Bitcoin und Co.

09. Dezember 2017 19:50; Akt: 09.12.2017 19:50 Print

Das ABC der Kryptowährungen

von R. Knecht - Der Hype um die digitale Währung Bitcoin wächst ungebremst. Wissen Sie, wer sie erfunden hat oder was sie mit Clowns zu tun hat?

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Wichtiges und Witziges über Bitcoin und Co. finden Sie in diesem ABC der Kryptowährungen. 2013 warf der Waliser James Howells aus Versehen seine Festplatte mit rund 7500 Bitcoins in den Abfall. Laut Dailymail.co.uk will er diese nun auf der Mülldeponie suchen gehen, denn sie wäre heute etwa 75 Millionen Franken wert. Bitcoin ist derzeit die bekannteste Kryptowährung. Allerdings längst nicht die einzige. Coinmarketcap.com listet momentan 1334 verschiedene Währungen. In der amerikanischen Fernsehserie Die Simpsons verliert der Clown Krusty sein Vermögen in der Episode «Global Clowning» aus dem Jahr 2014. Als Grund gibt er unter anderem an, Pech im Bitcoin-Markt gehabt zu haben. Befürworter von Kryptowährungen preisen die Blockchain, weil sie einen dezentralisierten Austausch ermöglicht. Das heisst, dass die verschiedenen Währungen nicht zentral kontrolliert werden, wie das etwa in Finanzsystemen mit herkömmlichen Geldmitteln der Fall ist. Ethereum ist eine auf der Blockchain basierende Plattform, deren hochgestecktes Ziel es ist, als eine Art Weltcomputer das Internet zu dezentralisieren. Ethereum bietet den populären Token «Ether». Ein Fork (engl. «Gabel») beschreibt den Vorgang, bei dem Kryptowährungen in zwei unterschiedliche Währungen gespalten werden. Besitzer der Tokens können in der Regel entscheiden, ob ihr Vermögen in die dadurch neu entstehende Währung umgewandelt wird, oder nicht. PC-Gamer konnten auf dem digitalen Spiele-Marktplatz Steam lange Zeit mit Bitcoins Games kaufen. Am 6. Dezember kündigte das Unternehmen allerdings an, dass damit jetzt Schluss ist. Der Grund seien der schwankende Kurs und hohe Verarbeitungsgebühren. Laut «Fortune» haben Hacker seit 2011 fast eine Million Bitcoins von Marktplätzen gestohlen. Diese Menge wäre heute etwa 15 Milliarden Franken wert. Ein Initial Coin Offering (ICO) ist ein neuartiger Finanzierungsprozess für Kryptowährungsunternehmen, das eine Alternative zum Börsengang (Initial Public Offering) und traditionellen Investment-Formen (Venture Capital) bietet. Die Ethereum-Plattform wurde auf diese Weise ins Leben gerufen. Dass man mit Kryptowährungen reich werden kann, ist wohl den meisten bekannt. So auch dem US-Unternehmen Denison Yacht Sales, denn dieses akzeptiert nun Bitcoin als Bezahlungsmittel für eines der ultimativen Statussymbole des Reichtums: die eigene Jacht. In den letzten Wochen war der Rummel um den Bitcoin-Kurs gross. Fast täglich erreichte die Währung einen neuen Rekordwert und knackte am 28. November erstmals die 10'000-Dollar-Marke. Mittlerweile liegt der Wert bei etwa 15'000 Dollar. Die Legalität von Kryptowährungen und den Geschäften damit ist für die Gesetzgebung der meisten Staaten derzeit ein grosses Thema. Einige Länder haben Bitcoin und Co. komplett verbannt, darunter Bangladesch, Bolivien, Ecuador, Kirgisien und Nepal. Transaktionen auf der Blockchain benötigen viel Computerleistung zur Verarbeitung. Personen, die ihre Hardware für diese Prozesse zur Verfügung stellen, nennt man Miner. Als Belohnung erhalten sie im Verlauf der Zeit Beträge in der jeweiligen Kryptowährung. Am 7. Dezember 2017 hackten sich Unbekannte in die digitalen Geldbörsen von Nicehash.com. Sie machten sich mit 4700 Bitcoins davon, umgerechnet rund 72 Millionen Franken. Im May 2017 wurden über 230'000 Computer von der Ransomware Wannacry infiziert. Von den Opfern wurde verlangt, ein Lösegeld in Bitcoins zu bezahlen, falls sie wieder Zugriff auf ihre Geräte haben wollen. Im August wurden Bitcoins im Wert von rund 143'000 Franken aus mit Wannacry assoziierten Wallets abgehoben. 2010 fand die erste Bitcoin-Transaktion für reale Werte statt: Laszlo Hanyecz kaufte sich für 10'000 Bitcoins zwei Pizzen. Hoffentlich waren die besonders lecker, denn der Verkaufspreis würde heute 153 Millionen Franken entsprechen. Im vierten Quartal 2017 explodierte der Bitcoin-Kurs und stieg um über 300 Prozent. Zwar war er auch schon zuvor gestiegen, doch wesentlich weniger rasant. Im dritten Quartal waren es noch knapp 100 Prozent Wachstum. Viele bereuen es, nicht vor Jahren in Bitcoin investiert zu haben. Andere erhielten kalte Füsse und verkauften ihr Kryptogeld, das heute Millionen wert wäre. Der ursprüngliche Entwickler von Bitcoin nennt sich Satoshi Nakamoto. Wer hinter dem Namen steckt, ist aber unklar. 2014 identifizierte ein Journalist den japanisch-amerikanischen Dorian Prentice Satoshi Nakamoto als Erfinder von Bitcoin. Dieser stritt dies jedoch ab. Der Tod folgt den Kryptowährungen angeblich auf Schritt und Tritt. 99Bitcoins.com führt etwa eine Liste darüber, wie oft Bitcoin in Online-Artikeln totgesagt wurde. Bisher «starb» die Währung 203-mal. Bitcoin wird oft mit dem kriminellen Untergrund assoziiert. Dies etwa, weil es möglich ist, verhältnismässig anonyme Transaktionen durchzuführen. So kann man etwa Geldwäsche betreiben oder Löse- beziehungsweise Schutzgelder eintreiben, ohne dass die Behörden die Zahlungen verfolgen können. Es gibt viele Skeptiker, wenn es um Kryptowährungen geht. Investmentexperte Jim Cramer von CNBC etwa sagte kürzlich, wer sich Bitcoins kauft könne grad so gut nach Las Vegas gehen. Kryptowährungen seien reines Glücksspiel. Die Winklevoss-Zwillinge, ehemalige Studienkollegen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, kauften im Jahr 2013 Bitcoins im Wert von 11 Milliarden Dollar. Damit sind sie heute die ersten Bitcoin-Milliardäre, wie Telegraph.co.uk berichtet. Viele Marktplätze haben ein X im Namen, das für Exchange (engl. «Austausch») steht. So etwa der berüchtigte Mt. Gox, der 2014 in Konkurs ging und bei Bitcoin zu einem Kurseinbruch führte. Die Plattform startete als Tauschbörse für Magic-Karten: Mt. Gox steht für «change». Ein Yoga-Center in Costa Rica akzeptiert seit Oktober Kryptowährungen als Bezahlung. Auf der Website prahlt der CEO des Unternehmens, dass seines das erste Yoga-Center der Welt sei, das diesen Schritt wagt. Der Kanton Zug profiliert sich schon seit einigen Jahren als «Crypto Valley». Der Begriff ist eine Anlehnung ans Silicon Valley. So wie es für Technologie steht, soll der Kanton Zug für die Blockchain stehen. In dem Kanton sind etwa Bitcoin Suisse und das Ethereum Project angesiedelt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fan von Roger am 09.12.2017 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Mini Idee

    Roger Schawinski wird morgen bekannt geben, dass Cryptowährungen seine Idee waren.

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  • Daniel am 09.12.2017 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitcoin nur eine Glaubensfrage

    Geld wie EUR oder ein 10-Dollarschein ist schliesslich auch nur Papier und wir glauben (noch) an den Wert.

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  • Frank am 09.12.2017 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Der Autor der Bildstrecke hat keine Ahnung. Auf Coinmarketcap werden doch nicht nur Crypotowährungen angezeigt. Reine Währungen sind Bitcoin, LTC und vielleicht noch Vertcoin. Irreführend und einfach falsch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Weihnachtsmann am 11.12.2017 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    STOPPT DIE RISIKO-KRYPTO-WÄHRUNG

    Krypto-Handel-Währung muss bei allen CH-Banken eingestellt werden - wir brauchen keine Globale-Einheitsbrei-Währung - jetzt ist Handeln angesagt und nicht die Leute in den Ruin führen.

    • Dr.Kern am 11.12.2017 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Weihnachtsmann

      Das ist ja jetzt wieder einmal ein komischer Kommentar. Was hat das ganze mit den Banken zu tun?

    • mrfiveduck am 12.12.2017 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr.Kern

      Die Banken und Regierungen haben Schiss die Kontrolle über Wahrungen und den Geldfluss zu verlieren, denke ich.

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  • CH-Meinung am 11.12.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    VERBOT FÜR KRYOTI = BITCOIN-WÄHRUNG

    in der Schweiz muss subito erfolgen. Es kann und darf nicht sein, dass noch Werbung in allen Medien für Risko gemacht wird. Die CH-Regierung muss jetzt handeln - es ist 5 vor 12 für ein Bitcon-Verbot in der Schweiz.

    • Dr.Kern am 11.12.2017 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CH-Meinung

      Wie genau soll dies gehen?

    • Mike Meier am 11.12.2017 23:28 Report Diesen Beitrag melden

      Banken und Cryptos

      Es gibt zwar einige Banken, bei den gehts auch mit Bitcoin, aber die meisten stehen hinter dem Ripple. Der ist zwar keine Zocker-Crypto, aber deshalb auch sicherer.

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  • Laura am 10.12.2017 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transformation nötig

    Erschreckend wieviel Gegewehr und teilweise Unwissenheit vorhanden ist. Viele glauben ja, dass die Digitalisierung erst noch kommt, wobei sie bereits lange da ist und die ersten bereits technisch sowie mindsetmässig total abgehängt hat. Die jungen Generationen unter uns sollten sich besonders dessen bewusst sein, das wird nicht einfach so an uns vorbeigehen... es wird alle betreffen, ob sie wollen oder nicht.

    • young generation am 11.12.2017 00:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Laura

      Absolut richtig die Digitalisierung und somit die Automatisierung von Arbeitsprozessen zugunsten der Grossaktionäre und zulasten der Unter- und Mittelschicht kommt, keine Frage. Für die Implementierung wird neues Personal gebraucht, das die Automatisierung vorantreibt und dafür andere Stellen abschafft, nach einer gewissen Zeit wird aber dieses HK für die Implementierung ebenfalls runtergeschraubt und primär nur noch HK für die Betreuung gebraucht. Durch diesen Prozess wird von führenden Instituten geschätzt, dass ca. 50 Mio. Stellen wegfallen, die der Grossaktionär nicht mehr bezahlen muss.

    • Supermario am 11.12.2017 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      @young generation

      50 Mio. tönt nach viel, entspricht aber nicht mal 1% des gesamten "HK" global. Und damit bei weitem nicht mal der natürlichen Fluktuation und ist für mich noch lange kein Megatrend! NB Genau das gleiche hat man beim Fliessband und bei der ersten Digitalisierung auch schon gesagt!

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  • Sigi am 10.12.2017 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Anwendung

    Nicht mal die Gamingindustrie akzeptiert Bitcoin mehr aufgrund der hohen Bearbeitungsgebühren und hohen Kursschwankungen. Bleibt ja dann fast nur noch die direkte Anwendung über die Schwarzmärkte, Geld Hinterziehung respektive Geldwäsche und natürlich für die Spekulation.

    • jointherevolution am 11.12.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      noobie?

      ne mit tenx kann ich noch überall zahlen auch bei Steam. Ausserdem ist ja btc keine Währung mehr die ich für kleine käufe benutze. Die sollen einfach anstelle ltc akzeptieren

    • Supermario am 11.12.2017 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      Kleine Hilfestellung

      Kannst sie ab heute auch in Chicago am Futuresmarkt handeln (Kontraktgrösse 10 Bitcoins = ca. USD 170'000 pro Kontrakt) :-)

    • Ben am 11.12.2017 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sigi

      Bitcoin lohnt sich nicht für Überweisungen. Dauert viel zu lange, kostet viel zu viel Gebühren. Dafür gibt es bereits viel bessere Währungen. Litecoin oder Ether z.b

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  • Zerte am 10.12.2017 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Blase... von mehreren

    Blase... aber nicht die einzige. Im Moment gibt es so viele: CHF (von Zentralbank seit 2008), etwa 500 Mia CHF, Amazon-Aktie, etwa 500 Mia USD, Immobilien, China, ...

    • Supermario am 11.12.2017 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      Kleiner Unterschied

      Blasen, welche aber immer noch eine kleinere oder grössere Wertschöpfung beinhalten!

    • Tom68 am 11.12.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Supermario

      Genau. Haben wir bei dem Immoblase gesehen...

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