Begehrter Arbeitgeber

18. Mai 2018 20:50; Akt: 18.05.2018 20:50 Print

Darum sind die Mitarbeiter bei Cisco so zufrieden

von Dominic Benz - Die IT-Firma Cisco ist der beste Arbeitgeber der Schweiz. Cisco-Personalchef Adrian Brunner lüftet das Geheimnis.

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Von der Plattform Great Place to Work hat das IT-Unternehmen Cisco den Titel des besten Arbeitgebers der Schweiz erhalten. Cisco entwickelt und liefert alles für den Betrieb des Internets: Netzwerkarchitektur, Router, Cloud-Lösungen. In der Schweiz arbeiten 340 Mitarbeiter. Cisco hat in der Schweiz eine tiefe Fluktuation. Im Schnitt bleiben die Angestellten zwischen acht und zehn Jahren. Das Gehalt sei aber nicht der Grund, warum die Belegschaft mit ihrem Arbeitgeber so happy ist, sagt Personalchef Adrian Brunner von Cisco Schweiz zu 20 Minuten: «Die Firmenkultur ist ausschlaggebend.» So zeigt sich Cisco bei den Arbeitszeiten sehr flexibel. Ins Büro kommen kann praktisch jeder, wann er will – sofern es die Arbeit gerade zulässt. Feste Arbeitsplätze gibt es kaum. «Man sucht sich täglich einen Platz aus», so Brunner. Die interne Kommunikation spielt eine wichtige Rolle. «Mitarbeiter können sich ständig einbringen und werden angehört.» Das wirke motivierend. Auch Ikea wird in der Schweiz von den Angestellten gut bewertet. Im Ranking der besten Arbeitgeber der Schweiz ist das schwedische Möbelhaus auf Platz 2. McDonald's gehört gemäss der Umfrage von Great Place to Work wie im Vorjahr zu den besten Schweizer Arbeitgebern. Die Fast-Food-Kette landete auf Platz 3 im Ranking. Das IT-Unternehmen SAP landet auf Platz 4. Auf dem 5. Platz landet der Paketlieferant DHL. Vorjahressieger Google ist in diesem Jahr nicht in der Rangliste zu finden. Der Grund dafür ist, dass Google nicht an der Mitarbeiterbefragung teilgenommen hat. Im Bild: ein Google-Trekker bei der Kartierung der Tessiner Wanderwege im Sommer 2014.

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Ein guter Lohn und spannende Aufgaben reichen noch längst nicht aus für die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Goodies, Arbeitszeiten oder Firmenkultur sind ebenso wichtig.

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Bei Cisco scheint alles zu stimmen. Von der Plattform Great Place to Work hat das IT-Unternehmen den Titel des besten Arbeitgebers der Schweiz erhalten. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter zeigt sich bereits bei der Fluktuation. «Die ist sehr niedrig», sagt Personalchef Adrian Brunner von Cisco Schweiz zu 20 Minuten. Im Schnitt würden die Angestellten zwischen acht und zehn Jahren bleiben.

340 Angestellte in der Schweiz

Das kalifornische Unternehmen hat in der Schweiz Standorte im Kanton Zürich, Bern und Waadt. Dort arbeiten 340 Angestellte. Cisco entwickelt und liefert alles für den Betrieb des Internets: Netzwerkarchitektur, Router, Cloud-Lösungen. «Man arbeitet in einem spannenden Umfeld, das sich stetig neu entwickelt», so Brunner. Darum spiele die interne Kommunikation eine wichtige Rolle. «Mitarbeiter können sich ständig einbringen und werden angehört.» Das wirke motivierend.

Der Lohn bei Cisco entspricht ungefähr dem üblichen Niveau der IT-Branche, wobei Brunner keine genauen Zahlen nennt. Laut dem Lohnbuch 2018 beträgt der Mindestlohn für einen 25-jährigen Software-Ingenieur rund 6350 Franken im Monat. Das Gehalt sei aber nicht der Grund, warum die Belegschaft mit ihrem Arbeitgeber so happy ist, sagt Brunner von Cisco: «Die Firmenkultur ist ausschlaggebend.»

So zeigt sich Cisco bei den Arbeitszeiten sehr flexibel. Ins Büro kommen kann praktisch jeder, wann er will – sofern es die Arbeit gerade zulässt. «Wenn es am Morgen Stau hat, arbeitet man morgens von zu Hause und erst am Nachmittag im Unternehmen», erklärt der Personalchef. Und wer nicht pünktlich am Montagmorgen aus den Ferien zurück ist, wählt sich eben noch aus den Bergen in die Sitzung ein. Gearbeitet wird 40 Stunden die Woche.

Cisco ist nicht Google

Bei einem solchen Unternehmen stehen sicher Rutschbahnen, Schaukeln und Tischtennistische überall herum. Doch Fehlanzeige. Cisco ist nicht Google. Die Räumlichkeiten sind modern, aber nicht fancy. Feste Arbeitsplätze gibt es kaum. «Man sucht sich täglich einen Platz aus», so Brunner. Gearbeitet wird in offenen Räumen oder in Lounges.

Neben dieser Freiheit schätzen die Mitarbeiter das sogenannte Emergency Timeoff: Wer persönliche Probleme hat, kann bis zu vier Wochen bezahlte Auszeit nehmen. Das gilt pro Ereignis und nicht pro Jahr. Pro Jahr können sich die Mitarbeiter bis zu fünf Tage für einen guten Zweck einbringen.

So hat etwa eine Ingenieurin kürzlich auf einem Bauernhof ausgeholfen. Eine andere Mitarbeiterin brachte Menschen mit Behinderungen das Segelfliegen bei. «Uns geht es nicht nur um die Firma, sondern um den Einbezug der Gesellschaft», erklärt Brunner das Konzept.

Egal ob Geburt oder Adoption

In Genuss von bezahlter Auszeit kommen auch Eltern. Während der Mutter die üblichen 14 Wochen zustehen, erhalten die Väter vier Wochen. Auch bei einer Adoption gibt es Ähnliches: Unabhängig vom Geschlecht kriegt der Betreuer 13 Wochen, der finanzielle Unterstützer bis zu vier Wochen.

Grossen Wert legt Cisco darauf, dass Frauen gleich viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Jährlich werden die Löhne verglichen. «Entdecken wir eine Lücke, wird sie sofort geschlossen», sagt Brunner.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lehrling am 18.05.2018 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Beispiel

    Da können sich viele Firmen mal ein Beispiel nehmen... anstatt die Arbeitnehmer immer mehr ausbluten zu lassen!

    einklappen einklappen
  • Chili007 am 18.05.2018 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mitarbeiter sollten wertgeschätzt werden

    Die meisten Firmen sollten sich besser um ihre Arbeitnehmer kümmern. Denn Ausfälle wegen Krankheiten wie z.B Burnout oder ständig wechselndes Personal sind wesentlich teurer, als den Mitarbeitern einfach mehr entgegen zu kommen und sorgen für ein tolles Klima. Man sollte mit Freude arbeiten können.

  • Eddy am 18.05.2018 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medianer

    Toll... und ich arbeite bei Media Markt :(

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • glasnost am 22.05.2018 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Das kostet doch Geld

    Und wie kann man als bester Arbeitgeber gewählt werden?

  • stella3 am 21.05.2018 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger ist manchmal mehr

    Cisco verlangt sehr viel von den Mitarbeitern. Darum verdient man gut. Ausserdem stellem sie alle Mitarbeiter um die 50 heraus, sobald sie zu teuer werden.

  • Herr Paternoster LIVE bei CISCO am 21.05.2018 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    bei CISCO kann man vermutlich noch Daumen Drehen

  • bebbeli am 21.05.2018 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bedingungen

    Bei solchen Bedingungen arbeitet man auch gerne und wer gerne arbeitet bringt auch mehr Leistung. Logisch.

  • ;) am 21.05.2018 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar

    Die müssen nach dem ganzen NSA quatsch ja auch ihre Mitarbeiter quasi fragen: "Wieviel kosten deine Prinzipien?" ;)