Axpo, Swisscom, SAP

18. Januar 2019 13:16; Akt: 18.01.2019 13:16 Print

Darum setzen so viele Firmen auf Meditation

Zahlreiche Schweizer Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter zum Meditieren anregen. Das steckt dahinter.

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Firmen wie SAP, Axpo, Swisscom oder Google wollen ihre Mitarbeiter mit Meditationslektionen gesünder und stressresistenter machen. Google gilt hier als Vorreiter: Die Firma aus dem Silicon Valley war eine der ersten, die das mentale Training in die Schweizer Geschäftswelt brachte. Auf Anfrage heisst es: «Google bietet für Mitarbeitende zahlreiche Kurse unter anderem auch zu Themen wie bewusstem Arbeiten an.» Mitarbeitern in Zürich stehen Meditationskurse und ein Meditationsraum zur Verfügung. Google betont, dass es keine Pflicht sei, an den Kursen teilzunehmen. Auch bei der Softwarefirma SAP, der Versicherung Helsana und dem Telekomanbieter Swisscom sagt man auf Anfrage, dass man das Wohlbefinden der Mitarbeiter steigern wolle und deren Gesundheit fördern. Was erst mal gut klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Die Zahl der Krankschreibungen von Schweizer Angestellten wegen psychischer Krankheiten hat laut einer Swica-Auswertung von 2012 bis 2017 um 35 Prozent zugenommen. Unternehmen tuen laut Experten gut daran, dafür zu sorgen, dass sie ihre Mitarbeiter mental stärken. Dies bestätigt auch Philipp Schmid, Meditationsleiter und Co-Gründer von Now Meditation in Zürich: «Ein Grund für den Meditationstrend im Büro ist sicher, Krankheiten wie Burn-out vorzubeugen, die im Zusammenhang mit dem technologischen Fortschritt und der gesteigerten Geschwindigkeit im Alltag entstehen können.» Laut Schmid gibt es viele verschiedene Meditationstechniken. Im Businessbereich sieht der Ablauf meist wie folgt aus: In einem ersten Schritt versucht man, sich seiner Gedanken und Emotionen bewusst zu werden. In einem zweiten lernt man sie zu kontrollieren. In einem dritten Schritt lernt man, bewusst gewisse Gedanken und Emotionen zu kultivieren. Mitarbeiter lernen so laut Schmid ihr Gedankenkarussell zu bremsen und den Geist zu beruhigen.

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Einamten, ausatmen und sonst gar nichts tun: Firmen wie die Axpo, Swisscom oder Google wollen ihre Mitarbeiter mit Meditationslektionen genau dazu motivieren. Was steckt hinter dem Meditationstrend?

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Google gilt hier als Vorreiter: Die Firma aus dem Silicon Valley war eine der ersten, die das mentale Training in die Schweizer Geschäftswelt brachte. Auf Anfrage heisst es: «Google bietet für Mitarbeitende zahlreiche Kurse unter anderem auch zu Themen wie bewusstem Arbeiten an.» Mitarbeitern in Zürich stehen Meditationskurse und ein Meditationsraum zur Verfügung. Google betont, dass es keine Pflicht sei, an den Kursen teilzunehmen.

Stresslevel senken und Wohlbefinden steigern

Beim Energiedienstleister Axpo verweist man darauf, dass die Meditation die Führungskräfte unterstütze und das Stresslevel der Mitarbeiter senken soll: «Bei Axpo werden achtsamkeitsbasierte Ansätze und Kurse zum Stressmanagement und als Unterstützung von Führungskräften eingesetzt», sagt man auf Anfrage.

Auch bei der Softwarefirma SAP, der Versicherung Helsana und dem Telekomanbieter Swisscom sagt man auf Anfrage, dass man das Wohlbefinden der Mitarbeiter steigern wolle und deren Gesundheit fördern.

Krankschreibungen haben zugenommen

Was erst mal gut klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Die Zahl der Krankschreibungen von Schweizer Angestellten wegen psychischer Krankheiten haben laut einer Swica-Auswertung von 2012 bis 2017 um 35 Prozent zugenommen. Unternehmen tuen laut Experten gut daran, dafür zu sorgen, dass sie ihre Mitarbeiter mental stärken.

Dies bestätigt auch Philipp Schmid, Meditationsleiter und Co-Gründer des Meditationsstudios Now Meditation in Zürich: «Ein Grund für den Meditationstrend im Büro ist sicher, Krankheiten wie Burn-out vorzubeugen, die im Zusammenhang mit dem technologischen Fortschritt und der gesteigerten Geschwindigkeit im Alltag entstehen können.»

(vay)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Grosskonzern Sklave am 18.01.2019 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Sklaverei

    Wie wäre es mit einem gesunden Arbeitsvolumen, damit die Mitarbeiter nicht in Burn-Outs und sonstige psychische Probleme verfallen? Wie wäre es, wenn das obere Kader 5% Ihrer Löhne in neue Mitarbeiter investieren würden, um wiederum das Arbeitsvolumen besser zu verteilen? Aber wir können auch Meditationskurse besuchen, um noch mehr zu leisten, um sich noch mehr auf die Arbeit zu konzentrieren und um uns den Freizeit-Bedarf wegzumeditieren. In 10 Jahren werden den Mitarbeitern dann Aufputschmittel verschrieben, damit wir 16 Stunden am Tag arbeiten und mit 3 Stunden Schlaf durchkommen

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  • Xpert am 18.01.2019 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenvorschlag

    Man sorgt für ein angenehmes Arbeitsklima, lässt die Angestellten während der Freizeit/Ferien in Ruhe, macht nicht Druck oder ein Theater wenn man halt mal krankheitsbedingt 2-3 Tage ausfällt, zahlt einen anständigen Lohn... Und schon hat sich das mit der Meditation erledigt.

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  • s.ziegler am 18.01.2019 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Symptombekämpfung für Roboter

    alle Meditationen egal welchen Ursprungs und alle mentalen Übungen sind grundsätzlich super. Dies sollte aber nur geschehen um sich weiterzuentwickeln und nicht um den Stress und die Wiederstanfskraft zu kontrollieren. Emotionen kontrollieren, ha, wir werden immer mehr zu Robotern. In diesem Zusammenhang ist es nur Symptombekämpfung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Stricker am 19.01.2019 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich lese nur

    .... für Führungskräfte... fürs Management.... für Kaderleute.... ich lese nirgends, dass diese Kurse für die einfachen Krampfer, jene an der Basis, angeboten werden, also denen, die den Managern erst die horrenden Löhne möglich machen...

  • Hsp am 19.01.2019 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Phuu

    Ich wäre ja nur schon froh gewesen um einen Ruheraum. Den ganzen Tag im Grossraumbüro und die Mittagspause im Glattzentrum, ganz toll. Zum Glück ist das vorbei.

  • Ephraim Lercher am 19.01.2019 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein Versuch wärs wert

    Wenn es belegt wäre, dass Sklavenhaltung und Auspeitschen die Produktivität erhöhen würde, würden sie das auch machen.

  • Der geschiedene Arbeiter am 19.01.2019 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Habe bessere Idee

    Hmm...... meinen Stresslevel könnten meine Chefs senken, wenn sie mir einmal mehr bezahlen würden. So dass ich nicht noch einen zweiten Job nachgehen muss. Geldsorgen sind mein grösster Stresstreiber von solchen sich gegenseitig spühren Meditationsgedöns zahle ich meine Rechnungen auch nicht. Aber eben man gibt halt lieber Geld für so was aus, als dem kleinen Mann etwas mehr zu gönnen.

  • Katja am 19.01.2019 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Augen schliessen und an Geld denken

    an viel Geld und noch mehr Geld. Die Firma wird es euch lohnen...