsumfeld. «Wir wollten, dass es für das Kind einfach zu verstehen ist: Für hundert Franken einen Fünfliber», sagt Florence Schnydrig, Leiterin Produktentwicklung der CS Schweiz, am Dienstag in Zürich. Voraussetzung ist, dass auch die Eltern ein Konto bei der Bank haben oder eröffnen.

Umfrage
Hat Ihr Kind ein Sparkonto?
7 %
51 %
10 %
32 %
Insgesamt 404 Teilnehmer

Der Zinssatz gilt allerdings nur bis zu einem Sparbetrag von 1000 Franken. Danach gibt es 1 Prozent Zins, ab 25'000 Franken sinkt er dann auf 0,01 Prozent. «Wir wollen das nicht für Erwachsene als Parkierungsmöglichkeit bieten», erklärt Schnydrig. Zu dem Angebot, das ab dem 4. September in der Schweiz startet, zählt auch eine Maestro-Debitkarte für Kinder ab sieben Jahren. Mit ihr sollen sie den Umgang mit nicht sichtbarem Geld lernen können. Für die Karte gilt ein Tageslimit, das die Eltern festlegen können.

Ein Schweizer Säuli

Zur Frage, wie Kinder bargeldloses Zahlen und Sparen lernen können, hat die Credit Suisse auch Pro Juventute konsultiert. «Es ist Realität, dass Geld immer weniger physisch wird, für Eltern gibt es dabei viel Erklärungsarbeit», sagt Daniel Betschart. Er ist Programmverantwortlicher für Schuldenprävention und Konsum bei Pro Juventute. Seine Tipps zur Gelderziehung im bargeldlosen Zeitalter finden Sie im 20-Minuten-Video.

Auch das Kässeli der Credit Suisse wird digital. Das vom Schweizer Technologieunternehmen Zühlke eigens entwickelte und produzierte Säuli ist mit einer App verbunden, die anzeigt, wenn Bargeld eingeworfen wird. Per App können Kinder auch ein Sparziel festlegen und verwalten, während Eltern Geld auf das Sparkonto überweisen können.

Ämtli per App festlegen

Auch die Festlegung und Ausführung von Ämtli soll mit der Spar- App möglich sein. Denn laut Umfrage verknüpfen 37 Prozent der Eltern das Taschengeld mit Bedingungen. Die App bietet dafür eine Reihe von Aufträgen an, zum Beispiel «Pflanzen giessen». Ist das Ämtli ausgeführt, zeigt die App dem Kind den dafür vereinbarten Betrag als «ausstehend» an. Die Eltern werden damit zu Debitoren. Schnydrig betont, dies sei eine erste Einführung ins Schulden- und Kreditwesen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris B. am 30.08.2017 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früh übt sich

    Für die Medien mag es eine Hetzjagd auf Kinder und Gelder ihrer Eltern sein. Dennoch darf nicht ausser acht gelassen werden, dass viele Junge & Jugendliche den wesentlichen Bezug zu Geld weder in der Schule noch Privat richtig lernen. Ich bin auch kein Freund der Grossbanken, dennoch finde ich das herantasten ans Sparen und den Umgang mit Geld in dieser Form eine gute Idee. Die Eltern behalten dabei stets die Kontrolle. Zudem kommt mit der Digitalisierung und dem Informationszeitalter hinzu, dass physisches Geld immer mehr verschwinden wird. Viele Leute tun sich damit noch schwer...

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  • Kain Spam am 30.08.2017 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Was die eine Hand gibt...

    ... nimmt die Andere wieder. Die max 50.-- Sonderzins werden bei Mami oder Papi mit den happigen CS-Gebüren wieder reingeholt.

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  • Nardo am 30.08.2017 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Werbung

    Wieso kann man nicht Paid Content hinschreiben, wenn es sich um Werbung für Credit Suisse handelt?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco am 31.08.2017 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Zinsen sind Geschichte und kommen nicht wieder...

    Extra zins,... wer seinem Kind was gutes tun will,... kauft Ihm aktien oder macht gleiche einen fonds,... die Zeiten von spaarkontos sind vorbei.

  • Karl Meier am 31.08.2017 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spätere Abzockerei

    Zuerst mit grossen Zinsen ködern, um später mit hohen Gebühren abzuzwicken. Als Beispiel: 2,5 Prozent Gebühren für eine Kreditkartenzalung in CHF nach Holland.

  • Lukas Meister am 31.08.2017 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne neue Zeit

    Die Eltern subventionieren diese Aktion quer. So sieht es aus. Also kann ich gleich meinem Kind als Geldinstitut zur Verfügung stehen. Dann würde mich interessieren, wieviel die Kinder für einen Fremd-Bancomat-Bezug zahlen. Und weiter möchte ich, dass meine Kinder den Umgang mit Bargeld lernen, nicht den Umgang mit Karten. Denn sie sollen weder abhängig werden von einem Geldinstitut, noch sollen sie gläsern sein für den Staat und vor allen sollen sie sehen, wie das Geld zwischen den Händen zerrinnt. Erinnert mich bisschen an den Pausenhof-Dealer!

  • Anonym am 31.08.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals CSS

    Ich würde nie und nimmer zu einer Grossbank gehen! Dort durchschaut man als Kunde nichts, weil von den angestellten Bankern alles getan wird, um die Kundschaft einseitig zu informieren. All die Prozesse, welche CSS und UBS am Hals haben, sprechen Bände!

    • Mark Thomas am 31.08.2017 14:34 Report Diesen Beitrag melden

      Geld auch lieber auf Bank anlegen

      Ich würde mein Geld auch nicht auf einer Krankenkasse (CSS) anlegen. Da gehe ich lieber zu einer Bank zb. CS, die meiner Meinung nach eine viel zu schlechte Reputation hat, denn die Konto/Paket-Angebote sind super. Mann muss nur mal Kosten/Nutzen/Zinsertrag vergleich zwischen den Angeboten ziehen.

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  • Mutter/Berufsfrau am 31.08.2017 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Bank

    Taschengeld an Bedingungen zu knüpfen ist für mich ein no Go. Und dass eine Grossbank, welche momentan so viel Prozesse am Hals hat wegen dubioser Geschäfte sich nun Kinder ködern will, lässt tief blicken.