Folgen in der Schweiz

09. Mai 2018 08:11; Akt: 09.05.2018 11:17 Print

Wegen Trump steigen jetzt unsere Spritpreise

Tanken könnte schon an Auffahrt teurer werden: Die wieder eingesetzten US-Sanktionen gegen den Iran treiben die Rohölpreise auf den höchsten Stand seit 2014.

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In der Schweiz steigen die Spritpreise: Erste Tankstellen-Ketten haben die Tarife für Diesel und Benzin am Montagvormittag um 3 Rappen erhöht. Nachdem US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen den Iran beschlossen hat, waren in der Schweiz höhere Spritpreise zu erwarten. An den Rohölmärkten sind die Preise schon stark gestiegen. Die Marktteilnehmer nahmen die Spannungen zwischen den USA und Iran vorweg. Der US-Präsident hat letzte Woche entschieden, dass sich die USA aus dem Atomabkommen mit den USA verabschieden und wieder auf strenge Wirtschaftssanktionen setzen werden. Irans Präsident Hassan Rohani sagte, die USA würden den Rückzug aus der Vereinbarung noch bereuen. Er gab sich aber auch gelassen und sagte, dass man nun ein Abkommen mit fünf statt sechs Staaten habe. Ganz unabhängig von den Rohölpreisen lässt sich fragen: Ziehen vor Feiertagswochenenden wie Ostern, Auffahrt oder Pfingsten die Spritpreise an? Und nützen die Schweizer Tankstellen den Iran-USA-Konflikt für Preiserhöhungen? Den Vorwurf, dass die Preiserhöhung vor Feiertagen reines Kalkül sei, weist die Erdölvereinigung von sich. «Das Tankstellennetz ist sehr dicht und es herrscht eine starke Konkurrenz.» Zudem heisst es von Seiten der Betreiber: Feiertage seien «kein Kriterium für eine Erhöhung der Säulenpreise». Laut der Schweizer Erdölvereinigung «schützt das dichte Schweizer Tankstellennetz die Konsumenten vor nicht marktgerechten Preiserhöhungen». Im Europa-Vergleich sind in der Schweiz die Gewinnmargen auf Benzin und Diesel sehr hoch. Der deutsche Energie-Informationsdienst (EID) hat die Margen in den einzelnen Ländern gegenübergestellt. Bei den Margen auf die (bei einem Umrechnungskurs von 1 Euro = 1.15 Franken). Auf mit 22,06 Rappen. Die . Die . In Norwegen bezahlen die Autofahrer für den Liter Benzin am meisten Marge, nämlich 31,45 Rappen. Das ist . Beim gibt es in der Margen-Rangliste ein paar Änderungen. In . mit 21,76 Rappen. Die . . In der .

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Nachdem Trump neue Sanktionen gegen den Iran beschlossen hat, sind in der Schweiz höhere Spritpreise zu erwarten. «Die Tankstellen reagieren je nach ihren Öleinkäufen schnell auf die Preisanstiege», sagt David Suchet von der Erdöl-Vereinigung zu 20 Minuten. Denn auf dem Weltmarkt legt Rohöl auf ein Dreijahreshoch zu: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittwochmorgen 77,20 Dollar und damit fast 1,5 Prozent mehr als noch am Vortag. Seit letzter Woche beträgt der Anstieg rund 5 Prozent.

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Der Preisanstieg bei Rohöl kommt vor dem langen Auffahrtswochenende. Dass Schweizer Tankstellen dies als Vorwand nehmen, um vor Ferienfahrten mit dem Auto den Sprit extra zu verteuern, schliesst Suchet aus: «Das Tankstellennetz ist sehr dicht und es herrscht eine starke Konkurrenz.» Das schütze die Konsumenten vor nicht marktgerechten Preiserhöhungen.

Allerdings kann der Preis an der Zapfsäule auch unabhängig vom Rohölpreis in die Höhe schiessen: Wenn mehr Auto gefahren wird, steigt auch die Nachfrage nach Benzin und damit kann der Preis unabhängig von den Rohstoffkosten anziehen.

Die Sprecherin von BP Schweiz, Isabelle Thommen, schreibt 20 Minuten: «Es wäre spekulativ und daher unseriös, Ihnen jetzt schon zu sagen, wann die nächste Preiserhöhung oder -senkung erfolgt. Wir beobachten die Situation täglich und werden, falls es nötig ist, auch notwendige Massnahmen ergreifen.»

Rohöl ist ohnehin schon knapp

Rohöl auf dem Weltmarkt ist derzeit ohnehin knapper, denn das Opec-Kartell hat seine Drosselung der Förderung eingehalten. «Die Lager sind nicht mehr übervoll und Angebot und Nachfrage sind wieder in Balance», sagte Rohstoffanalyst Norbert Rücker von der Bank Bär Mitte April zu 20 Minuten.

Nach Trumps Entscheid ist davon auszugehen, dass die Ölförderung im Iran zurückgeht. Iran ist bislang der drittgrösste Exporteur der Opec-Staaten. Was die Spritpreise ausserdem verteuert: der stärkere Dollar. Öl wird wie andere Rohstoffe auch in der US-Währung gehandelt. Der Dollar notierte nach Trumps Iran-Entscheid gegenüber vielen anderen Währungen höher, weil er diesmal als sicherer Hafen gesucht war. Zum Franken hält er sich leicht oberhalb der Parität und kostet 1,0035 Franken.

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nutzer am 09.05.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ölpreis

    Ist ja klar, wieder ein Grund um die Preise zu erhöhen, wenn aber das Öl günstiger wird wird der Spritpreis auch nicht über Nacht gesenkt.

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  • M. Wallace am 09.05.2018 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Solange die Bierpreise nicht steigen ist für mich die Welt in Ordnung!

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  • Urs Brunner am 09.05.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzockerei

    Ist schon klar, die schweizer Öllobby hat wieder einen Grund gefunden. Die Preise steigen schon seit ein paar Wochen unaufhaltsam! Noch nicht gemerkt? Abzocken in allen Bereichen, so ist die Schweiz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 13.05.2018 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welt exklusive Amis erhebet Euch!

    Ich habe einen Wunsch wohl eher einen Traum: Welt exklusive Amis erhebt Euch gegen das gefährliche USA!! ... schon komisch .... warum sind immer mehr Menschen Fan von Russland? Russland ist im Moment das wichtige Gegenstück zu den Amis ups sorry zu dem Trump - e l .... Welt exklusive Amis macht alle Front gegen USA und zwingt Trump in die Knie. Trump kann keinen Krieg gegen die ganze Welt führen! ... Ich hoffe, dass mein Wunsch/Traum in erfüllung geht .. drücke der Welt exklusive Amis die Daumen...

  • Masterchief am 10.05.2018 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer neutralität

    Wenn wir kein neutrales Land wären, könnten wir auch mitreden. Neutralität ist nur prätenziöser Opportunismus und gehört abgeschafft.

  • Peter Müller am 10.05.2018 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Benzinpreis

    Mir spielt der Benzinpreis keine Rolle. Ich Tanke eh immer für 30 Franken.

  • edi memed am 10.05.2018 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA

    in der Schweiz teurer und bei den Amerikaner günstiger fahren. toll

  • BRuno am 10.05.2018 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Motor geht nicht kaputt

    Elektrikauto ist schlecht. Nur probleme mit batterie. Kenne jemand, der musste nach der Garantie von 3 Iahren für Batterie 30000.- zahlen. Ich fahre lieber V6 von Audi. Die bauen kein Schrott!

    • pascal am 12.05.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      kein schrott, der Lacher des Tages

      hatte mit dem V6 von audi nur probleme (AGR, einpritzdüsen, Partikelfilter,,usw.)

    • Karla am 12.05.2018 14:50 Report Diesen Beitrag melden

      Beweis?

      Kenne auch jemand, der jemand kennt, der wieder jemand anders kennt der....kann nicht stimmen, was sie da sagen. Akkus sowie der ganze Antriebsstrang in Elektroautos haben eine Garantie von 8 Jahren und/oder 160000 bis 200000km je nach Hersteller. Wieso schreiben sie so etwas unsinniges?

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