Eigenes Netz geplant

02. September 2018 09:14; Akt: 02.09.2018 09:44 Print

DHL greift die Post im Paketgeschäft an

Der deutsche Paketdienst will seine Präsenz in der Schweiz massiv ausbauen. Ab September wird DHL alle Privathaushalte beliefern.

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Die Post erhält hierzulande Konkurrenz im boomenden Paketmarkt. Der deutsche Paketdienst DHL plant ein eigenes Netz mit 1000 Abholstellen. Ab September wird die Tochter der Deutschen Post alle Privathaushalte beliefern.

«DHL wird die Präsenz in der Schweiz massiv ausbauen», kündigte Günter Birnstingl, Leiter der neu gegründeten Gesellschaft, im Interview mit der «SonntagsZeitung» an. Ziel sei es, hierzulande hinter der Post die Nummer zwei zu werden.

Konkret ist der Aufbau von 1000 Abholstellen vorgesehen. Dazu zählen sollen Tankstellen, Apotheken und Bäckereien. Wichtigster Partner ist die Supermarktkette Spar. Heute beliefert DHL Express in der Schweiz vor allem Unternehmen. Die neue Gesellschaft DHL Parcel Switzerland fasst nun Privathaushalte ins Auge.

Keine Dumpingpreise

Konkurrenz machen will der deutsche Logistiker der Schweizerischen Post auch beim Preis. «Wir werden den Kunden bei vergleichbarer Leistung gegenüber der Konkurrenz einen Kostenvorteil bieten», sagte Birnstingl weiter. Dumpingpreise werde es aber nicht geben.

In den Ballungszentren will DHL die Lieferung am Samstag und bis 20 Uhr ohne Aufpreis anbieten. Das dürfte vor allem die Versandhändler freuen, denn die Post verrechnet ihnen für diesen Service Extrakosten, die sie bisher oft an die Kunden weitergegeben haben. Auch der Paketversand für Private soll in mehreren Fällen preiswerter werden, weil sich der Preis nach der Grösse des Pakets richtet und nicht nach dem Gewicht.

Der Paketmarkt in der Schweiz ist in den letzten Jahren vor allem dank dem Onlinehandel stark gewachsen. Letztes Jahr hat die Schweizerische Post 130 Millionen Pakete zugestellt - 6,2 Prozent mehr als 2016. Um dem Wachstum zu begegnen, investiert sie in den nächsten Jahren 150 Millionen Franken in drei neue Paketzentren.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anton Deutschpost am 02.09.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ich freue mich über DHL

    Sehr gut endlich wird auch abends und am Samstag ausgeliefert. Die Zeiten das jeder Haushalt eine Hausfrau hat, die den ganzen Tag zu Hause auf den Boten wartet ist schon lange vorbei

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  • @Urs am 02.09.2018 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Finde ich ganz gut, denn die Post baut immer mehr ab und verlangt mehr. Ich hoffe sie machen auch noch Einzahlungsstellen und Geldwechselschalter. Die Post hat sich ins lausige verändert, dank der Manager die nichts taugen.

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  • Bob am 02.09.2018 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Konkurenz belebt. So wird die Post vielleicht dszu gezwungen ihr Kerngeschäft zu erledigen. Die armen Mitarbeiter am Schalter dürfen wieder mit den Kunden ein "Schwatz" abhalten und müssen keien Versicherungen, Papeterieartikel, Gemüse, etc. mehr verkaufen. Getreu dem Moto "Schuster bleib bei deinen Leisten"

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Postbote am 17.09.2018 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drecksfirma

    Leider steht hier nicht, dass die Manager bei PostLogistics sich überlegen aufgrund des Ausbaus der Konkurrenz den Lohn von uns Zustellern zu kürzen. Das ist bei der Post offenbar die einzige Methode Geld einzusparen. Bei den Mitarbeitern ganz unten in der Hierarchie die die eigentliche Arbeit verrichten und die Haupteinnahmequelle bilden.

  • Lilo am 05.09.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz

    Gestern hat die Fernsehsendung Marktcheck einen Beitrag über die Firma DHL gezeigt, wenn sogar Express Sendungen erst nach fünf Tagen zugestellt werden oder erwartete Pakete nicht zugestellt werden und bei Nachfrage niemand zuständig ist, dann bleibe ich lieber bei unserem Postpaketdienst

  • Minütli am 04.09.2018 02:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Post?

    Die Schweizerische Post hat und schneidet sich schon längst ins eigene Fleisch! Die Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich hoffe auch in diesem Fall!

  • working pur am 03.09.2018 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Knochenjob

    Ich hab mal eine reportage geschaut im TV über deutsche Paket erteilter, evt wars DHL bin nicht sicher. Jedenfalls, ich erschrak über den Stress den die Mitarbeiter haben. Das geht nur noch für stressresistente und sportlich fitte Leute. Ständig Treppe hoch und runter Rennen (!) und trotzdem bleibt zu wenig Zeit um alle Pakete zu verteilen. Den wohl zu tiefen Lohn will ich gar nicht erst wissen. Die Menge an Paketen auf der tagestour ist derart hoch dass sie nur noch abholschein in Briefkasten legen und gar nicht mehr warten können ob jemand die Türe öffnet..

    • Bartli am 16.09.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

      mehr Fragen wie Antworten

      Fahren dann wieder viele mit dem Wagen zur nächsten Lieferstelle? Gut für die Umwelt was? Poststellen wie es sie noch vor 20 Jahren gab waren das Beste. Aber man kann vielleicht gleich noch einkaufen (Kundenbindung). Diskretion ist aber passe. Hunz und Kunz weiss wo wer bestellt und wie oft. Da sind mir diese Paketcontainer doch einiges lieber. Wie werden die Mittarbeiter bezahlt? Haben sie genügend Zeit? Alles andere ist moderne Sklaventreiberei. Eigentlich will ich mein Paket nach Hause geliefert bekommen, falls ich mal was online bestelle. Klingeln und warten die auch?

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  • Simon Wegert am 03.09.2018 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    DHL fehlt es an Weitsicht. Traurig.

    Ich kritisiere die DHL seit ihrer Markteinführung in der Schweiz wegen Sklaverei ähnlichen Beschäftigungsmodellen und im Besonderen, dass DHL in der Schweiz absolut keinerlei - keinen Quadratmeter Infrastruktur für die Kunden bereitstellt. Das "neue" DHL-Konzept stammt aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Zeitgemäss wäre: Selbstbedienungs-Paketstationen flächendeckend mit Zugangscode zum Paketfach wo das Paket liegt per SMS-Code und persönlicher PIN. Dafür bracht man pro Standort gerade mal 50 m/2. In den USA ist das seit 25 Jahren Standard. In Europa schläft man einmal mehr.