Sparen auf Italienisch

05. Dezember 2011 13:42; Akt: 06.12.2011 08:58 Print

Das Schicksal Italiens rührt sie zu Tränen

Das Wort «Aufopferung» bringt sie nicht über die Lippen: Die italienische Arbeitsministerin Elsa Fornero bricht bei der Ankündigung des drastischen Sparprogramms plötzlich zusammen.

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Politik kann manchmal ganz schön an die Nieren gehen. Die Regierung in Rom hat unter wachsendem Druck der Finanzmärkte am Sonntag ein Sparpaket zur Sanierung des Staatshaushalts beschlossen. Ziel sei es, die italienische Wirtschaft «wiederzuerwecken», sagt Ministerpräsident Mario Monti am Sonntagabend nach einer vorgezogenen Kabinettssitzung. Arbeitsministerin Elsa Fornero sitzt zu seiner rechten und darf bald einen Teil des drastischen Spar- und Reformpakets ankündigen.

Vorgesehen sind in dem Sparpaket unter anderem eine einschneidende Rentenreform, eine Streichung von Steuererleichterungen sowie eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozentpunkte. Das Rentenalter soll angehoben werden - sowohl im öffentlichen Dienst als auch im Privatsektor -, und am Inflationsausgleich soll gespart werden. Der öffentliche Dienst wird zudem personell gekürzt und organisatorisch gestrafft. Auch eine Immobiliensteuer gehört zu den für Millionen Italiener schmerzhaften Massnahmen.

Alles zu schmerzhaft offenbar für die amtierende Arbeitsministerin Fornero: Als sie das Wort «Aufopferung» aussprechen will, bricht sie in Tränen aus. Die Reform habe sie «psychologisch» viel gekostet, gibt sie zu. Regierungschef Monti übernimmt die harte Aufgabe weiter. «Sei gerührt, aber berichtige mich», sagt er, bevor er die Massnahmen ankündigt, die 24 Milliarden Euro in die leeren Staatskassen bringen sollen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BertaX am 05.12.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Schmierenkomödie-nicht nur in Italien

    Man liest viel davon, wie das Volk mithelfen "darf", zu sparen. Auf wieviel ihrer Gehälter und Tantiemen verzichten die Damen und Herren Politiker schon wieder? Ich muss es überlesen haben.

  • Italiano Vero am 05.12.2011 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Packen wirs an!!! Jetzt oder nie!!!

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  • gelöscht am 05.12.2011 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    gelöscht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Callair am 07.12.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Tränen über Italien

    Ich frage mir ernsthaft ob Frau Fornero am richtigen Platz sitzt. Für diese Aufgabe brauchts ein knallharter Mann oder Frau der nicht plötzlich zusammen bricht!

  • Michel am 06.12.2011 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker nicht alleine Schuld

    An der üblen Finanzlage sind alle mitschuld. Wir haben lange über unseren Verhältnissen gelebt. Der Schweiz geht es nur noch so gut weil wir unser Geld gerne in unserem Land ausgeben und auch mal den kleinen unterstützen. Auch unser Geld ist gut knapp bemessen. Um zwei Kindern in unserer Heimat einen gutes Fundament zu schaffen benötigt es min. 8000CHF. In anderen Ländern funktioniert das leider nicht! Nun ist Italien dran, die Sozialkosten steigen, auch in der Schweiz.

  • Andy am 06.12.2011 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Angst vor der Todesspirale

    In ihrer Position weiss sie was diese "Einsparungen" für Italien wirklich bedeuten. Schön zu sehen dass mittlerweile auch viele Politiker diesem Betrug an der Menschheit psychisch nicht mehr standhalten können. Wenn der grosse Teil der Menschheit endlich aufwachen würde und sehen was auf sie zukommt...JA auch für uns Schweizer werden härtere Zeiten kommen...wir geniessen halt das Privileg dass wir erst zum Schluss dran kommen. Und an die ganzen Leute welche hier schreien "geht arbeiten": Ihr habt wirklich keine Ahnung vom wirklichen System hinter den Finanzen und Politik!!! Informiert euch!

  • Sandrino am 06.12.2011 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gold koppeln an Euro

    Die einzig wahre Lösung für das EU Problem, ist, der Fehler von Nixon wieder rückgängig zu machen, der er 1971 gemacht hat! Die Abkoppelung des Goldes vom Dollar! Seit her gerät die ganze Welt aus den Fugen! Desshalb, EU abwerten, bis es gleich viel Wert ist wie Gold, und dann Koppeln - für immer! Mann kann nicht mehr Geld haben, als es an Naturalien gibt....das geht einfach nicht...irgendwann musste der Kolaps kommen!

  • Regi am 06.12.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Mitweinen

    Es ist ja auch zum Weinen, was in Europa und weltweit abgeht. Und mal ehrlich: Pension mit 60, wer kann sich das schon leisten? Schön, dass gewisse Länder sich dies bis anhin gegönnt haben. Wir sind schon lange um einiges darüber und allfällige Rentenalter-Erhöhungen sind nie ausgeschlossen. Für uns ist das die Normalität. Sollen wir jetzt auch mitweinen?