Social Media

15. November 2014 20:38; Akt: 15.11.2014 20:38 Print

Darum verdient Twitter kein Geld

von Fabian Lindegger - Twitter hat in diesem Jahr bisher 452 Mio. US-Dollar Verlust gemacht, die Anleihen gelten inzwischen als Ramschpapiere. Gründe für die Misere gibt es einige.

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Twitter-Anleihen sind Ramschpapiere. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Anleihen des Kurznachrichtendienstes auf die Bonitätsstufe «BB-» gesenkt. Die Gründe dafür seien unter anderem aggressive Expansion und die anhaltenden operativen Verluste, erklärte ein Analyst der Ratingagentur. Twitter hat seit seiner Gründung im Jahr 2006 noch nie Gewinn erzielt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres summierten sich die Verluste auf über 452 Mio. US-Dollar. Dies trotz Einnahmen in der Höhe von 361 Millionen Dollar, die alleine im dritten Quartal 2014 erwirtschaftet wurden.

Wie andere soziale Netzwerke verdient auch Twitter sein Geld vor allem mit Werbung. Im Gegensatz zum Rivalen Facebook gelingt dies Twitter allerdings nicht im gewünschten Masse. Im dritten Quartal 2014 lag der Umsatz für jeden aktiven User bei 1,3 Dollar. Zum Vergleich: Bei Facebook war er mit 2,4 Dollar fast doppelt so hoch. Neue Werbemöglichkeiten wie etwa «promoted Videos», die Twitter im Sommer eingeführt hat, sollen dies ändern. Diese Massnahmen scheinen bis jetzt allerdings nicht die gewünschte Wirkung zu zeigen.

284 Millionen aktive Nutzer

Ein Problem von Twitter ist zudem seine Quasi-Öffentlichkeit. So lassen sich Twitterprofile oder einzelne Tweets auch ohne Twitter-Account ansehen. Twitter profitiert finanziell aber vor allem von seinen monatlich rund 284 Millionen aktiven Nutzern, die auch eingeloggt sind. Allerdings besuchen laut Twitter jeden Monat mehr als 500 Millionen Menschen die Site, ohne sich einzuloggen. Und einzelne Tweets, die auf anderen Websites eingebettet werden, seien im dritten Quartal gegen 185 Milliarden Mal angeschaut worden.

Twitter schafft es aber nicht, diese Besucher zur Registrierung und intensiveren Nutzung des Dienstes zu motivieren. In Zukunft will das Unternehmen deshalb zusätzliche Informationen auf den Profilen anzeigen. Wer etwa ein Profil eines Musikers besucht, soll zum Beispiel mehr musikalische Inhalte oder Informationen über änliche Künstler zu Gesicht bekommen.

Grosse Bargeldreserven

Noch kann sich Twitter die Verluste leisten. Denn das Unternehmen verfügt über 3,6 Milliarden Dollar an Bargeldreserven. Diese stammen vor allem aus den Erlösen von Anleihenausgaben, die dem Tech-Unternehmen aus San Francisco gegen 1,8 Milliarden Dollar einbrachten. Daneben verdiente Twitter auch bei seinem Börsengang kräftig mit, der vor einem Jahr in New York über die Bühne ging. Der Aktienkurs hat sich allerdings ebenfalls nicht so entwickelt, wie man sich das bei Twitter wohl vorgestellt hat. Nach einem kurzzeitigen Höhenflug, der sie bis auf fast 75 Dollar trug, kostet eine Twitter-Aktie inzwischen noch rund 40 Dollar, was allerdings immer noch 14 Dollar mehr sind als beim Börsengang im vergangenen November.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Demokrit am 15.11.2014 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überbewertet

    Twitter oder FB sind beide massiv überbewertet . Sie verdienen ihr Geld mit Werbung, dabei gibt es bis heute keinen stichhaltigen Beweis , dass solche Onlinewerbung überhaupt einen einzigen Kunden mehr bringt . Diese aufgeschalteten Werbungen sind bloss lästig!

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  • Karl S. am 15.11.2014 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzen völlig überbewertet.

    Wer braucht schon Twitter? Und wenn schon: Die Tweets gehören den Autoren, nicht der Firma. DA liegt das Problem.

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  • Rafi am 16.11.2014 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Digital Narzissmus

    Eigentlich sollte "Social Media" in "Narcissism Media" umbenannt werden. Geht ja überall nur um die Inszenierung und um die Zurschaustellung des Ego.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Twitterer am 16.11.2014 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nein...

    Habe Twitter gerade erst entdeckt und bin absolut begeistert. Wenn dann aber Werbung geschaltet wird bin ich gleich wieder weg.

    • Ueli am 16.11.2014 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      alles kostet etwas...

      Auch twitter muss Geld verdienen oder meinst du die Leute die dort arbeiten verdienen es nicht bezahlt zu werden? Oder die Server brauchen keinen Strom oder Unterhalt? Mach die Augen auf, du benutzt ja sicher auch Youtube, dort herscht das selbe Prinzip!

    • Fritz am 16.11.2014 12:42 Report Diesen Beitrag melden

      Wird kommen

      Werbung wird es über kurz oder lang sicher geben. Am Anfang lässt man es, um potenzielle User, wie eben dich, nicht zu vergraulen. Hat man dann erst genügend Benutzer, die natürlich alle vernetzt sind, kann man Werbung schalten. Ein Grossteil wird trotzdem bleiben, man folgt ja bis dahin einigen Leuten, und will sich das Ganze ja nicht nochmal von Vorne aufbauen müssen. Irgendwie müssen sie ja Gewinn machen sonst können sie es gleich abschalten. Entweder Werbung oder ein Abo-Modell. Wobei beim Bezahl-Abo weit mehr abspringen dürften.

    • paul am 16.11.2014 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @twitterer

      würdest du lieber mit einem Abo bezahlen?dann lieber werbung

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  • Fritz am 16.11.2014 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    So geht das eben...

    So ist das im Internet, erst wird mal ein Kundenstamm aufgebaut und wenn man genügend User hat, kommt die Werbung. War bei Youtube oder Facebook nicht anders.

  • Rafi am 16.11.2014 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Digital Narzissmus

    Eigentlich sollte "Social Media" in "Narcissism Media" umbenannt werden. Geht ja überall nur um die Inszenierung und um die Zurschaustellung des Ego.

  • Cool am 16.11.2014 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Twitter

    Ich finde es gut das Twitter kein Geld verdienen

    • kurt am 16.11.2014 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wieso gut?

      wenn sie nicht langsam geld verdienen gehen sie bald ein, fànde ich schade

    • Roberto A. Marcacci am 16.11.2014 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Die Zeit holt sie ein.

      In fünf Jahren ist Twitter Geschichte. Zuwenig Performance für diese dürftige Leistung.

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  • Twitnix am 16.11.2014 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Felix

    Ich würde eher mal sagen, dass viele Leute heutzutage nichts mehr mit ihrer Zeit anzufangen wissen und meinen, solche Krücken zu brauchen. Schon vergessen wie schön es ist mit Freunden vor dem Fernseher zu sitzen und das gesehene gemeinsam zu diskutieren? Da braucht es dann nicht jedesmal eine Tastatureingabe, praktisch, nicht?