Börsengang

12. April 2019 09:19; Akt: 12.04.2019 10:45 Print

Kann jetzt jeder Stadler-Aktien kaufen?

von Dominic Benz - Privatanleger können ab heute die Aktien von Stadler Rail kaufen. Was man über den Börsengang des Zugbauers wissen muss.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Stadler hat am Freitag um 9 Uhr seinen Börsenstart gefeiert. Der Start war fulminant: Die Titel des Börsenneulings schossen vom Zuteilungspreis von 38 Franken gleich auf 42 Franken hoch. Um 10.30 Uhr notierte der Titel bei 41.90 Franken, 13 Prozent über dem Zuteilungspreis. Die Aktien des Thurgauer Zugbauers werden an der Schweizer Börse SIX unter dem Ticker-Symbol SRAIL gehandelt. Es ist der grösste europäische Börsengang seit Jahresbeginn, schreibt SIX.

Umfrage
Kaufen Sie sich Stadler-Aktien?

Können Privatanleger die Aktien kaufen? Und wie viel Geld fliesst mit dem Börsengang an Stadler-Präsident Peter Spuhler? 20 Minuten beantwortet die wichtigsten Fragen:

Warum geht Stadler an die Börse?

Der Zugbauer ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen – für Stadler-Präsident Peter Spuhler ein Grund, den Konzern an die Börse zu bringen. «Wenn das so weitergeht, ist es von Vorteil, das Wachstum über den Kapitalmarkt finanzieren zu können», sagte er zu 20 Minuten. Ein Unternehmen kann an der Börse schnell Kapitalerhöhungen durchführen und sich so frisches Geld für Zukäufe oder andere Wachstumspläne besorgen.

Wie viel verdient Spuhler mit dem Börsengang?

Spuhler besitzt 80 Prozent der Stadler-Aktien. Er will Hauptaktionär bleiben und für den Börsengang bis zur Hälfte seiner Anteile verkaufen. Beim Eröffnungskurs von 42 Franken lag der Börsenwert des Unternehmens bei 4,2 Milliarden Franken. Schätzungen gehen davon aus, dass Spuhler mit dem Börsengang rund 2 Milliarden Franken in Cash einnehmen wird. Es wurden 35‘000‘000 seiner bestehenden Namenaktien angeboten.

Ist die Aktie eine «Volksaktie»?

Spuhler selbst hat schon von einer «Volksaktie» gesprochen. Das Papier soll also für jedermann sein. «Es wäre eine grosse Freude, wenn wir viele Kleinaktionäre hätten, die auch etwas bahnbegeistert sind», so Spuhler. Das Problem: Das Interesse an der Aktie des ersten börsenkotierten Schweizer Zugbauers war riesig. Die Nachfrage überstieg das Angebot. Platziert wurden die Aktien vor allem bei institutionellen Anlegern wie Pensionskassen, Versicherern oder Anlagefonds. Private Kaufwillige dürften überwiegend leer ausgehen. Laut Corina Hennig, Anlagespezialistin bei der Bank Cler, wurden bei der Platzierung der Aktien nicht genügend Privatanleger bedacht, «um dem Anspruch einer Volksaktie gerecht zu werden».

Können Privatanleger die Aktien zum Börsenstart kaufen?

Ja, ab dem Börsenstart können Privatanleger Stadler-Aktien erwerben. Expertin Hennig empfiehlt aber, sich vorerst zurückzuhalten. «Anleger sollten ruhig bleiben und den Ausgabepreis sowie die ersten Bewertungen der Banken abwarten.» Der erste Handelstag dürfte aber ein Erfolg werden, meint die Expertin.

Ist die Aktie ein Schnäppchen?

Expertin Hennig erachtet die Aktie als fair bewertet. «Sie ist weder ein Schnäppchen noch überteuert.» Dabei müsse man die Unternehmenszahlen betrachten. Und diese sehen gut aus: Stadler ist profitabel, hat kaum Ausstände und die Auftragsbücher sind voll. 2019 soll sich der Umsatz voraussichtlich auf 4 Milliarden Franken verdoppeln. Davon sollen die Aktionäre profitieren: Rund 60 Prozent des Nettogewinns sollen in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Für das laufende Jahr sind Ausschüttungen von 120 Millionen Franken vorgesehen.

Was wird jetzt für Stadler anders?

Bisher war Stadler verschwiegen. Zahlen wurden kaum publiziert. Das ändert sich jetzt: Börsenkotierte Unternehmen müssen ihre Bücher öffnen. Das kann Vorteile haben. «Aufträge werden gern an Firmen vergeben, bei denen man die Zahlen kennt», so Hennig. Zudem steige der Bekanntheitswert. Andererseits werde der Druck auf Stadler grösser. «Investoren wollen jetzt gute Zahlen sehen», sagt die Expertin. Stadler werde nun stärker mit den Konkurrenten Alstom, Bombardier oder Siemens verglichen. «Bisher fällte einzig das Stadler-Management die Entscheide. Nun will der Markt aber mitreden», so Hennig.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mensch am 11.04.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warren Buffet sagte

    Wenn eine Zeitung sagt, dass man eine Aktie kaufen soll, ist shorten die beste Option.

    einklappen einklappen
  • ds am 11.04.2019 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super chance

    Der erste Tag wird auf jedenfall einen Erfolg an der Börse..jedoch steigt man eine Woche später meistens besser ein wenn die Haie ihre Anteile mit Gewinn wieder verkauft haben.

  • Christine am 11.04.2019 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    fragwürdiger Profi??

    eine spezialistin der bank cler? die haben doch nicht mal ein eigenes research... da trau ich lieber anderen auf dem markt...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heichr am 12.04.2019 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Habe Glück gehabt und gleich um 9'00 zugeschlagen. Nicht wirklich viele aber habe Freude daran. Glaube es ist ein ehrliches Schweizer unternehmen wie es sie leider nicht mehr so viele gibt.

  • TomTom am 12.04.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Volksaktie

    Stadlers Geschäftsgang ist nur schwer vorhersehbar. Wenn dem Unternehmen ein sicher geglaubter Grossauftrag durch die Lappen geht oder zu eng kalkuliert wurde, um sich den Zuschlag zu sichern, dann beeinflusst das nicht nur den Geschäftsausweis, sondern auch den Aktienkurs. Stadler Rail als Beimischung für ein diversifiziertes Portfolio? Warum nicht. Als Volksaktie für vorsichtige Gelegenheitsanleger? Lieber nicht.

    • MaxMax am 12.04.2019 17:05 Report Diesen Beitrag melden

      shorten

      Via Put Optionen oder Mini Futures auf fallende Kurse setzen.

    • Thomas am 12.04.2019 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      @ TomTom

      Wir alle, werden wohl oder übel zwangsweise via unsere Pensionskassen zu Stadler Rail Aktionären.

    • P.K am 12.04.2019 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Die Arbeitgeber müssen die Arbeitnehmer informieren, wenn Sie den PK-Anbieter wechseln wollen. Dies mit Begründung. Dürfte demzufolge nur zukünftig in die PK Eintretende betreffen.

    • hubikus am 12.04.2019 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P.K

      Ich würde den Beitrag von Thomas nochmals lesen, bevor weiterer Quatsch gepostet wird. Es geht nicht um einen PK Wechsel! Und die PK muss ihre Versicherten nicht informieren, wie sie ihr Kapital anlegt

    einklappen einklappen
  • China-Kenner am 12.04.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    mal abwarten ... ;)

    ...na ja, wenn der Kurs wieder gefallen ist und sogar spürbar unter Ausgabepreis ( was ja meistens so ist ), dann kommen die Broker ( hier: Strohmänner ) und kaufen verdeckt, aber im Auftrag von CRRC still heimlich die Aktien, die angeboten werden. ;) Und irgend wann haben die Chinesen mind. 25,1 % Gesamtanteil der AG und Herr Spuhler muss aufpassen, was er tut.

    • Realist am 12.04.2019 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      @ angeblichen China-Kenner

      Jetzt wird Kasse gemacht um später bei tiefstkursen wieder einzusteigen.

    • Ping Pong Ting am 12.04.2019 16:49 Report Diesen Beitrag melden

      @ China-Kenner

      Wohler eher nur Kenner via China Restaurant..

    • Rollmaterialhändler am 12.04.2019 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      @angeblicher "Realist"

      Ich war bis vor 8 Tagen für fast 2 Wochen im Haidian District. Die CRRC-Bosse lurgen sich Stadler Rail immer genauer an. ;) Was die genau vor haben, weiss ich natürlich nicht. Na vielleicht bekommt Herr Spuhler ja auch mal nur Besuch von diesen Global-Player'n.

    • Corinna am 12.04.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      @ angeblichen Rollmaterialhändler

      Bei Dufry und Syngenta haben sich die Chinesen auch übernommen und mussten mit Verlust (Dufry) verkaufen.

    • China-Kenner am 12.04.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      @Ping Pong Ting

      :)) Du Spaßvogel :)) und komisches Dütsch hast Du: "Wohler" ??? :)) Also ich bin seit ca. 25 Jahren öfters in China... natürlich beim schaffe ( Geschäfte machen ). Die von den Chinesen öffentlich bekannt gemachten Wirtschaftszahlen, glaub ich natürlich nicht. Ich hab dort auch sehr viel Armut gesehen. Aber die Oberschicht ( vor allem mit KP China Hintergrund ) ist immer noch auf Einkaufstour in Europa, USA usw.

    einklappen einklappen
  • jo term am 12.04.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    zu teuer

    Überbezahlt mit 42 sfr. die wird sich unteren Bereich von 30Sfr. ansiedeln. Die Aktie wurde von den Medien und seinem Verkäufer raufgepuscht.

    • Fredy am 12.04.2019 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      Bin eine Ikone

      Sie können das ja sicher beurteilen.

    einklappen einklappen
  • Andreas Dietrich am 12.04.2019 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Vorkaufsrecht

    Grossaktionären werden in der Regel solche neuen Aktien ein paar Tage vorher angeboten, bevor sie öffentlich an den Börsen zu erwerben sind. Das ist natürlich ein Los mit garantiertem Gewinn. Oder drastischer ausgedrückt: So kann jeder Depp gefahrlos Geld verdienen. Billig kaufen und ein paar Tage später sehr teuer verkaufen und den Gewinn realisieren. Das VOR allen anderen.

    • reto am 12.04.2019 18:40 Report Diesen Beitrag melden

      @andreas dietrich

      sorry aber Du hast wirklich absolut keine Ahnung Mach Dich schlau wie so ein Börsengang abläuft (google oder Frag direkt die SIX)

    einklappen einklappen