Nutzer wandern ab

29. November 2018 16:35; Akt: 29.11.2018 16:35 Print

Das machen Facebook und Snapchat falsch

von R. Knecht - Bei Snapchat, Facebook und Twitter verschwinden die Nutzer. Nur Instagram boomt noch so richtig. Eine Übersicht, was bei den Firmen los ist.

Passanten in Zürich verraten, welche Onlineplattformen sie nutzen und warum. Und wieso sie manchmal ihre Accounts löschen. (Video: rkn)
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Viele der grossen Social-Media-Plattformen beginnen Nutzer zu verlieren – auch in der Schweiz. Laut einer Studie von Publicom nutzen 55 Prozent der Schweizer Bevölkerung soziale Medien, vier Prozent weniger als vor einem Jahr.

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Was ist los bei den Platzhirschen und wohin wandern die Nutzer ab? Eine Übersicht:

• Snapchat verliert Nutzer an Instagram
Snapchat verliert schon seit zwei Quartalen Nutzer. Vor einem halben Jahr hiess es, das habe wohl mit dem umstrittenen Redesign vom Februar 2018 zu tun. Für Michael Klaas, Leiter der Fachstelle Digital Marketing an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), ist das aber nur ein Teil des Problems. Ein weiterer sei, dass Instagram zum Topkonkurrenten aufgestiegen sei: «Instagram wirkt auf viele Anwender ästhetischer, weil Nutzer sich von den Fotos her gewöhnt sind, sich ins beste Bild zu setzen», sagt Klaas zu 20 Minuten. Zudem sei es für Nutzer einfacher zu verhindern, dass man mit Unternehmen und deren Marken in Kontakt komme. Darum seien viele Anwender von Snapchat auf Instagram umgestiegen.

• Facebook verliert Vertrauen wegen Datenskandalen
Bei Facebook stagnieren die Nutzerzahlen langsam. In Europa sinken sie sogar schon um eine Million pro Quartal. Die jüngsten Datenskandale um Facebook dürften hier eine Rolle spielen. Laut Klaas von der ZHAW ist das aber nicht die alleinige Antwort: «Viele Anwender haben Facebook den Rücken gekehrt, weil sie sich auf anderen Plattformen wohler fühlen.» Facebook habe sich aus Nutzersicht kaum weiterentwickelt und es fehle das Neue. Die Plattform ist längst nicht mehr das Netzwerk der jungen Generation, sondern das der über 35-Jährigen, wie Klaas sagt.

• Google+ wird komplett eingestellt
Google hat beschlossen, seine Plattform Google+ für Konsumenten demnächst dichtzumachen. Der Service hat rund 400 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Google nahm ein Jahre altes Datenleck zum Anlass, den Stecker zu ziehen. Manche Nutzer spekulieren, Google habe vor allem nach einem Grund gesucht, den unrentablen Service einzustellen. Klaas kann diese Spekulationen verstehen: «Die Nutzung von Google+ als Community- oder Social-Media-Plattform war schon seit Jahren eher ein Nischenthema.» Zwar hätten sich die Nutzerzahlen gut entwickelt, das habe aber an der Kopplung an andere Google-Angebote wie Youtube gelegen und nicht an der Nutzung der Plattform für die Kommunikation.

• Twitter verliert Nutzer wegen Fake-Accounts
Twitter verliert 3 Prozent seiner Nutzerbasis in einem Vierteljahr und sagt, es liege daran, dass die Firma verdächtige Mitglieder und Konten vom Service verbannt habe. «Da die Nutzung von Fake-Accounts seit einigen Jahren gängige Praxis ist, dürfte hier schon eine recht grosse Anzahl zu löschender Accounts existieren», sagt Klaas. Für Twitter sei die schrumpfende Nutzerzahl darum kein Alarmsignal – und auch die Finanzwelt reagiere darauf bisher eher positiv. Klaas geht davon aus, dass Twitter seine Nutzerbasis noch weiter verkleinern wird.

• Instagram wächst weiter
Zwar liefert der Mutterkonzern Facebook in seinen Quartalsberichten zu Instagram keine gesonderten Nutzerzahlen, der Service scheint aber sein Wachstum fortzuführen. Kürzlich überholte Instagram Snapchat als meistgenutztes soziales Netzwerk bei amerikanischen Teenagern und Mitte Jahr erreichte die Plattform erstmals eine Milliarde Nutzer pro Monat. Laut Klaas von der ZHAW liegt der Erfolg von Instagram an der leichten Bedienung, dem ästhetischen Erscheinungsbild und der grossen Community, womit der Service insbesondere Snapchat zunehmend Nutzer abgewinnen kann. Snapchat sei zu komplex und zu wenig intuitiv geworden – das sei vor acht Jahren schon MySpace zum Verhängnis geworden.

Bei den Nutzerzahlen handelt es sich um monatlich aktive Nutzer, also nicht bloss um registrierte User.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Philipp74 am 29.11.2018 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur eine Theorie!

    ich getraue mich gar nicht es auszusprechen! Aber am Ende wandern die Leute tatsächlich ins echte Leben ab!!! Oh mein Gott!!!

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  • Nando am 29.11.2018 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Facebook ist eine Werbeplattform geworden und hat mit Social-Media nicht mehr viel zu tun. Das wird auch allen Anderen passieren, wenn der Werbeeffekt überhand nimmt.

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  • Rudinio am 29.11.2018 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hasse Werbung

    Also FB verliert wohl eher wegen der Werbung viele nutzer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Aki am 30.11.2018 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsequent sein bitte

    FB, WhatsApp, Insta alles dasselbe wenn man schon wegen datelecks von FB geht sollte man auch den rest trashen.

  • me am 30.11.2018 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DC

    Ich nutze mittlerweile nahezu nur noch Discord und Twitter. Besitze zwar noch einen FB und Insta Account, aber nur mit wenigen Inhalten.

  • Glacé am 30.11.2018 04:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook = instergram

    Instergram ist doch auch Facebook oder irre ich mich da?

    • Ruedi K. am 30.11.2018 11:22 Report Diesen Beitrag melden

      Werbung

      Nein völlig korrekt. Man merkte aber bis vor ca 6 Monaten davon nicht viel. Wird bei Whatsapp genau gleich sein, man merkt nichts und plötzlich sieht man sich mit 3/4 Werbung konfrontiert.

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  • Dumby am 30.11.2018 04:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstdarstellung

    Seit es Socialmedia gibt wandelt sich die Landschaft von Zeit zu Zeit. Solange Menschen denken, anderswo kann ich mich noch cooler darstellen tun sie das.

  • Ree am 30.11.2018 01:41 Report Diesen Beitrag melden

    Instagram kopiert

    Instagram kopiert ja andauernd von Snapchat. Und so kann sie zuerst einmal abwarten ob neue Tools gut rüberkommen und wenn ja, dann machen sie es auch.