Risiko

06. Dezember 2019 16:46; Akt: 07.12.2019 00:34 Print

SBB-Mitarbeiter warnen vor Einsatz von Funkgerät

Beim Rangieren setzen SBB-Arbeiter das Funkgerät Lisa ein. Doch das Gerät funktioniert nicht zuverlässig. Der Rangierpersonalverband fordert den Einsatzstopp.

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Eigentlich sollte Lisa die Kommunikation beim Rangieren an den Bahnhöfen vereinfachen, doch die Verbindung bricht immer wieder ab: Das digitale Funkgerät der SBB funktioniert nicht richtig. Das führe zu Fehlern und stelle ein potenzielles Risiko für die Mitarbeiter dar, teilen die SBB mit.

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Damit nicht genug: Auch die Hülle von Lisa hat sich als ungeeignet herausgestellt: Es kann Wasser eintreten und zum Ausfall der Geräte führen. Die Mitarbeiter wollen laut Mitteilung nicht mehr unter diesen Bedingungen arbeiten.

Sofortiger Einsatzstopp gefordert

Der Zentralausschuss des Unterverbands des Rangierpersonals fordert den sofortigen Einsatzstopp von Lisa, wie die «Zeitung des SEV» schreibt. Dass der Einsatz des Gerätes «bisher keine Schwerverletzten oder gar Todesopfer gefordert haben, ist ein glücklicher Zufall», wird der Verband zitiert.

Sollte ein Unfall mit Funk Lisa geschehen, der menschliches Leid verursache, ziehe der Verband sämtliche Kollegen, die mit diesem Gerät arbeiten müssen, aus der Verantwortung. «Die Verantwortung liegt zu 100 Prozent bei der Leitung», schreibt der Zentralausschuss des Rangierpersonals in seinem Sitzungsbericht.

Bei Funkloch muss Fahrt gestoppt werden

Jetzt haben die SBB Massnahmen in die Wege geleitet. So wurden die Mitarbeitenden darüber informiert, dass sie bei Funkunterbruch die Rangierfahrt sofort stoppen sollen. Weil die Funkverbindung an gewissen Orten schlecht und an anderen gut ist, prüft die Bahn nun, in welchen Gebieten Lisa nicht funktioniert. Im Extremfall könne es sein, dass in gewissen geografischen Gebieten vorläufig nicht mehr rangiert werde, schreibt das Unternehmen.

Seit 2015 ersetzen die SBB den Analogfunk durch das digitale Gerät Lisa. Der Rückbau des analogen Funknetzes werde aufgrund der Störungen momentan gestoppt. Weiter prüft die Bahn, ob für sicherheitsrelevante Meldungen eine telefonische Meldestelle eingerichtet werden soll.

Zudem werden alle im Einsatz stehenden Geräte ab Sommer 2020 durch neue Geräte ersetzt, deren Gehäusehülle wasserdicht und schlagfest ist.

(bsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bähndler am 06.12.2019 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Der Projektleiter welcher grünes Licht für die Beschaffung nicht wasserdichter Funkgeräte gegeben hat, gehört vor den Kadi gezerrt.

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  • Msrcello am 06.12.2019 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    streiken ist einzige Lösung.

    ganz sicher können die Arbeiter nichts dafür wenn ihnen fehlerhaftes Werkzeug in die hände gedrückt wird. da sind die mit den hohen Gehälter verantwortlich.

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  • Fredy de lokimaa am 06.12.2019 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armutszeugnis

    Jeden Tag lese ich was von der sbb, meistens negativ..und wir zahlen noch für so ein Verein!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rangier Zürich am 07.12.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ha Ha Ha, Was sollen diese Aussagen?

    "Jetzt haben die SBB Massnahmen in die Wege geleitet. So wurden die Mitarbeitenden darüber informiert, dass sie bei Funkunterbruch die Rangierfahrt sofort stoppen sollen." diese Vorschrift gabs schon immer, ist gar nichts neues. Aber was macht man wenn man still steht?

  • Mättu am 07.12.2019 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt eh nicht mehr

    Kein Wunder ging der Hersteller oder Lieferant Konkurs. Echte Qualität.

  • PROLLTRASH am 07.12.2019 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unsinn

    die schweiz und funkgeräte. das kam noch nie gut.

  • Dampflokführer am 07.12.2019 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na Bravo

    Sehrwahrscheinisch nützten Beinahe unfälle nicht es muss zuerst wieder Tot geben bevor man merkt das es nicht richtig funktioniert,ich würde mich als Mitarbeiter strickt wehren mit solchen Arbeitsmittel zu arbeiten und mein leben zu riskieren für den Arbeitgeber.

    • Bm 6/6 am 07.12.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dampflokführer

      wir arbeiten für unsere Kundschaft damit Güter und Personen sicher ans Ziel kommen ! Traurig ist das die SBB Führung davon weiss das wir mit solchen Funkgeräten sicherheitsrelevante arbeiten ausführen müssen. wir haben schon jahrelang Meldungen gemacht ,aber da diese Meldungen von unseren direkten Vorgesetzten freigegeben müssen, könnt ihr euch selber ausmahlen was alles vertuscht wurde . Ja die SBB hat ein Führungs problem welche das Frontpersonal nur noch mit Vorschriften und Prüfungen quält.

    • PROLLTRASH am 07.12.2019 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dampflokführer

      auch wenn es mehrere tote gibt wird es die sbb als einzelfälle abstempeln. so wie letztes mal.

    • k504 am 07.12.2019 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dampflokführer

      die gits schon, wie mein Kusin der anfangs Jahr im Tessin leider deswegen verstorben ist. Natürlich will weder SBB noch sonst jemand die Verantwortung übernehmen.

    • Seppli am 07.12.2019 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bm 6/6

      Fall Baden ebenso

    • Polizistin / Ex-Lokführerin SBB am 07.12.2019 20:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Dampflokführer

      Wenn sie noch im vermittlungsfähigen Alter und sportlich sind, gehen sie zur Kantonspolizei Zürich, die suchen immer Leute. Und dort ist immer nur das Teuerste und Beste gerade gut genug. Da sorgt der Kommando dafür.

    • Dampflokführer am 07.12.2019 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Polizistin / Ex-Lokführerin SBB

      Danke für das Angebot aber bin mit meinem Job als Lokführer (nicht SBB) sehr zufrieden.

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  • Manfred am 07.12.2019 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Digital Funk taugt nichts

    Es ist doch nicht nur bei der SBB, der technische Digitalwahn ist in vielen Bereichen ausgebrochen und auch teilweise wieder eingestellt weil der SCHROTT nicht richtig funktioniert. Funkt analog wie früher und es klappt wieder, ganz einfach. Die ganzen Umsetzer Rics und Daus könnt Ihr euch dann sparen, die Umwelt wird es euch danken. Das ist ohnehin ein Wieder spruch zum Klimanotstand. Was solls wenn der eine oder andere mithören könnte bei Analog , aber es funktioniert. Digitalfunk sind wie E Autos Elektroschrott

    • Daniel am 07.12.2019 19:21 Report Diesen Beitrag melden

      @Manfred

      Ganz so hart würde ich es vielleicht nicht formulieren, aber es stimmt schon, daß Digitalfunk seine Tücken haben kann.

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